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Waleshark:

Solarbranche, wer bleibt übrig ??

 
26.04.09 23:17
News - 26.04.09 19:12
Erneuerbare Energien in der Krise: Solarbranche steht vor Pleitewelle

Der Chef des Bonner Solarunternehmens Solarworld, Frank Asbeck, erwartet für die kommenden Monate eine Welle von Insolvenzen in der Fotovoltaikbranche. Grund ist der Preisverfall bei Solaranlagen.


"Wir erleben eine Zeitenwende. Bei vielen Solarunternehmen stimmen die Kostenstrukturen nicht, und wer zurzeit mit den Kosten nicht zurechtkommt, den frisst der Markt", sagte Asbeck der FTD. "Auch einige deutsche Hersteller wird es wohl erwischen, womöglich sogar einen der fünf oder sechs größten."


Die Solarbranche ist im Zuge der Wirtschaftskrise in Bedrängnis geraten. Ein weltweites Überangebot an Solarfabriken und eine sinkende Nachfrage lassen die Preise rasant fallen. Käufer kleiner Fotovoltaikmodule müssten etwa heute pro Kilowatt Spitzenleistung nur noch 2,65 Euro bezahlen; vor ein paar Monaten waren es noch 3 Euro oder mehr, sagte Martina Ecker, Cleantech-Expertin der Investmentbank Jefferies.


Beschleunigt wird der Nachfrageverfall durch die Finanzkrise, weil Solarprojekte in der Regel auf eine Fremdfinanzierung angewiesen sind, Banken sich allerdings mit der Vergabe von Krediten zurückhalten. Viele Anlagenbetreiber, die Kunden der Solarhersteller, müssten wegen der Finanzkrise erheblich höhere Anforderungen erfüllen, um an Kredite für ihre Projekte zu kommen, sagte Ecker. "20 Prozent Eigenkapital muss man heute schon bei den Banken vorlegen. Früher war es vielleicht die Hälfte."


Nach Ansicht von Analysten ist eine Bereinigung des Marktes längst überfällig - denn rund 150 Hersteller weltweit gelten als zu viel. Solarzellen sind austauschbare Massenprodukte. "Wer zurzeit kein gutes Produkt hat oder überbordende Preise, der kommt nicht mehr zum Zuge. Die Kunden kaufen Markenprodukte zu einem aggressiven Preis", sagte Solarworld-Chef Asbeck.




Gehörig unter Druck steht etwa Solon. Der Solarmodulhersteller droht in diesem Jahr in die roten Zahlen abzurutschen. Auch Conergy kämpft ums Überleben.


In der anstehenden Branchenauslese hält Asbeck seinen eigenen Konzern für gut aufgestellt. Wie der 49-jährige Firmengründer verriet, hat Solarworld im ersten Quartal 2009 trotz der Krise seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal gesteigert. Das Unternehmen erwartet auch für das Gesamtjahr einen Anstieg der Erlöse auf mehr als 1 Mrd. Euro nach 900 Mio. Euro im Vorjahr - allerdings nur, wenn sich die Wirtschaft stabilisiert.


Der starke Preisverfall bei Solarmodulen macht zwar der Branche zu schaffen, befördert allerdings die Wirtschaftlichkeit der Stromerzeugung aus Sonnenenergie, weil die Anlagen günstiger werden. Bereits 2012 oder 2013 werde Solarstrom von Dachanlagen so günstig sein wie Haushaltsstrom, sagte Asbeck. Freiflächenanlagen würden etwa 2020 die sogenannte Grid Parity erreichen.

Von Claus Hecking (Bonn) und Mark Krümpel (Hamburg)
Quelle: FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND
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Go2Bed:

Ich weiß ja nicht, wie's euch geht,

2
26.04.09 23:36
aber dieses Krisengesabbel von morgens bis abends geht mir langsam auf den Zeiger. Gestern waren die Preise zu hoch und jede Solarklitsche verdiente sich angeblich eine goldene Nase, heute sind die Preise zu niedrig und viele stehen vor der Pleite. Und Analysten zufolge gibt es zu viele Hersteller. Aber: Gibt es nicht auch zu viele Analysten? Zum Glück wird ja im letzten Absatz auch noch etwas Positives vermeldet. Moment mal: Wenn die Module billig sind und dadurch der Solarstrom billiger erzeugt werden kann, wird dann nicht auch wieder die Nachfrage anziehen? Und verdienen sich die Hersteller dann nicht wieder eine goldene Nase? Okay, natürlich nur die, die dann noch übrig geblieben sind...
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