SdK zweifelt MLP-Bilanz an

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SdK zweifelt MLP-Bilanz an Happy End

SdK zweifelt MLP-Bilanz an

 
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Die Aktionärsschützer setzen nach. Auch sie halten die Bilanzierungspraktiken des Dax-Unternehmens für fragwürdig.  

Die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) hat neuerlich Zweifel an den Bilanzierungsmethoden des Finanzdienstleisters MLP angemeldet. Es sei fraglich, ob der für 2001 vorgelegte Jahresabschluss ein tatsächliches Bild der MLP AG liefere, heißt es in einer Pressemitteilung der SdK.

Die Aktionärsschützer forderten das Unternehmen erneut auf, den Wirtschaftsprüfer zu wechseln und eine Sonderprüfung durchzuführen. Die Bereitschaft dazu solle der Finanzdienstleister bei der Bekanntgabe der Quartalsergebnisse zeigen, die für diesen Dienstag erwartet werden.

Termühlen hält an Prognosen fest

MLP-Vorstandschef Bernhard Termühlen sagte unterdessen in einem Zeitungsinterview, er sehe keinen Grund, die Wachstumsprognosen für das Unternehmen zu ändern. Zuvor hatte er mehrmals gesagt, MLP wolle bis zum Jahr 2010 jährlich um 30 Prozent wachsen.

Termühlen räumte allerdings ein, dass es nach den Kursturbulenzen der vergangenen Tage zu einem Rückgang des Geschäft kommen könne.
     
   Das Anlegermagazin Börse Online hatte in der vergangenen Woche behauptet, MLP habe seinen Gewinn durch eine Vorfinanzierung der Abschlusskosten für Lebensversicherungspolicen durch Rückversicherungen künstlich aufgebläht und sich damit hohe Verpflichtungen für die Zukunft aufgebürdet.

Die Aktie des Dax-Unternehmens hatte darauf hin binnen zwei Tagen rund ein Drittel ihres Börsenwertes verloren. Nach Reuters-Berechnungen war dies der größte Zweitages-Verlust einer im Dax notierten Aktie überhaupt.

Am Montag erholte sich der Kurs deutlich [ 47.19 EUR  15.80%   ] . Händler sprachen von einer „rein technischen Kurserholung“.

„Rückversicherer haben nichts zu verschenken“

Auch die SdK kritisiert vor allem die Bilanzierung der Rückversicherungsgeschäfte. Es sei unerheblich, ob der Saldo aus diesen Geschäften als Schulden bezeichnet werden müssten, teilte der Interessenverband mit.

Der Saldo müsse über die Jahre ausgeglichen werden, „da Rückversicherungsgesellschaften in der Regel kein Geld zu verschenken haben“.

Es sei bedenklich, dass MLP die Vorfinanzierung so exzessiv nutze, dass Gewinne entstünden, die ausgewiesen, versteuert und als Dividende ausgeschüttet würden. Auch wenn MLP betone, dass die Bilanzierung korrekt nach dem Handelsgesetzbuch vorgenommen wurde, sei fraglich, ob der Abschluss richtig sei.

Die Rückversicherungsgeschäfte hätten nach Ansicht der SdK im Anhang erläutert werden müssen. Die Aktionärsschützer sind außerdem der Ansicht, dass die als Gewinne verbuchten Einnahmen aus dem Verkauf von MLP-Leben-Aktien an Mitarbeiter zumindest im DVFA-Ergebnis bereinigt werden müssten.


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