Sparkassen: Mehr Kredit an Mittelstand


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Sparkassen: Mehr Kredit an Mittelstand

 
12.03.03 17:37
Sparkassen vergeben mehr Kredite an Mittelstand

Frankfurt/Main (dpa) - Die Sparkassen und Landesbanken haben trotz der Insolvenzwelle in Deutschland 2002 mehr Kredite an Unternehmen und Selbstständige ausgegeben. Die Kreditvergabe an gewerbliche Kunden sei um drei Milliarden Euro gestiegen, berichtete der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) in Frankfurt.

«Damit konnte die Sparkassen-Finanzgruppe den Rückzug insbesondere der privaten Banken teilweise ausgleichen», sagte DSGV-Präsident Dietrich Hoppenstedt. Sie spiele immer mehr eine entscheidende Rolle bei der Finanzierung kleiner und mittlerer Unternehmen. Insgesamt lag das Volumen bei Unternehmenskrediten 2002 bei 208,8 Milliarden Euro.

Die Konzentration im Kreditgewerbe hielt auch im Sparkassensektor an. 2002 gab es noch 519 Sparkassen, das waren 24 weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Geschäftsstellen verringerte sich weiter auf 18 000. Bis 2005 werden es nach Einschätzung von Hoppenstedt nur noch 17 000 sein. «Jährlich verschwinden etwa 500 Zweigstellen», sagte er. Von derzeit rund 278 000 Beschäftigten «nach Köpfen» würden bis 2005 rund 275 000 Mitarbeiter übrig bleiben. Durch Teilzeitarbeit und Abfindungsregelungen sowie durch Fluktuation habe der Personalabbau «sozial verträglich» gestaltet werden können.

Bei den Kunden waren Tagesgelder der Renner. Die Einlagen bei täglich fälligen Geldern wuchsen um 6,4 Prozent auf rund 180 Milliarden Euro. Dabei verringerten sich die Spareinlagen insgesamt um 0,2 Prozent auf 304 Milliarden Euro. Angesichts der Börsentalfahrt waren auch Spareinlagen, Prämiensparprogramme und Eigenemissionen der Sparkassen gefragt.

Das Geschäftsergebnis der Mitgliedsinstitute bezeichnete Hoppenstedt insgesamt als «vergleichsweise ordentlich». Doch vor allem die Pleitewelle hinterließ Spuren in den Büchern. Die Absicherung fauler Kredite kostete die Institute 2002 netto 4,5 Milliarden Euro, das entspricht einem Anstieg um 40 Prozent. Die Zahlen der Landesbanken sind darin nicht enthalten. Die anhaltende Baisse an den Aktienmärkten schlug ebenfalls zu Buche. Abschreibungen auf Wertpapiere verdoppelten sich auf 1,3 Milliarden Euro.

Erfolge im Zinsgeschäft und niedrigere Verwaltungskosten führten jedoch insgesamt zu einem stabilen Betriebsergebnis. Vor Abzug der Risikokosten erreichten die Sparkassen ein Ergebnis von 9,38 (Vorjahr: 8,28) Milliarden Euro. Nach Bewertung blieben davon 2,69 (2,96) Milliarden Euro übrig.

Die Sparkassen-Finanzgruppe werde 2002 mehr als zwei Milliarden Euro an Ertragssteuern zahlen - im Gegensatz zu den Privatbanken. «Nach unseren Erhebungen werden die privaten Banken auch in diesem Jahr wieder keine Steuern zahlen», kritisierte Hoppenstedt. Die Bilanzsumme erhöhte sich um 1,3 Prozent auf 997,9 Milliarden Euro.

Spekulationen über eine Krise der deutschen Banken oder des Finanzplatzes wies Hoppenstedt zurück. «Der Finanzplatz Deutschland ist einer der stabilsten der Welt.» Er könne nicht nachvollziehen, mit welcher Sorglosigkeit in den vergangenen Wochen über angebliche Schwächen des deutschen Bankenmarktes spekuliert worden sei. Insbesondere wenn dies aus der Kreditwirtschaft selbst komme, halte er das für unverantwortlich. Der Sparkassensektor sehe für sich «den berühmten Silberstreif am Horizont».

 
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