Die Profitmarge im PC-Geschäft tendiert gegen null, da heißt es Kosten minimieren. Das schafft man beispielsweise, indem man den Neu-PC mit preiswerter Software ausstattet. Sony zeigt, wie es geht: Man wirft Microsoft raus - und installiert Star Office.
Jahrelang galt das Programmpaket als Kronprinz, als einzig denkbare Konkurrenz zu Microsofts Büropaketen: das ursprünglich von der deutschen Firma Star Division entwickelte Star Office. Das zeichnete sich von Anbeginn an dadurch aus, dass es erstens umfangreich, und zweitens gewöhnungsbedürftig war: Zu sehr hatten sich PC-Nutzer an Microsoft-typische Benutzerführungen gewöhnt, um der kleinen Konkurrenz eine echte Chance zu gönnen.
Mit dem Verkauf an Sun Microsystems und der folgenden Öffnung hin zum Open-Source-Konzept setzte bei Star Office eine Phase ein, die das Programm noch billiger werden ließ, noch kräftiger - und noch komplizierter. Selbst eingefleischten Fans drangen bei den Programmversionen 4 und 5 die Begeisterungsrufe nur noch zwischen knirschenden Zähnen hervor. Anders wurde das mit der 6.0: Inzwischen gilt die kostengünstige Office-Suit wieder als denkbare Konkurrenz.
Das muss sich auch Sony gedacht haben, bevor sich der um seine Gewinnmargen im PC-Geschäft bangende Konzern für Star Office und gegen Office-Lösungen von Microsoft entschied. Bisher fand sich auf den Sony-Festplatten vornehmlich Microsofts Works, traditionell eine Art abgespeckte Microsoft-Office-Suite für Sparsame.
Nicht sparsam genug: In Zeiten schwindender Gewinnmargen sehen immer mehr PC-Hersteller Einsparmöglichkeiten fast nur noch bei der beigepackten Software. Da erhält nun Star Office den Zuschlag, nachdem sich zuletzt im August der PC-Versender Dell gegen ein Software-Paket des Beinahe-Monopolisten und mit Corels Büropaket Word Perfect für ein preiswerteres Konkurrenzprodukt entschieden. Im Gegensatz zu früheren Jahren und Programmversionen gibt es auch kaum noch Kompatibilitätsprobleme: "doc" als Dateityp wird inzwischen von allen Programmpaketen unterstützt, "rtf" sowieso.
Unangefochten in der Spitzenposition steht Microsoft jedoch im Bereich der Betriebssystem-Software. Doch auch auf diesem Markt könnten dem Marktführer bald Kratzer und Beulen drohen: Was Star Office bei den Bürolösungen, das ist Linux bei den Betriebssystemen. Mehrere große PC-Assembler planen den Vertrieb von Linux-Heim-PCs, und auch Sun plant hier eine eigene Initiative.
Star Office kostet im Ladenverkauf rund 90 Euro. Die reine Open-Source-Version ist kostenlos zu haben.
So long,
Calexa
www.investorweb.de
Jahrelang galt das Programmpaket als Kronprinz, als einzig denkbare Konkurrenz zu Microsofts Büropaketen: das ursprünglich von der deutschen Firma Star Division entwickelte Star Office. Das zeichnete sich von Anbeginn an dadurch aus, dass es erstens umfangreich, und zweitens gewöhnungsbedürftig war: Zu sehr hatten sich PC-Nutzer an Microsoft-typische Benutzerführungen gewöhnt, um der kleinen Konkurrenz eine echte Chance zu gönnen.
Mit dem Verkauf an Sun Microsystems und der folgenden Öffnung hin zum Open-Source-Konzept setzte bei Star Office eine Phase ein, die das Programm noch billiger werden ließ, noch kräftiger - und noch komplizierter. Selbst eingefleischten Fans drangen bei den Programmversionen 4 und 5 die Begeisterungsrufe nur noch zwischen knirschenden Zähnen hervor. Anders wurde das mit der 6.0: Inzwischen gilt die kostengünstige Office-Suit wieder als denkbare Konkurrenz.
Das muss sich auch Sony gedacht haben, bevor sich der um seine Gewinnmargen im PC-Geschäft bangende Konzern für Star Office und gegen Office-Lösungen von Microsoft entschied. Bisher fand sich auf den Sony-Festplatten vornehmlich Microsofts Works, traditionell eine Art abgespeckte Microsoft-Office-Suite für Sparsame.
Nicht sparsam genug: In Zeiten schwindender Gewinnmargen sehen immer mehr PC-Hersteller Einsparmöglichkeiten fast nur noch bei der beigepackten Software. Da erhält nun Star Office den Zuschlag, nachdem sich zuletzt im August der PC-Versender Dell gegen ein Software-Paket des Beinahe-Monopolisten und mit Corels Büropaket Word Perfect für ein preiswerteres Konkurrenzprodukt entschieden. Im Gegensatz zu früheren Jahren und Programmversionen gibt es auch kaum noch Kompatibilitätsprobleme: "doc" als Dateityp wird inzwischen von allen Programmpaketen unterstützt, "rtf" sowieso.
Unangefochten in der Spitzenposition steht Microsoft jedoch im Bereich der Betriebssystem-Software. Doch auch auf diesem Markt könnten dem Marktführer bald Kratzer und Beulen drohen: Was Star Office bei den Bürolösungen, das ist Linux bei den Betriebssystemen. Mehrere große PC-Assembler planen den Vertrieb von Linux-Heim-PCs, und auch Sun plant hier eine eigene Initiative.
Star Office kostet im Ladenverkauf rund 90 Euro. Die reine Open-Source-Version ist kostenlos zu haben.
So long,
Calexa
www.investorweb.de