Insolvente Ufa verhandelt mit Investor
Mitgesellschafter Cinemaxx von der drohenden Pleite betroffen
Von Louis Posern
Berlin - Der von der Zahlungsunfähigkeit bedrohte Kinobetreiber Ufa Theater GmbH steht nach eigenen Angaben vor dem Abschluss von Verhandlungen mit einem Investor. Ein Ufa-Sprecher sagte der WELT, die Gespräche seien weit fortgeschritten und sollten bald abgeschlossen werden. Es handele sich um einen deutschen Interessenten aus der Kinobranche, aber nicht um einen Konkurrenten. Nähere Angaben wolle er nicht machen. In der Branche sind die Verhandlungen seit einigen Wochen bekannt, wurden aber nicht für ernst genommen. "Das kann nur etwas Unseriöses sein", spottet ein Konkurrent.
Sollte sich die Ufa mit einem Investor einigen, würde das auch die Cinemaxx erleichtern. Denn der Insolvenzantrag der Ufa bringt den Mitgesellschafter Cinemaxx in Bedrängnis, wenn auch "nicht existenziell", wie ein Unternehmenssprecher sagte. Sollte die Insolvenz eröffnet werden, müsste Cinemaxx die Beteiligung komplett abschreiben. Mit 9,9 Mio. Euro steht sie derzeit noch in der Bilanz. Die Eigenkapitaldecke würde dies empfindlich schmälern. Im Halbjahresbericht hatte die Cinemaxx noch 10,5 Mio. Euro in den Büchern.
Immerhin steht laut Unternehmensangaben noch ein Gesellschafter-Darlehen von 20 Mio. Euro zur Verfügung, das in Eigenkapital umgewandelt werden könnte, wenn es ganz eng werden sollte.
Unterdessen bleibt die Lage bei der Ufa auch nach Bekanntgabe des Insolvenzantrages unklar. Ein großes Fragezeichen steht hinter der Frage, wie viele Kinos das Traditionsunternehmen künftig noch betreiben kann. Die Heinz Riech Filmtheater GmbH, ehemaliger Mitgesellschafter, klagt seit Mai gegen die Ufa und verlangt die Räumung von 15 Häusern. Der Eigentümer und Geschäftsführer der Gesellschaft, Volker Riech, hat seit Frühjahr keine Miete mehr für die Gebäude bekommen, die die Ufa bei ihm gemietet hat. Die Ufa wollte so die Insolvenz wegen der knappen Liquidität verhindern. Riech lehnt eine Senkung der Mieten weiterhin ab. Er habe die Miete schon im vergangenen Jahr reduziert, "bis an die Grenze des Möglichen". Aber reduzierte Mieten sind ein Kernpunkt des Sanierungskonzepts der Ufa.
Riech fehlt, seit er nicht mehr Gesellschafter ist, das Interesse die Ufa GmbH am Leben zu erhalten. Dem Vernehmen nach haben die beiden amerikanischen Fondsgesellschaften Apax und Pricoa, die nun 90 Prozent der Ufa-Anteile halten, Riech trotzdem ausbezahlt um endlich klare Verhältnisse zu schaffen.
Gruß
Nobody II