Springer: Absprachen zu Kirch-Aktien getroffen?


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Springer: Absprachen zu Kirch-Aktien getroffen?

 
09.02.02 22:51
Wie mit Kirchs Springer-Aktienpaket verfahren wird, ist angeblich schon abgesprochen – zwischen Springer-Verlag und Deutscher Bank.

Die Deutsche Bank hat nach Informationen der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» mit dem Axel Springer-Verlag vereinbart, wie mit Leo Kirchs Paket von Springer-Aktien verfahren werden soll.

Die Deutsche Bank hatte vor einigen Jahren Darlehen an Kirch mit dessen Springer-Aktien absichern lassen. Sollte Kirch die Verbindlichkeiten nicht mehr bedienen können, werde das Paket an die Deutsche Bank gehen, meldet die Zeitung.

Dabei handelt es sich um so genannte vinkulierte Namensaktien, mit denen sich der Springer-Verlag ein Mitspracherecht am Verkauf der Aktien gesichert hat. Kirch hält am Axel Springer Verlag rund 40 Prozent. Der Verlag, derzeit selbst in den roten Zahlen, besitzt 11,5 Prozent an Kirchs TV-Sendern.
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WAZ springt auf Springer

 
09.02.02 22:55
Das angeschlagene Medien-Imperium von Leo Kirch macht weiter von sich reden. Sicher scheint inzwischen: Das Unternehmen wird in Einzelteile zerlegt werden. Dabei ist auch der Springer-Verlag, an dem Kirch einen Anteil von 40 Prozent hält, nur ein Bauer im Schachspiel. Die Verlagsgruppe Westdeutsche Allgemeine Zeitung hat laut "Berliner Tagesspiegel" mehr als nur Interesse. Fraglich, ob auch Aktionäre was davon haben.  
 
Was aus dem mit Milliarden-Verbindlichkeiten kämpfenden  Kirch-Konzern wird, ist noch nicht endgültig klar. Dass er die derzeitige finanzielle Malaise in seiner jetzigen Struktur nicht überleben wird, steht außer Frage. Sogar die Fußball-Bundesliga hat Angst vor der Pleite.

Bei einem Krisengipfel mit Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidenten Wolfgang Clement äußerten mehrere Club-Vertreter die Sorge, Kirch könne seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen. Die Kirch-Gruppe hatte sich im Mai 2000 für gut 1,5 Milliarden Euro vier Jahre lang die Fernsehrechte gesichert. Am kommenden Freitag sind aus dem Vertrag 100 Millionen Euro fällig.

Seit längerem versucht das Management des Münchner Film-Paten, Konzernbeteiligungen zu verkaufen. Unter Druck gesetzt besonders durch Gläubigerbanken und Erzeind Rupert Murdoch ist jede Firmenbeteiligung zur Disposition gestellt. Davon ausgenommen ist auch der Axel-Springer-Verlag nicht.

Springer ist lukrativ

Dieser hatte Kirch zuletzt mit der Ankündigung geärgert, seine Verkaufsoption für ProSieben-Anteile ausüben zu wollen. 767 Millionen Euro würden fällig. Die 40 Prozent an Springer sind eines der lukrativsten Investments von Kirch. Auch wenn die Macher der "Bild"-Zeitung sich zuletzt nicht als clevere Kaufleute gezeigt haben und 2001 empfindliche Ergebniseinbrüche melden mussten, gilt das Zeitungshaus als attraktives Investment.

Die Essener WAZ-Gruppe, die jetzt den Finger hebt und sich als möglicher Aufkäufer anbietet, wird nicht allein bleiben. Auch deshalb nicht, weil man vielleicht nie wieder so günstig an so viel Springer herankommt. Schließlich ist es Kirch, der in der Klemme steckt. Er wird den Preis kaum hochtreiben können.  
 
Verkauft Kirch seine besten Beteiligungen, dann könnte er sein Medienunternehmen halten. Ein Imperium wäre es dann aber nicht mehr. Für die Anleger des Springer-Verlags wird eine mögliche Veräußerung des Aktienpakets an die WAZ oder einen anderen Interessenten kaum zu Kursaufschlägen führen.  

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Kirch räumt finanzielle Probleme ein

 
09.02.02 22:58
Hahn: "Perspektivisch können wir im Laufe des Jahres Liquiditätsprobleme bekommen"
 
Berlin - Der Geschäftsführer der Kirch-Gruppe Dieter Hahn ist optimistisch, dass trotz der angespannten Finanzlage der Kirch-Gruppe eine Zerschlagung des Unternehmens verhindert werden kann. "Die Kirch-Gruppe muss als voll integriertes audio-visuelles Medienunternehmen zusammengehalten werden. Warum sollte man eine der wenigen Zukunftsindustrien, die man mit zwei starken deutschen Playern - Bertelsmann und uns - besetzt hat, zu Gunsten von Ausländern oder Banken zerschlagen? Das wäre irrational", sagte er gegenüber WELT am SONNTAG.

Hahn räumte ein, dass die Kirch-Gruppe (ProSiebenSat1, Formel 1, Fußball-WM-Rechte) ein "strukturelles Problem" mit der Put-Option von Murdoch habe, die die Kapitalstruktur der Unternehmensgruppe bedrohe: "Perspektivisch können wir im Laufe des Jahres Liquiditätsprobleme bekommen. Unsere Kernaufgabe seit Monaten ist, dass sich die Kapitalstruktur von Premiere verbessern wird. Das Thema müssen wir lösen."

Rupert Murdoch hält eine im Oktober fällig werdende Option zum Verkauf seiner Anteile von 22 Prozent an Premiere World für 1,7 Milliarden Euro. In der vergangenen Woche hatten Murdoch-Manager angekündigt, die Put-Option auch ausüben zu wollen. Gleichzeitig wurde bekannt, dass derzeit eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft im Auftrag von Murdoch die Kirch PayTV überprüft, um eine mögliche Übernahme von Premiere World vorzubereiten.

Offenbar erwartet die Kirch-Gruppe angesichts der schwierigen Verhandlungen mit Murdoch Unterstützung durch Dritte. "Der offene Griff nach dem Medienunternehmen Kirch lässt viele sagen, wir seien besser als Murdoch, weil man uns kennt. Das ist uns auch bewusst. Wir haben auch Freunde", sagte Hahn. Die Banken wüssten, dass "wir eine problematische Kapitalstruktur bei Premiere heute haben. Bis auf eine Bank, die eigene Interessen verfolgt, laufen die Verhandlungen mit allen Banken der Kirch-Gruppe gut."
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