Zunächstmal zur Ruhe von Seiten Softings: letztes Jahr um die Zeit war, wenn ich mich recht erinnere, auch ziemlich Stille. Die Zahlen für Q4 werden ausgewertet und man positioniert sich für Neuaufträge. Ich denke es ist normal, dass hier momentan etwas Stille herrscht und sagt nichts besonderes aus.
Jetzt nochmal zum Thema Öl. Da die US-Berichtssaison ja schon voll im Gange ist, habe ich ein wenig nachgeforscht bei Rockwell Automation, dem großen US-Player, der u.a. auch sehr eng mit OLDI kooperiert. Rockwell und Softing sind sicher nicht direkt vergleichbar, aber es ist mindestens ein benachbarter/nachgelagerter Markt mit vielen sich überschneidenden Kundensegmenten. Rockwell hat gute Zahlen für Q4/2014 präsentiert, mit solidem Wachstum year-on-year (www.zacks.com/stock/news/162110/...earnings-narrows-guidance).
Besonders interessant aber der Ausblick auf 2015 (siehe Earnings Call Transcript hier: www.zacks.com/stock/news/162110/...earnings-narrows-guidance). Laut Rockwell CEO sieht man Sorgen im starken Dollar bei Auslandsgeschäften und wegen der Ölsituation. Man hat wegen des Ölpreisverfalls und des starken Dollars auch die 2015er Guidance gekürzt (jedoch nur im unteren einstelligen Prozentbereich).
Rockwell macht ca. 12% des Umsatzes mit Ölkunden, was sich sicher teils mit OLDIs Geschäft überschneiden wird. Der negative Währungseffekt voni Rockwell ist bei Softing natürlich positiv (sowohl, was ein höheres EPS in EUR durch OLDI angeht, als auch was die Wettbewerbsfähigkeit von Softing-alt im Ausland angeht). Der Ölpreiseffekt ist aber ebenso wie bei Rockwell natürlich negativ für Softing. Konkret sagte Rockwell CEO im Earnings Call zu der Auswirkung des Ölpreisverfalls:
"Just like other suppliers, the oil and gas industry, we are trying to understand the near-term and longer term implications of the rapid decline in the price of oil. We did not see any negative impact to our business in Q1 and our front log [ph] in oil and gas is stable. Most of our oil and gas customers had not yet declared their capital spending plans for calendar 2015, a lot of that will become public in the next several weeks. But at this point, here is out view.
There will be a negative impact on CapEx investment due to the lower price of oil, but the timing of spending cuts is harder to predict. We think oil and gas customers are likely to complete large projects already underway and proceed with those they consider strategic. Generally this industry takes a longer-term view of their CapEx investments. Any negative impact on spending will likely be more significant in exploration especially for unconventional sources.
We expect to see some shift in spending from large projects in exploration to smaller productivity improvement projects in production similar to what weve experienced in the mining industry over the past couple of years.
Lastly, we think midstream and downstream investments are likely to be sustained. Taking all of this into consideration, we see modest risk to our previous sales outlook for fiscal 15 related to lower oil prices."
Wen das Thema Softing und Öl interessiert, für den lohnt es sich, das ganze Earnings-Call Skript durchzulesen. In den Q&A's stellen die Analysten haufenweise bohrende Fragen zu den negativen Auswirkungen des Ölpreisverfalls. Die Kurzantwort (sinngemäß): man kann im Moment noch nicht gut abschätzen um wie viel die Ölfirmen ihre Investitionen runterfahren werden. Es ist klar, dass es zu Rückgängen in den Ausgaben kommt. Allerdings hofft man momentan noch, dass diese nur moderat sind. Die Ölfirmen haben selber ihre Investitionsplanungen noch nicht überarbeitet und daher wartet man auf Feedback. Mittel- und langfristig wird der Markt dennoch als Wachstumsmarkt für Rockwell angesehen. Es ist aber nicht auszuschließen, dass die nächsten zwei Jahre in diesem Bereich recht hart werden.