Siemens will bis zu 600 Jobs nach China verlagern


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Siemens will bis zu 600 Jobs nach China verlagern

 
06.02.04 10:54
Arbeitsplätze am Standort Bruchsal in Baden-Württemberg betroffen

Der Siemens-Konzern will bis zu 600 Arbeitsplätze von Deutschland nach China verlagern. Betroffen ist der Standort Bruchsal der Netzwerksparte ICN in Baden-Württemberg mit insgesamt rund 1400 Beschäftigten.

München (AFP) - Der Siemens-Konzern will bis zu 600 Arbeitsplätze von Deutschland nach China verlagern. Betroffen sei der Standort Bruchsal der Netzwerksparte ICN in Baden-Württemberg mit insgesamt rund 1400 Beschäftigten, sagte eine Sprecherin des Unternehmens in München.

Derzeit würden Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern geführt. In Bruchsal werden so genannte DSL-Modems hergestellt, die nach Angaben der Sprecherin woanders kostengünstiger produziert werden könnten.

"Siemens denkt an eine Verlagerung nach China", fügte die Sprecherin hinzu. Sie versicherte zugleich, der Stellenabbau solle so schonend wie möglich - beispielsweise durch Verrentung oder Versetzung von Mitarbeitern in andere Bereiche - gestaltet werden. Der Standort Bruchsal insgesamt sei nicht gefährdet.

www.rp-online.de/public/article/...irtschaft/deutschland/35938


Forum zu Aktie/Zertifikat: Siemens
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???
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sir charles:

zum kotzen

 
06.02.04 11:06
Überall dasselbe, kann woanderst billiger produziert werden.

Mit der alten Welt geht es zuende. Habt ihr gewußt das CIA  und FBI
auch durch Spionage in Europa versuchen den AMI-Firmen zu helfen.

Hat Bush angeordnet. Wir sind nurmehr von Billigländern umgeben die für einen
Apfel und Ei arbeiten. Sicher alles sehr hilfreich im Bezug auf die Arbeitslosenzahlen.

Die Fusioniererei und Abwanderung in Billiglohnländern der letzten  15 Jahren
fällt uns auf den Kopf. Was nutzt mir das alles, wenn z.B. ein Auto nur meher
10.000 euro kostet und ich habe sie nicht?

Alle denken nur in eine Richtung. Die Globalisierungsfalle !!
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ALDY:

Wieso, weshalb, warum? Friendly Takeover

 
06.02.04 11:11
Friendly Takeover
Von Rudolf Strahm

Rudolf Strahm ist Nationalökonom, Chemiker und SP-Nationalrat.
«Wir in Davos suchen nach sehr pragmatischen Wegen, um die Situation in der Welt zu verbessern. Am Weltsozialforum geht es um ideologische Diskussionen.»
Klaus Schwab, Präsident Weltwirtschaftsforum Davos


In Davos die PragmatikerInnen, in Porto Alegre und Mumbai die IdeologInnen. –
So kam die Botschaft aus Davos. Schauen wir einmal jenseits aller Ideologien in einen «Weltwirtschaftsbetrieb» hinein, in eine Produktionsverlagerungsfirma in Indien, die für die schweizerische Postfinance, für Ascom und für verschiedene schweizerische Versicherungsgesellschaften als neue Arbeitsstätte für ausgelagerte Informatikdienstleistungen fungiert. Wir haben sie nach dem Weltsozialforum in Bombay besucht.

Die Firma Datamatics ist eine aufstrebende und für indische Verhältnisse sehr gut gemanagte Firma. Sie arbeitet zu hundert Prozent für den Export von Informatikdienstleistungen. Ihren Sitz hat sie in der Zollfreizone Seepz in Bombay. Das ist eine Zero-Tax-Zone: keine direkten Steuern, keine Zölle, keine Mehrwertsteuer, massiv reduzierter Grenzformularkrieg. Die Freizone mit über hundert Firmen ist eingezäunt wie ein Militärareal, mit uniformierten Wächtern, Batch-Kontrollen beim Eingang und elektronischer Überwachung jeder Personenbewegung.

In der Firma Datamatics arbeiten 2000 Personen, praktisch zu hundert Prozent indische UniversitätsabsolventInnen, in den Bereichen Ingenieurwissenschaften, Informatik, Mathematik und Technologie, die Hälfte davon mit Postgraduate-Weiterbildung (Master, Doktorat). Das Umsatzwachstum betrug zuletzt etwa 25 Prozent pro Jahr. Fast alle MitarbeiterInnen – ein gutes Drittel sind Frauen – sind zwischen 25- und 35-jährig. Sie sind optimistisch, zukunftsgläubig, leben mit dem Gefühl der ökonomischen Aufbruchstimmung.

Eine grosse Abteilung in einem Grossraumbüro arbeitet für wissenschaftliche Zeitschriften («Lancet», «Elseviers»), indem sie am Bildschirm die Artikel formatiert, die Fussnoten platziert und die Abstract-Kennwörter für globale Suchmaschinen extrahiert. Die Artikel werden online von den Autoren und Forscherinnen an den Universitäten respektive von den Redaktionen irgendwo auf der Welt abgeschickt und im indischen Grossraumbüro meistens von Frauen mit guten Sprach- und Imformatikanwenderkenntnissen zurechtgemacht. Sie arbeiten acht Stunden pro Tag. Gearbeitet wird in drei Schichten, also rund um die Uhr, an sieben Wochentagen. Die Arbeitnehmenden haben für indische Verhältnisse gute Arbeitsbedingungen mit Sechstagewoche zu acht Stunden, mit einer Woche bezahlten Ferien pro Jahr und zwei zusätzlich bezahlten, gesetzlichen Feiertagen. Der Lohn beträgt etwa 10 000 Rupien pro Monat, das sind etwa 300 Franken oder drei- bis sechsmal mehr als derjenige eines Taxichauffeurs.

Eine andere Abteilung von Datamatics besteht aus EntwicklungsinformatikerInnen, die in Zehnerteams an Informatikprojekten arbeiten. Ein Zehnerteam tüftelt an Informatiklösungen für die schweizerische Postfinance. Andere Teams entwickeln massgeschneiderte Softwarelösungen für Ascom-Verkehrsautomaten, die nach Asien geliefert werden. Ticketautomatensysteme müssen für jede Stadt und jede Währung angepasst werden. Es braucht massgeschneiderte Lösungen und nach der Lieferung wiederholte Anpassungen. Die Hardware, die Automaten selber, werden von Ascom in der Schweiz gefertigt. Die Präzisionsarbeit am physischen Material ist – trotz hohen Löhnen – in der Schweiz günstiger, dank hoher Berufsbildung der PolymechanikerInnen und TechnikerInnen. Doch die Software wird von der indischen Firma im Auftragsverhältnis entwickelt und geliefert.

Die EntwicklungsingenieurInnen arbeiten fünf Tage in der Woche und verdienen zwischen 300 000 und 800 000 Rupien pro Jahr, das sind 9000 bis 25 000 Franken Jahreslohn. In der Schweiz rechnet Postfinance etwa mit 250 000 Franken Arbeitsplatzkosten für eineN InformatikerIn (brutto, unter Einbezug aller Lohnnebenkosten). Die totalen Kosten stehen allerdings nicht in einem Verhältnis von zehn zu eins, denn durch die Produktionsverlagerung nach Indien entstehen Transaktionskosten. Die Leitung von Postfinance Schweiz rechnet bei der Produktionsverlegung nach Indien mit einer Lohnkosteneinsparung von etwa zwei Dritteln der hiesigen Kosten.

Die indische Firma arbeitet – vorläufig – als blosser Subcontractor, sie ist reiner Zulieferer, das vermarktete Endprodukt kommt ausschliesslich vom Konzern in der Schweiz, der die Wertschöpfung des Innovationsvorsprungs für sich beanspruchen kann.

Vorläufig deshalb, weil andere indische Firmen bereits in der Lage sind, Eigenprodukte auf dem Weltmarkt anzubieten. Zum Beispiel die Tata Consultancy Services, die wir auch besucht haben. Diese Firma mit 27 000 Beschäftigten (davon achtzig Prozent Uni-AbsolventInnen) besorgt nicht nur sämtliche Voucher-Abrechnungen für die Swiss (früher auch die Swissair), sondern auch für die Austrian Airlines und andere Fluggesellschaften.

So manifestiert sich der Weg der Globalisierung, der Weg in die globale Wissens- und Kommunikationsgesellschaft. Nüchtern gesehen.

Ist von hier www.woz.ch/wozhomepage/6j04/friendly6j04.htm

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Das gibt vielleicht eine Idee, weshalb die Arbeitsplätze sich hier verabschieden. Wäre wirklich interessant zu Wissen, was die Warnstreiker der IG Metall so dazu meinen

Aldy
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Poseidon:

freie Marktwirtschaft Sir Charles o. T.

 
06.02.04 11:12
Antworten
sir charles:

Freie Marktwirtschaft ist gut

 
06.02.04 11:15
Es wird halt bald keinen Markt mehr geben in Europa.

Schau dir Mal die Arbeitslosenstatistiken an. Ich glaube kaum das das
Heer von Arbeitslosen eine tolle Kaufkraft besitzt.

Und dazu noch Millionen von Pensionisten.

Bin ich Froh kein Politiker zu sein! Echt! Die Scheiße möchte ich nicht
am Hals haben.

mfg
SC
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sir charles:

Unwürdige Arbeitsbedingungen bei Computerzuliefere

 
06.02.04 11:23
Unwürdige Arbeitsbedingungen bei Computerzulieferern

Ein Bericht zeigt die untragbaren Zustände in Unternehmen auf, die an Großkonzerne Computerbauteile liefern

  Ein neuer Bericht der katholischen Entwicklungshilfe-Organisation Cafod über die Arbeitsbedingungen in Computerzuliefer-Firmen in Entwicklungsländern, sorgt für heftige Diskussionen unter den Big-Playern der Branche.

"Clean up your Computer"

Unter dem Titel "Clean Up Your Computer" veröffentlichte Cafod die Ergebnisse von Untersuchungen in den Fertigungswerken der Computerzuliefer-Betriebe. Viele dieser Unternehmen fertigen für de Big Player der Branche - etwa für Dell, Hewlett Packard (HP) und IBM. Der Report wird von Dell - laut Medienberichten - als "Weckruf an die gesamte Branche" bezeichnet.

Unwürdige Arbeitsbedingungen

Laut Cafod würden viele Firmen ihre Mitarbeiter unter unmenschlichen, unwürdigen, diskriminierenden und untolerierbaren Arbeitsbedingungen werken lassen. Cafod fordert nun die Unternehmen auf, mehr Verantwortung für diese Arbeiter zu übernehmen und ordentliche Arbeitsbedingungen von ihren Zulieferern zu verlangen. "Einige der genannten Beispiele, die in dem Bericht genannt werden, sind in klarem Widerspruch zu den unseren Firmenwerten", so Barry French von Dell gegenüber der BBC.

High-Tech unter niedrigen Bedingungen

Laut Cafod-Analystin Katherine Astill ist "die derzeitige Situation absolut inakzeptabel. Die Produkte mögen zwar auf dem letzten und höchsten Stand der Technik sein, die Arbeitsbedingungen sind aber auf einem sehr niedrigen Niveau". Die in dem Bericht erwähnten Firmen sitzen in Mexiko, Thailand und China und bieten alle samt keine UN-konformen Arbeitsbedingungen. In einem Werk in Guadalajara, Mexiko, so berichtet Cafod, gab es diskriminierende und erniedrigende "Aufnahme-Tests". So wurde eine Frau gezwungen sich bei dem Aufnahme-Gespräch zu entkleiden, musste Untersuchungen ihrer Intimzonen (offiziell wurde nach Tätowierungen gesucht) und einen Schwangerschaftstest über sich ergehen lassen, und dies nur um am Förderband Drucker zu fertigen. Jene drei Arbeiter in dem Werk in Guadalajara, die sich von Cafod-Mitarbeitern interviewen ließen, wurden wenige Tage danach entlassen.

Interviews mit Arbeitern

Im Zuge der Cafod-Untersuchungen wurden Arbeiter der Zuliefer-Firmen befragt. Die Ergebnisse der Untersuchungen sind mehr als nur schockierend. So berichten Arbeiter eines IBM-Zulieferers, dass es verschiedenste Gründe der Firmen gäbe um Leute nicht einzustellen, so etwa Homosexualität, mehr als zwei Tätowierungen, einen Anwalt als Vater, Engagement in einer Gewerkschaft oder Schwangerschaft. In den untersuchten Unternehmen bekamen die Arbeiter weder entsprechenden Lohn, noch entsprechende soziale Absicherungen. Bei einem IBM-Zulieferer sind auch Urlaube und Pensionen Fremdworte. Viele Arbeitnehmer wüssten auch gar nicht über ihre Rechte und Pflichten Bescheid, so der Bericht.

Gesundheitsprobleme

In Taiwan wiederum fanden die Cafod-Mitarbeiter illegale Arbeitsverhältnisse zum Nachteil der Arbeitnehmer vor. Ebenso wurden schwere Mängel beim Umgang mit gefährlichen Stoffen festgestellt. "Einige Unternehmen bieten ihren Arbeitern nicht einmal ein Minimum an Gesundheitsvorsorge und Sicherheitsvorkehrungen an", so Astill. In China sind Arbeitstage zwischen 12 und 16 Stunden keine Seltenheit. Zehn Stunden Monitortests ohne eine Pause und das zum Minimumlohn, stehen ebenfalls an der Tagesordnung.

Änderungen angekündigt

Ein Sprecher von HP meldete, dass es bereits seit einiger Zeit Gespräche und Verhandlungen mit Zulieferern gäbe, um so sicher zu stellen, dass die Arbeiter unter fairen Bedingungen werken können. Nach der Veröffentlichung des Berichts haben die Big-Player weitere Untersuchungen und Änderungen angekündigt. Auch IBM sagte, dass bereits Maßnahmen gesetzt würden.

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jgfreeman:

hoffentlich geht noch mehr nach china,

 
06.02.04 11:23
dann kapieren die politiker endlich, was sie hier anrichten. schön alle steuervergünstigungen rauspressen, ins ausland verlagern und die arbeitsplätze hinterher! :-)

nur so besteht die chance auf eine einsicht beim dt. michel. entweder man handelt, oder man wird behandelt!

grüße,
JG

www.chart-me.de
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ALDY:

Sieger: Einsicht? Das ist eine oneway decision

 
06.02.04 12:04
Wenn erst einmal die Fertigung / Dienstleistung verlagert wurde, dann ist der know how Vorsprung futsch! Siehe Posting 2:
...
Die indische Firma arbeitet – vorläufig – als blosser Subcontractor, sie ist reiner Zulieferer, das vermarktete Endprodukt kommt ausschliesslich vom Konzern in der Schweiz, der die Wertschöpfung des Innovationsvorsprungs für sich beanspruchen kann.

Vorläufig deshalb, weil andere indische Firmen bereits in der Lage sind, Eigenprodukte auf dem Weltmarkt anzubieten.
...

Aldy
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kaiamann:

Ein Unternehmen ist ein Wohltätigkeitsverein,

 
06.02.04 12:18
anscheinend sind die Arbeitsbedingungen und Verdienstmöglichkeiten in diesen Ländern sonst noch schlechter, sonst würden die Leute dort nicht arbeiten
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