Deutsche Börse: Sanktionsverfahren gegen EM.TV, Softmatic und Sunburst
Von Annette Entreß, Hamburg
Die Deutsche Börse wird ein Sanktionsverfahren gegen EM.TV, Softmatic und Sunburst einleiten. Die drei Neuer-Markt-Unternehmen haben trotz Fristverlängerung ihren Jahresabschluss für 2000 noch nicht eingereicht.
Wie hoch die Sanktionen sein könnten, ist unklar. Nach den Regeln der Deutschen Börse wird das Strafmaß festgelegt, wenn der Jahresabschluss eingereicht ist. "Der Schwerpunkt wird auf Geldstrafen liegen", sagte Börsen-Sprecherin Ursula Schneider der Online-Ausgabe der FTD.
EM.TV will nächste Woche nachreichen
EM.TV will den testierten Jahresabschluss "Anfang nächster Woche" einreichen, sagte Firmensprecherin Stefanie Schusser. Grund für die Verzögerung seien die Firmenkäufe des vergangenen Jahres gewesen. "Wir haben wesentliche Akquisitionen getätigt, die alle nach unterschiedlichen Rechnungslegungen bilanziert werden", sagte Schusser und nannte die Tele-München-Gruppe, das Muppet-Unternehmen Jim Henson und die Formel-1-Beteiligung. EM.TV bilanziert nach IAS. Ein weiterer Grund für die Verzögerung sei gewesen, dass der Einstieg Leo Kirchs bei EM.TV am Anfang des Jahres "Ressourcen gebunden" habe.
Höchststrafe Delisting
Wenn Unternehmen am Neuen Markt gegen Publizitätsregeln verstößen, kann die Börse die Firmen abmahnen, eine Geldbuße bis 100.000 Euro verhängen oder das Unternehmen vom Neuen Markt ausschließen. Allgemein müssen Firmen am Neuen Markt drei Monate nach Ablauf des Geschäftsjahres ihren Abschluss einreichen und können eine Fristverlängerung von vier Wochen beantragen. Für EM.TV, Softmatic und Sunburst lief die Frist Ende April aus. Der Lizenzvermarkter Sunburst hatte Mitte April ein Insolvenzverfahren beantragt.
Das Strafmaß werde gering ausfallen, wenn die Unternehmen jetzt zügig nachliefern, sagte Börsen-Sprecherin Schneider. "Die Fristverzögerung hat ja gerade erst begonnen."
© 2001 Financial Times Deutschland
Von Annette Entreß, Hamburg
Die Deutsche Börse wird ein Sanktionsverfahren gegen EM.TV, Softmatic und Sunburst einleiten. Die drei Neuer-Markt-Unternehmen haben trotz Fristverlängerung ihren Jahresabschluss für 2000 noch nicht eingereicht.
Wie hoch die Sanktionen sein könnten, ist unklar. Nach den Regeln der Deutschen Börse wird das Strafmaß festgelegt, wenn der Jahresabschluss eingereicht ist. "Der Schwerpunkt wird auf Geldstrafen liegen", sagte Börsen-Sprecherin Ursula Schneider der Online-Ausgabe der FTD.
EM.TV will nächste Woche nachreichen
EM.TV will den testierten Jahresabschluss "Anfang nächster Woche" einreichen, sagte Firmensprecherin Stefanie Schusser. Grund für die Verzögerung seien die Firmenkäufe des vergangenen Jahres gewesen. "Wir haben wesentliche Akquisitionen getätigt, die alle nach unterschiedlichen Rechnungslegungen bilanziert werden", sagte Schusser und nannte die Tele-München-Gruppe, das Muppet-Unternehmen Jim Henson und die Formel-1-Beteiligung. EM.TV bilanziert nach IAS. Ein weiterer Grund für die Verzögerung sei gewesen, dass der Einstieg Leo Kirchs bei EM.TV am Anfang des Jahres "Ressourcen gebunden" habe.
Höchststrafe Delisting
Wenn Unternehmen am Neuen Markt gegen Publizitätsregeln verstößen, kann die Börse die Firmen abmahnen, eine Geldbuße bis 100.000 Euro verhängen oder das Unternehmen vom Neuen Markt ausschließen. Allgemein müssen Firmen am Neuen Markt drei Monate nach Ablauf des Geschäftsjahres ihren Abschluss einreichen und können eine Fristverlängerung von vier Wochen beantragen. Für EM.TV, Softmatic und Sunburst lief die Frist Ende April aus. Der Lizenzvermarkter Sunburst hatte Mitte April ein Insolvenzverfahren beantragt.
Das Strafmaß werde gering ausfallen, wenn die Unternehmen jetzt zügig nachliefern, sagte Börsen-Sprecherin Schneider. "Die Fristverzögerung hat ja gerade erst begonnen."
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