Das ist eine Zusammenfassung der letzten Beiträge die ich hier über Elmo geschrieben habe. Enjoy!
Wenn ich mir Elmos Firmenimperium so anschaue, frage ich mich manchmal, wie viele Damoklesschwerter eigentlich gleichzeitig über einem einzigen Menschen hängen können.
Da hätten wir beispielsweise:
1. Elmo selbst – das personifizierte Klumpenrisiko
Tesla, SpaceX und Co. sind inzwischen eng mit dem Personenkult um Elmo verbunden. Für viele Anleger ist nicht das Geschäftsmodell der wichtigste Kaufgrund, sondern der Glaube an den großen Visionär.
Aber Elmo ist nun mal nicht unsterblich.
Was passiert eigentlich, wenn die Biologie irgendwann zuschlägt? Wer übernimmt dann? Natürlich gibt es kompetente Manager, beispielsweise Gwynne Shotwell bei SpaceX. Aber einen öffentlich überzeugend geklärten Nachfolgeplan für Elmos gesamte Rolle als zentrale Identifikationsfigur sehe ich nicht.
Und wenn der Personenkult plötzlich ohne Person dasteht, könnte sich herausstellen, wie viel von den gigantischen Börsenbewertungen tatsächlich an einem einzigen Menschen hängt.
Was soll da schon schiefgehen? ;-)
2. Donald Trump – heute bester Kumpel, morgen politisches Risiko
Elmo hat sich mit seiner Nähe zu Trump und seiner Beteiligung an DOGE ziemlich weit in die amerikanische Politik vorgewagt.
Besonders pikant: Ausgerechnet ein Unternehmer, dessen Firmen von staatlichen Aufsichtsbehörden kontrolliert werden, war am Umbau und Personalabbau des Behördenapparats beteiligt.
Bei der NHTSA wurden Stellen gestrichen, und selbst innerhalb der FAA waren zeitweise SpaceX-Mitarbeiter im Rahmen von DOGE tätig.
Ob Elmo dadurch tatsächlich bevorzugt behandelt wurde, ist nicht bewiesen. Die möglichen Interessenkonflikte sind allerdings kaum zu übersehen.
Und was passiert, wenn Trump irgendwann nicht mehr Präsident ist?
Dann könnten NHTSA, FAA, SEC und Umweltbehörden unter einer neuen Regierung möglicherweise wieder genauer hinschauen.
Plötzlich werden FSD-Versprechen, Robotaxi-Genehmigungen, Raketenstarts, Umweltauflagen und Kapitalmarktkommunikation vielleicht etwas gründlicher geprüft.
Und auf einmal dauern Projekte länger, kosten mehr Geld oder müssen zusätzliche Anforderungen erfüllen.
Was soll da schon schiefgehen? ;-)
3. Starship – eine Riesenrakete sucht zahlende Kundschaft
Elmo entwickelt eine gigantische, vollständig wiederverwendbare Schwerlastrakete.
Technisch beeindruckend, keine Frage.
Nur bedient die Falcon 9 bereits den größten Teil des heutigen Satellitenmarktes. Selbst die Falcon Heavy wird vergleichsweise selten benötigt.
Jetzt soll also eine noch viel größere Rakete die Raumfahrt revolutionieren.
Dumm nur, dass eine riesige Transportkapazität noch keine entsprechende Nachfrage erzeugt.
Das erinnert mich an den Airbus A380. Bei voller Auslastung möglicherweise wunderbar wirtschaftlich. Bei zu geringer Nachfrage wird die Größe plötzlich zum Problem.
Dazu kommt, dass vollständige Wiederverwendbarkeit zusätzliche Masse, Wartung und Infrastruktur erfordert.
Und für Marsmissionen muss Elmo erst einmal eine funktionierende Treibstoffproduktion auf einem anderen Planeten aufbauen, damit sein Raumschiff überhaupt wieder nach Hause kommt.
Milliardeninvestitionen, gewaltige technische Herausforderungen und eine noch nicht nachgewiesene langfristige Auslastung.
Was soll da schon schiefgehen? ;-)
4. KI-Rechenzentren im Weltall – die Donau muss mit
Elmos nächste geniale Idee: gigantische KI-Rechenzentren im Orbit.
Bei einer elektrischen Gesamtleistung von einem Terawatt entstehen ungefähr 1.000 Gigawatt Abwärme.
Das entspricht grob der Abwärme von 500 großen Kernkraftwerken.
Auf der Erde nutzt man dafür riesige Kühlsysteme, Flüsse und Kühltürme.
Im Weltraum gibt es leider weder Luft noch Flüsse, an die man die Wärme einfach abgeben könnte.
Also benötigt Elmo gigantische Radiatorflächen, Solaranlagen, Stromversorgung und jede Menge zusätzliche Infrastruktur.
Und natürlich muss die gesamte Hardware erst einmal mit Raketen ins All transportiert werden.
Wenn die KI-Chips nach wenigen Jahren wirtschaftlich überholt sind, muss man sie auch noch ersetzen.
Bildlich gesprochen müsste Elmo die Donau gleich 500-mal durchs Weltall leiten, um seine KI-Infrastruktur zu kühlen.
Und all das soll am Ende günstiger sein als Rechenzentren auf der Erde.
Was soll da schon schiefgehen? ;-)
5. Der Kessler-Effekt – wenn das Geschäftsmodell zu Weltraumschrott wird
Elmo möchte Zehntausende zusätzliche Satelliten und möglicherweise riesige KI-Infrastrukturen im Orbit betreiben.
Nur gibt es da ein kleines Problem: Satelliten können kollidieren.
Bei einer ungünstigen Entwicklung könnten Kollisionen immer neue Trümmer erzeugen, die wiederum weitere Satelliten treffen.
Der sogenannte Kessler-Effekt.
In besonders betroffenen Umlaufbahnen könnten die Kollisionsrisiken langfristig erheblich steigen.
Für ein Geschäftsmodell, bei dem regelmäßig neue Hardware ins All gebracht werden muss, wäre das ziemlich unangenehm.
Satelliten gehen verloren, Ersatzstarts werden notwendig, Versicherungen möglicherweise teurer und bestimmte Umlaufbahnen könnten zeitweise kaum noch wirtschaftlich nutzbar sein.
Und anders als auf der Erde kann man den Schrott nicht einfach mit einem Bagger wegräumen.
Was soll da schon schiefgehen? ;-)
6. Starbase Louisiana – 100 Milliarden Dollar für einen Raketenbahnhof auf Steroiden
Elmo plant einen neuen Weltraumbahnhof mit zehn Startrampen und einem angekündigten Investitionsvolumen von 100 Milliarden Dollar.
Dazu kommen Vorstellungen von bis zu 30 Starship-Starts täglich.
Wenn Booster und Oberstufe jeweils am Standort zurückkehren, wären das rechnerisch bis zu 90 Start- und Landevorgänge pro Tag.
Und natürlich möchte die FAA für so etwas Sicherheitsnachweise sehen.
Was passiert bei einem fehlgeschlagenen Start? Was bei einer missglückten Landung? Welche Sicherheitszonen braucht man? Was bedeutet das für Flugverkehr, Schifffahrt und Umwelt?
Selbst eine hypothetische Erfolgsquote von 99,9 Prozent würde bei rund 11.000 Starts jährlich rechnerisch elf Fehlstarts bedeuten.
Dazu kommen mögliche Probleme bei den Landungen.
Und dann wäre da noch die Frage, wer eigentlich diese gewaltige Startkapazität bezahlen soll.
100 Milliarden Dollar investieren, bevor eine entsprechende Nachfrage nachgewiesen ist.
Was soll da schon schiefgehen? ;-)
7. Starlink und Starshield – wenn der Kunde plötzlich selbstständig werden will
Starlink ist zweifellos ein technologischer Erfolg.
Aber gerade die Ukraine zeigt, wie problematisch die Abhängigkeit von einem einzigen Anbieter und politischen Entscheidungen in Washington sein kann.
Wenn ein Staat seine militärische Kommunikation auf ein System stützt, dessen Nutzung durch einen ausländischen Anbieter oder dessen Regierung eingeschränkt werden kann, entsteht ein strategisches Risiko.
Und das dürften andere Staaten inzwischen sehr genau beobachten.
Die könnten nämlich auf die Idee kommen, eigene Satellitensysteme aufzubauen oder alternative Anbieter zu fördern.
Ausgerechnet die enorme Bedeutung von Starlink könnte also dafür sorgen, dass Regierungen langfristig unabhängiger von Elmos Unternehmen werden wollen.
Was soll da schon schiefgehen? ;-)
8. Elmos Firmenimperium – wenn aus Synergien Abhängigkeiten werden
Tesla, SpaceX, xAI und die übrigen Unternehmen sollen sich gegenseitig zu immer neuen Höhenflügen verhelfen.
Tesla liefert Robotaxis und humanoide Roboter, xAI die künstliche Intelligenz und SpaceX die Infrastruktur.
Klingt wunderbar.
Nur sind das unterschiedliche Unternehmen mit unterschiedlichen Eigentümern, Finanzierungsbedürfnissen und wirtschaftlichen Interessen.
Wer bezahlt eigentlich wen? Zu welchen Konditionen? Und wer profitiert am Ende?
Was passiert, wenn eines dieser Unternehmen finanzielle Schwierigkeiten bekommt und die anderen davon abhängig sind?
Die gefeierten Synergien könnten sich dann ziemlich schnell in gegenseitige Belastungen verwandeln.
Und natürlich braucht jedes dieser Unternehmen enorme Summen für seine eigenen Zukunftsprojekte.
Was soll da schon schiefgehen? ;-)
9. Die juristischen Baustellen – wenn die Anwälte die Zukunftsvisionen einholen
Und dann hätten wir noch die ganzen rechtlichen Auseinandersetzungen rund um Elmos Unternehmen.
Da geht es unter anderem um Unfälle mit Autopilot beziehungsweise FSD, Produkthaftung, Fahrzeugbrände und die Frage, ob bestimmte Türgriffkonstruktionen die Rettung von Insassen erschweren können.
Dazu kommen behördliche Untersuchungen und mögliche regulatorische Konsequenzen.
Natürlich bedeutet eine Klage noch lange nicht, dass Tesla tatsächlich haftet. Und nicht jede Untersuchung endet mit einer Sanktion.
Aber stellen wir uns vor, dass mehrere Verfahren zu erheblichen Schadenersatzzahlungen, Vergleichen oder verpflichtenden technischen Änderungen führen.
Dann reden wir möglicherweise über hohe Kosten, zusätzliche Rückstellungen, Rückrufe und erhebliche Reputationsschäden.
Gerade bei FSD und Robotaxis wäre es ziemlich unangenehm, wenn sich herausstellen sollte, dass bestimmte Sicherheitsversprechen vor Gericht nicht standhalten.
Denn Elmos Zukunftsvisionen basieren schließlich darauf, dass seine Technologien nicht nur beeindruckend aussehen, sondern auch zuverlässig und sicher funktionieren.
Und während die Fans schon die nächsten Billionengewinne ausrechnen, könnten sich Richter, Anwälte und Aufsichtsbehörden mit der etwas weniger glamourösen Realität beschäftigen.
Was soll da schon schiefgehen? ;-)