...ganz interessant dabei die einschätzungen weiter unten...
FOKUS 1 - Euro wegen Sorgen über US-Wirtschaft auf Wochenhoch=
Frankfurt (Reuters), 26. Jun (Reuters) - Zweifel an einer
baldigen Erholung der US-Konjunktur haben den Dollar am Dienstag
vor der für Mittwoch erwarteten sechsten US-Leitzinssenkung in
diesem Jahr gedrückt. Der Euro legte zeitweise mehr als
einen halben US-Cent auf ein Wochenhoch von 0,8651 Dollar zu,
gab dann aber wieder etwas nach. "Der Markt sieht die
US-Konjunktur misstrauischer", sagte Jörg Isselmann von der
BHF-Bank. Wenn die US-Notenbank die Zinsen nochmals um 50
Basispunkte senke, könne sie nichts mehr für eine
Konjunkturbelebung tun. Ein Ende der Schwächephase der
US-Wirtschaft sei aber noch nicht in Sicht.
Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank beginnt am
Nachmittag seine Zinssitzung und wird seine Entscheidung am
Mittwoch um 20.15 Uhr MESZ bekannt geben.
An der Wall Street herrscht Gewissheit, dass die
US-Notenbank Federal Reserve nach ihren fünf Zinssenkungen um
insgesamt 2,50 Prozentpunkte in diesem Jahr die Geldpolitik
erneut lockern wird. Die Frage ist Analysten zufolge nur, ob sie
noch einmal einen halben Prozentpunkt nach unten geht oder es
bei 25 Basispunkten belässt. Die Mehrheit setzte zwar noch auf
den kleineren Schritt, aber das 50-Basispunkte-Lager ist in den
vergangenen Tagen gewachsen. Inzwischen kämen jedoch Zweifel
auf, ob in diesem Jahr überhaupt noch mit einer Erholung der
US-Konjunktur zu rechnen ist, sagte Isselmann. "Bisher ist in
den Kursen viel Optimismus über die Erholung der US-Konjunktur
enthalten, jetzt passt sich der Devisenmarkt etwas an."
Zudem gebe es Vermutungen, dass der Fed angesichts der
anhaltend schwachen Konjunktur ein starker Dollar nicht recht
sein könne, sagte Isselmann. Das habe dem Euro am Morgen zu
seinem Wochenhoch von rund 0,8650 Dollar verholfen. Mit Blick
auf die erwartete Zinssenkung wachse im Handel zudem die Sorge,
dass die Notenbank danach keine Möglichkeit mehr hat, der
Konjunktur mit niedrigeren Zinsen auf die Beine zu helfen. Auch
Sonja Hellemann von Dresdner Kleinwort Wasserstein sagte: "Eine
Zinssenkung wird nicht mehr positiv bewertet." Nun müsse es
dringend Wirtschaftsdaten geben, die eine Erholung der
US-Konjunktur belegten, sagte Isselmann.
US-Wirtschaftsminister Paul O'Neill trat erneut
Befürchtungen entgegen, die US-Wirtschaft sei bereits in einer
Rezession, weise also Minuswachstum auf. Die Wirtschaft sei nur
in einer Abkühlungsphase und brauche noch einige Zeit, um ihr
Wachstum zu beschleunigen, hatte er am Montagabend gesagt.
Volkswirte gehen davon aus, dass es in den USA sechs bis neun
Monate dauert, bis eine Zinssenkung sich in mehr Wachstum
niederschlägt.
Am Nachmittag wird der Markt Händlern zufolge besonders auf
die Daten zum US-Verbrauchervertrauen im Juni achten, die um
16.00 Uhr MESZ veröffentlicht werden. Von Reuters befragte
Volkswirte erwarten einen Rückgang auf 114,2 Punkte von 155,5
Punkten im Vormonat. Im Februar hatte das Stimmungsbarometer mit
109,2 Punkten ein Vierjahrestief erreicht. "Das
Verbrauchervertrauen könnte den Bedarf für eine Zinssenkung um
50 Basispunkte unterstreichen", sagte Francesca Fornasari,
Devisenexpertin von Lehman Brothers in London.