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... dann halten wir doch erst einmal fest, dass Du noch nie vom europäischen "Rettungsschirm" oder den PIIGS-Staaten gehört hast, zu denen auch Spanien gehört. EU, IMF und Deutschland versuchen gerade verzweifelt, die PIIGS zu retten. Keiner weiss, woher sie Kredite bekommen sollen. Das nennst Du "ungeheuerlich".
Und zweitens halten wir Deine Behauptung fest, den Stromproduzenten (wie Andasol) sei nie versprochen worden, dass Ihnen die hohen Subventionen auch tatsächlich ausgezahlt werden!
Gut, dann hoffe eben auf Ibersol-Investoren, die auf eine Auszahlung der Einspeisevergütungen pfeifen.
... ist das spanische staatliche System. Daher fallen - wie bekannt - auch die Einspeisevergütungen dem Staat zu Last. Anders als in Deutschland, wo das EEG nicht das Staatsbudget tangiert.
Oder besser gesagt, die Einspeisevergütungen fallen dem spanischen Staat nicht zur Last, weil wir aus der soeben geposteten Quelle lernen, dass der Staat mit der Auszahlung der Einspeisevergütungen (Subventionen) in Verzug ist.
Übrigens, lector1, Du kannst ebenso wie die spanischen Stromversorger, "hohe Zinsen" aus Forderungen gegen Spanien erzielen. Brauchst nur ein paar spanische Staatsanleihen zu kaufen. Die bringen infolge des Risikos mehr als doppelt so viel wie Bundesanleihen.
Im Gegensatz zu Dir glaube ich nicht, dass sich die spanischen Stromversorger darüber freuen. Schließlich sind sie keine Banken, die das Halten von Forderungen geschäftlich betreiben. Sondern Unternehmen, die ihre Gläubiger und Anteilseigner befriedigen müssen. Weil Spanien seinen Stromversorgern die Subventionen nicht auszahlt, sind die Stromversorger nun selbst in Schwierigkeiten.
Zitat lector1:
"Ich habe nämlich genau das Gegenteil behauptet: "Die Stromerzeuger (oder wenn du willst -Produzenten) bekommen ihr Geld". Wie du diesen Satz so falsch verstehen kannst ist mir schleierhaft."
Du behauptest hier in der Tat, die Stromversorger bzw. -produzenten bekämen ihr Geld. Zuvor hast Du behauptet, die Stromversorger freuten sich darüber, kein Geld zu erhalten, sondern statt dessen schöne verzinsliche Forderungen gegen den spanischen Staat. Du musst Dich aber für eine Hypothese entscheiden: Entweder bekommen die Unternehmen Geld, oder sie bekommen (nur) Forderungen gegen Spanien.
Richtig ist laut Quelle: Die Stromversorger bekommen kein Geld, weil Spanien es nicht geschafft hat, sich dieses Geld am Kapitalmarkt zu beschaffen.
Das ist für alle, die mit dem Kraftwerksbau Geld verdienen wollen, eine desaströse Nachricht und schreckt neue Investoren ab.
Ich versuche ein letztes Mal, das Zitat der Businessweek aus #6478 für Dich zu übersetzen bzw. verständlich zu machen:
Das "deficit" ist die Verbindlichkeit des spanischen Elektrizitätssystems gegenüber den Stromproduzenten. Die Stromproduzenten haben natürlich kein "deficit". Sondern sie halten gegen Spanien eine entsprechende Forderung.
So lange diese Forderung werthaltig ist, ist alles in Butter. Spanien wankt aber und konnte diese Forderung nicht erfüllen, weil sie derzeit keine Anleihen an den internationalen Kapitalmärkten unterbringen können.
Du sagst nun: Schön, dann verzinst sich die Forderung der Stromproduzenten eben. Aber wenn die Forderung trotz Fälligkeit nicht beglichen wird, muss sie früher oder später abgeschrieben werden. Und dann ist der Stromproduzent selbst von Insolvenz bedroht. Das gilt für Andasol 1-3 genau so wie für Ibersol.
Hallo, ich habe Andasol 3 gezeichnet, als Altersversorgung. Lt MarcHe ist das sehr unsicher.
Ich sehe das anders. Ich hätte auch die Altnative gehabt, das Geld in eine Rentenversicherung bei der Allianz oder Deutsche Bank usw. zu geben und auf eine lebenslange Rene zu hoffen.Nur diese Institute haben das Geld eben auch zu mehr oder weniger großen Teilen in griechischen, spanischen usw. Anleiehn angelegt.
Da auch die Allianz oder Deutsche Bank bei einem Ausfall dieser Anleihen nicht haftet ist ein Investment in eine "Andasol-Rente" oder in eine "Allianz-Rente" gleich "riskant". Wenn Spanien eine einzige Anleihe nicht bedient sind alle dran, nicht nur Andasol oder Ibersol.
MarcHe, du solltest Dir aus ureigenstem Interesse nicht wünschen, daß einer dieser Staaten umfällt. Dann fällt der Euro auseinander und dann bist Du auch dran, egal wie. Ob mit Deinem Arbeitsplatz, mit deinen Aktien oder sonst was.
Du weißt das genau, daß das so ist. Und Du weißt auch was kommen wird. Die Euro-Krise ist der Hebel zu einer weitgehenden politischen Einigung Europas. Diese Einigung ist notwendig, das wußte man. Aber es war unmöglich diese Notwendigkeit unter den Bedingungen der Prosperität zu vermitteln. Unter den Bedingungen des Existenzrisikos wird das möglich sein.
Was die Stromverbindlichkeiten der "utilities" (Versorger) gegen die "producer" (Andasol) betrifft, können die auch durch eine Strompreiserhöhung von vielleicht 2 - 5/kwh bezahlt und damit werthaltig gestellt werden. Davon fällt Spanien nicht um, hat aber eine nachhaltige Stromversorgung.
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