ist aber interessant. deshalb stelle ich den artikel mal hier rein.....
Kupfer-Höhenflug: Erinnerungen an die Gebrüder Hunt
Der Kupferpreis eilt von Rekord zu Rekord. Mehr als 9100 Dollar kostet die Tonne des roten Metalls inzwischen. An der Metallbörse in London dreht die Großbank JP Morgan ein großes Rad, sie hält einen Großteil der Bestände. Beobachter wittern einen spekulativen Angriff. Aber es gibt durchaus fundamentale Gründe für den Höhenflug des Kupferpreises.
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Händler an der LME: Spekulanten am Werk? Quelle: ReutersLupe
Händler an der LME: Spekulanten am Werk? Quelle: Reuters
HB LONDON. Es ist ein gängiger Reflex: Wenn am Rohstoffmarkt die Kurse explodieren, wird dies schnell Spekulanten in die Schuhe geschoben. Derzeit scheinen diese den Kupfer-Markt gekapert zu haben. Der Preis eilt von Rekord zu Rekord, die Londoner Metallbörse LME gibt bekannt, ein Marktteilnehmer kontrolliere 50 bis 80 Prozent der dort eingelagerten Kupfer-Bestände. Viele fühlen sich an die legendären Silber-Spekulationen der Gebrüder Hunt vor mehr als 30 Jahren erinnert.
Doch so einfach ist die Sache nicht. "Große Positionen sind an der LME nicht ungewöhnlich", betont Rohstoff-Analyst Sven Streitmayer von der LBBW. "Bemerkenswert ist, dass diesmal ein Name durchgesickert ist." Einem Bericht der britischen Zeitung "Telegraph" zufolge hält JPMorgan diese großen Kupfer-Positionen. Brisanz erhält diese Information dadurch, dass der Rohstoff-Handel des US-Institutes von Blythe Masters geleitet wird. Sie gilt als Erfinderin der berüchtigten Kreditausfall-Versicherungen Credit Default Swaps (CDS), die eine zentrale Rolle bei der aktuellen Finanzkrise spielen.
Ein auf Rohstoffe spezialisierter Fondsmanager weist darauf hin, dass JP Morgan zum exklusiven Zirkel der sogenannten "Ring Trader" gehört. Über dieses Dutzend Händler der Kategorie 1 auf dem kreisförmigen LME-Parket läuft ein Großteil des Geschäfts. "Es könnte sich um die Summe vieler kleiner Positionen handeln", fügt der Börsianer hinzu.
Auch einen Zusammenhang mit der geplanten Einführung mit Kupfer hinterlegter börsennotierter Fonds (ETFs) durch JPMorgan und andere Banken können Experten nicht erkennen. Sie glauben nicht, dass die Bank jetzt schon damit beginnt, sich mit physischen Beständen einzudecken: "Es wäre ungewöhnlich, Kapital derart zu binden", sagt ein Händler. "Schließlich kann die Genehmigung bis zu sechs Monaten dauern." Auch gebe es keine Garantie, dass die Behörden grünes Licht gäben.
Ein weiterer Punkt: Die in den LME-Lagerhäusern liegende Kupfer-Menge von insgesamt etwa 350.000 Tonnen ist nur ein Bruchteil des für 2010 auf 19 Millionen Tonnen geschätzten weltweiten Bedarfs.
Börsianer sehen als Haupt-Triebfeder der aktuellen Kupfer-Hausse, die den Preis bislang auf knapp 9100 Dollar je Tonne getrieben hat, vor allem die hohe Nachfrage. Die Förderung werde auf Jahre hinaus dem Bedarf hinterherhinken, betont LBBW-Experte Streitmayer. So benötigt etwa die boomende Automobil-Industrie große Mengen dieses Metalls für Strom- und Datenleitungen in den Fahrzeugen.
Zu den Profiteuren dieser Entwicklung gehört unter anderem Aurubis. Die Aktien von Europas größter Kupferhütte haben sich seit Jahresbeginn um rund 40 Prozent verteuert und kletterten zeitweise auf ein Rekordhoch. Die europäischen Minenwerte haben in den vergangenen Monaten kräftig zugelegt.
Als Parade-Beispiel für den Versuch, einen Markt zu "cornern", gelten die Spekulationen von Bunker und Herbert Hunt in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Sie kauften große Mengen an Silber auf und trieben den Preis binnen weniger Jahre von knapp zwei auf bis zu 53,50 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). 1980 setzte die US-Terminbörse Comex den Silber-Handel aus und löste damit einen Kurssturz aus. Die Gebrüder Hunt, auf deren Geschichte die Kinokomödie "Die Glücksritter" mit Eddie Murphy und Dan Aykroyd basiert, blieben am Ende auf Milliardenverlusten sitzen.
schaun mer mal