Von Thomas Miskell, Analyst bei S&P-MarketScope
2. Nov. 2001 Steag Hamatech, Weltmarktführer bei Maschinen für die Herstellung von einmalbespielbaren Compact Disks (CD-R) hatte erst im Oktober die vierte Gewinnwarnung im laufenden Jahr veröffentlicht. In der Folge rechnete der Markt mit etwas schlechteren Neun-Monatszahlen als sie jetzt berichtet wurden.
Der Umsatz ist im Jahresvergleich um 38 Prozent auf 99,1 Millionen Euro gefallen. Das Ergebnis vor Zinsen, Abschreibungen und Steuern lag mit 22,5 Millionen Euro im Minus, selbst wenn man Einmaleffekte herausrechnet bleibt ein Betrag von minus 13,4 Millionen Euro. Das Nettoergebnis war mit einem Verlust von 19,1 Millionen Euro sogar noch schlechter als die 11,7 Millionen im Vorjahr. Wir können uns mit diesen Zahlen nicht anfreunden und wiederholen unsere Verkaufsempfehlung. Für das gesamte Jahr 2001 dürfte der Verlust pro Aktie bei 90 Cents liegen, weitere Verluste im Jahr 2002 dürften folgen.
Prognosen wenig ermutigend
Die Prognosen des Unternehmens für den Rest des Jahres und für 2002 sind alles andere als ermutigend. Der Umsatz für das Gesamtjahr wird gerade einmal auf 120 Millionen Euro geschätzt. Im vierten Quartal könnten Abschreibungen nötig werden, falls einige Kunden die Begleichung erfüllter Aufträge verzögern sollten. Der Auftragseingang für die ersten neun Monate lag mit 140,2 Millionen Euro zwar nur vier Prozent unter der Vorjahreswert, aber der Auftragsbestand ist um 20,2 Prozent auf 115,3 Millionen Euro gefallen. Das deutet nicht auf einen höheren Umsatz im kommenden Jahr hin. Steag Hamatech sagt, dass der Preisdruck nach dem Ausscheiden zweier Wettbewerber frühestens in neun bis zwölf Monaten bemerkbar werde. Das volle Resultat der Kostensenkungsmaßnahmen - bisher wurden die Verwaltungskosten um 30 Prozent reduziert - wird sich im zweiten Quartal 2002 bemerkbar machen.
Wir betrachten den Produkt-Mix des Unternehmens weiterhin skeptisch. Die Abhängigkeit vom CD-R-Segment, das 57 Prozent der in den ersten neun Monaten herein gekommenen Order ausmacht, ist noch zu groß. Aufträge für die wiederbeschreibbaren CD-RW- und DVD-RW-Formate sind von 9,8 Millionen auf gerade einmal 0,6 Millionen Euro oder 0,4 Prozent des Gesamtumsatzes gefallen. Das ist entmutigend, immerhin ist Steag Hamatech in diesem Marktsegment seit 1998 präsent. Der Zuwachs im vorbespielten DVD-Segment, beliebt bei Filmen, von 8,2 Prozent auf 22,8 Prozent ist zu begrüßen. Wir möchten aber darauf hinweisen, dass der Anteil im ersten Halbjahr bei 27 Prozent lag. Insgesamt hat Steag Hamatech weiterhin eine unvorteilhafte Marktposition.
Strategiewechsel nicht zu erwarten
Bleibt abzuwarten, ob der für das dritte Quartal 2002 anstehende Management-Wechsel auch zu einer veränderten Strategie führen wird. Wir wären davon überrascht, war doch das kommende Team schon mit der bisherigen Strategie eng verbunden. Es gab keine neuen Hinweise auf die Entwicklung einer In-Haus-Kapazität im Bereich der Metallisierung. Tatsächlich gab es Gerüchte, dass Unaxis, die das Unternehmen mit dieser Technologie beliefern, Steag Hamatech übernehmen könnte oder fusionieren wollte. Ausgehend von der gegenwärtigen Lage im Markt der Technologie für optische Medien denken wir, dass diese Gerüchte wiederkommen werden und den Kurs zeitweilig stützen.
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Der Chart zeigt die Kursentwicklung von Steag Hamatech seit Anfang des Jahres 2000
2. Nov. 2001 Steag Hamatech, Weltmarktführer bei Maschinen für die Herstellung von einmalbespielbaren Compact Disks (CD-R) hatte erst im Oktober die vierte Gewinnwarnung im laufenden Jahr veröffentlicht. In der Folge rechnete der Markt mit etwas schlechteren Neun-Monatszahlen als sie jetzt berichtet wurden.
Der Umsatz ist im Jahresvergleich um 38 Prozent auf 99,1 Millionen Euro gefallen. Das Ergebnis vor Zinsen, Abschreibungen und Steuern lag mit 22,5 Millionen Euro im Minus, selbst wenn man Einmaleffekte herausrechnet bleibt ein Betrag von minus 13,4 Millionen Euro. Das Nettoergebnis war mit einem Verlust von 19,1 Millionen Euro sogar noch schlechter als die 11,7 Millionen im Vorjahr. Wir können uns mit diesen Zahlen nicht anfreunden und wiederholen unsere Verkaufsempfehlung. Für das gesamte Jahr 2001 dürfte der Verlust pro Aktie bei 90 Cents liegen, weitere Verluste im Jahr 2002 dürften folgen.
Prognosen wenig ermutigend
Die Prognosen des Unternehmens für den Rest des Jahres und für 2002 sind alles andere als ermutigend. Der Umsatz für das Gesamtjahr wird gerade einmal auf 120 Millionen Euro geschätzt. Im vierten Quartal könnten Abschreibungen nötig werden, falls einige Kunden die Begleichung erfüllter Aufträge verzögern sollten. Der Auftragseingang für die ersten neun Monate lag mit 140,2 Millionen Euro zwar nur vier Prozent unter der Vorjahreswert, aber der Auftragsbestand ist um 20,2 Prozent auf 115,3 Millionen Euro gefallen. Das deutet nicht auf einen höheren Umsatz im kommenden Jahr hin. Steag Hamatech sagt, dass der Preisdruck nach dem Ausscheiden zweier Wettbewerber frühestens in neun bis zwölf Monaten bemerkbar werde. Das volle Resultat der Kostensenkungsmaßnahmen - bisher wurden die Verwaltungskosten um 30 Prozent reduziert - wird sich im zweiten Quartal 2002 bemerkbar machen.
Wir betrachten den Produkt-Mix des Unternehmens weiterhin skeptisch. Die Abhängigkeit vom CD-R-Segment, das 57 Prozent der in den ersten neun Monaten herein gekommenen Order ausmacht, ist noch zu groß. Aufträge für die wiederbeschreibbaren CD-RW- und DVD-RW-Formate sind von 9,8 Millionen auf gerade einmal 0,6 Millionen Euro oder 0,4 Prozent des Gesamtumsatzes gefallen. Das ist entmutigend, immerhin ist Steag Hamatech in diesem Marktsegment seit 1998 präsent. Der Zuwachs im vorbespielten DVD-Segment, beliebt bei Filmen, von 8,2 Prozent auf 22,8 Prozent ist zu begrüßen. Wir möchten aber darauf hinweisen, dass der Anteil im ersten Halbjahr bei 27 Prozent lag. Insgesamt hat Steag Hamatech weiterhin eine unvorteilhafte Marktposition.
Strategiewechsel nicht zu erwarten
Bleibt abzuwarten, ob der für das dritte Quartal 2002 anstehende Management-Wechsel auch zu einer veränderten Strategie führen wird. Wir wären davon überrascht, war doch das kommende Team schon mit der bisherigen Strategie eng verbunden. Es gab keine neuen Hinweise auf die Entwicklung einer In-Haus-Kapazität im Bereich der Metallisierung. Tatsächlich gab es Gerüchte, dass Unaxis, die das Unternehmen mit dieser Technologie beliefern, Steag Hamatech übernehmen könnte oder fusionieren wollte. Ausgehend von der gegenwärtigen Lage im Markt der Technologie für optische Medien denken wir, dass diese Gerüchte wiederkommen werden und den Kurs zeitweilig stützen.
Der Chart zeigt die Kursentwicklung von Steag Hamatech seit Anfang des Jahres 2000