Den Letzten beißen die Hunde, das war schon immer so in der Wirtschaft und momentan scheint keiner recht zu wissen wer wirklich der Letzte ist.
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Dieser Textausschnitt aus dem ZEIT-Interview mit Professor Dr. Horst Friedrich, der seit 2004 das Institut für Fahrzeugkonzepte beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Stuttgart leitet, ist mMn ein MUST-READ für Schaeffler-Aktionäre. Friedrich bestätigt darin meine These, dass uns herkömmliche Benzinautos noch viele Jahrzehnte erhalten bleiben werden. Besonders relevante Stellen habe ich rot markiert.
In dem Kontext möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass Schaeffler 50 % des Umsatzes mit Ersatzteilen für Gebrauchtwagen (Benziner und Diesel) erwirtschaftet.
www.zeit.de/mobilitaet/2018-09/...strecke-kurzstrecke-eignung
...ZEIT ONLINE: Wie sieht unsere Mobilität nach Ihrer Einschätzung in fünf und zehn Jahren aus – wird sie sichtbar anders sein?
FRIEDRICH: Fünf und auch zehn Jahre sind sehr kurze Zeiträume, wenn man an die langen Entwicklungszeiten der Fahrzeugindustrie denkt. Wir haben an unserem Institut die Entwicklung der Mobilität unter realistischen Parametern wie etwa dem Ausbau der Infrastruktur simuliert. Die Berechnungen zeigen eine Zunahme der Elektromobilität in Städten. Bis zum Jahr 2025 wird es keine nennenswerten Veränderungen der verwendeten Antriebe auf unseren Straßen geben. 2040 gehen wir davon aus, dass gut 80 Prozent der Neufahrzeuge in Deutschland elektrifizierte Antriebe haben. Die 80 Prozent [in 2040, A.L.] beziehen sich aber nicht auf den Fahrzeugbestand, sondern auf Neuzulassungen. Das will ich besonders betonen, damit kein Missverständnis entsteht.
(Meine abschließende Einschätzung zur Zukunft Schaefflers findet ihr am Ende des Posting nach der ------ Linie.
zu # 805:
"[Es geht] um Wasserstoff - der im Gegensatz zum Elektrofahrzeug
deutlich komplizierter [ist] und damit europäische Vorherrschaft auf dem
Gebiet des Autobauens sichern soll."
Der Satz enthält einige (Denk-)fehler.
Mit
"Wasserstoff" meinst du vermutlich, dass Brennstoffzellen als
Energiespeicher verwendet werden sollen. Brennstoffzellen liefern
elektrischen Strom, der dann einen Elektro-Motor antreibt. Der in deinem
Satz beschriebene "Gegensatz zum Elektroauto" existiert daher nicht.
Auch Wasserstoff-Technik speist Elektromotoren in Elektroautos. Der Strom für den Elektromotor kommt dann nur nicht, wie bei Tesla und Co., aus Lithium-Akkus, sondern eben aus der mit Wasserstoff befüllten Brennstoffzelle.
Der große Vorteil der Brennstoffzelle ist, das sie
eine ähnliche Energiedichte hat wie das gleiche Volumen Benzin im herkömmlichen Benzintank. D.h. die
Reichweitenprobleme aus der Akku-Technik wären vom Tisch. Kostenmäßig soll der Ausbau eines bundesweiten Wasserstoff-Tankstellennetzes sogar (Studien zufolge) günstiger sein als der Ausbau einer flächendeckenden Lade-Infrastruktur.
Es spricht daher Einiges für die Wasserstofftechnik. Zu ihren Nachteilen zählt, dass sie potenziell gefährlicher ist (Wasserstoff bildet zusammen mit Luft hochexplosives Knallgas).
Sollte sich langfristig die Batterietechnik durchsetzen, könnte diejenige Firma, die eine geniale neue Akku-Technik ertüftelt (Bosch?
Siemens? Schaeffler?) und patentiert, an der Börse zur "nächsten Microsoft" werden.
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Ungeachtet dessen gilt, was aus # 812 hervorgeht: Herkömmliche Benziner wird es noch viele Jahrzehnte auf unseren Straßen geben, und die vielen herkömmlichen Autos werden auch weiter herkömmliche Ersatzteile (u. a. von Schaeffler) benötigen. Die Umstellung auf E-Mobilität dürfte derart langsam vonstatten gehen, dass es flexiblen Firmen wie Schaeffler keine Probleme bereiten sollte, sich den veränderten Marktbedingungen sukzessive anzupassen.
Fraglich allerdings bleibt - und dieses Fragezeichen ist groß - ob Schaeffler auch bei E-Autos einer der Marktführer für Ersatzteile bleiben kann. Kodak hatte sich ja auch rechtzeitig auf die Konkurrenz durch digitale Fotografie eingestellt - und ist später trotzdem pleite gegangen, weil die Digitaltechnik andere Global Player (u. a. Panasonic, Samsung, Sony) hervorbrachte.
Diese Probleme dürften aber erst in frühestens zehn Jahren relevant werden.
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