Sachliche Anlayse Teil 2
Um es vorweg zu nehmen, auch ich gehöre zu den Leidensgenossen, sowohl als Aktionär als auch als Anleihebesitzer, und die Meldung vom 05.12. hat mich genauso überrascht wie alle anderen im thread.
Im Teil 1 meiner Analyse habe ich nur versucht zu ermitteln ob die Gefahr einer Insolvenz besteht, und hier will ich weiter anschließen.
Zuerst aber möchte ich nochmal auf eine Aussage des Teil eins zurückkommen, als ich gesagt habe, das Einnahmen von 54 Mio unterschlagen wurde und der Puffer von nur noch 22 Mio Unsinn sei.
Damit war gemeint, dass mit der Einnahme der Kaufpreiszahlung und der Tilgung des Kredites, sowie der Eingang eines mittleren Millionenbetrages, eine deutliche Bilanzkürzung erfolgt.
Als Beispiel:
Wenn ich eine Bilanz von 300 Mio habe, und und wie in der Beispielrechnung 22 Mio Eigenkapital übrig bleibt, ergibt dies eine EK-Quote von 7,33 %.
Erhalte ich dann 50 Mio Euro, dann tilge ich davon einen Kredit in Höhe von 40 Mio, 5 Millionen verbleiben als Sicherheitshinterlegung und 5 Mio gehen in meine Kasse.
In der Bilanz verschwinden 40 Mio Schulden und 45 Mio Forderungen, 5 Millionen bleiben bestehen die als Sicherheitsleistung hinterlegt sind (Bilanzkürzung). 5 Mio steigt mein cash. Da 40 Millionen Schulden getilgt sind, steigt mein EK auf 32 Mio bei einer Bilanzsumme von 260 Mio Euro. Dadurch erhalte ich eine EK Quote von 12,3 %
Als ich dies geschrieben habe, habe ich den bald anstehenden Geschäftsbericht im Kopf gehabt, der in wenigen Wochen anfällt. Dass eine weitere Hiobsmeldung kommt, war auch von mir nicht erwartet worden. Aber zum Zeitpunkt der Veröffentlichung hat sich nach den bekannten Zahlen die EK-Quote von 7,33 % auf 12,3 % verbessert. (mit 14 % lebt die SAG schon länger ganz gut).
Seit Tagen wälze ich die Geschäftsberichte und frage mich was passiert sein könnte, dass sich die Ereignisse so dramatisch entwickelt haben, und meine Erklärung ist die folgende. Die SAG war schon immer in Spanien sehr aktiv. Seit der Meldung dass die SAG 400 MW bauen will hatte ich bereits ein unwohles Gefühl. Es handelte sich zwar nicht wie häufig genannt um ein 400 MW Kraftwerk, sondern um 4 Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von 440 MW. Aber selbst dabei ist jedes Kraftwerk doppelt so groß wie Serenissima, und da haben wir ja keine besonders gute Erfahrung gemacht.
Bei der Größe der Projekte habe ich mir damals schon gedacht, dass sich die SAG unter Umständen von einem Kunden abhängig macht, was nie besonders gut ist. Jeder der Medion und seine Abhängigkeit von Aldi verfolgte weiß wie es ausgegangen ist.
Ich gehe davon aus, dass der Geschäftspartner den Vertragsabschluss immer weiter hinausgezögert hat, bis die Entscheidung zur Förderung der EE im spanischen Parlament gefallen ist. Das war am 29.11. also dem Tag der ersten Meldung noch nicht geschehen. Am 3.12 hat das Parlament nicht nur die komplette Kürzung der Förderung beschlossen, sondern auch die rückwirkende Besteuerung von Solaranlage. Was aber am schlimmsten ist, das Parlament hat Beschlüsse gefasst, die jede Art von Stromerzeugung durch Fotovoltaik unrentabel macht:
www.neueenergie.net/wirtschaft/markt/sueden-ohne-sonne
Ich gehe davon aus, dass am 04.12.2013 oder 05.12.2013 der Kunde viel höhere Sicherheitsleistungen verlangt hat, die das Geschäft völlig unrentabel macht. Vermutlich ist die SAG genauso kalt erwischt worden wie wir.
Als börsennotiertes Unternehmen ist die SAG gezwungen sofort eine adhoc herauszugeben. Daher wäre es verständlich wenn die Meldung so kurz gehalten werden, da sich die Firma jetzt erst einmal neu aufstellen muß.
Das jetzt alle auf Herrn Kuhlmann eindreschen, damit muß er leben, er hat sich von einem Kunden abhängig gemacht, und von einem auf den anderen Tag ist die komplette Projektpipeline für 2 Jahre leer. Aber, und hier sollte jeder Aktionär und Anleihebesitzer dankbar sein, hat Herr Kuhlmann sofort die Reisleine gezogen, und sagt besser kein Geschäft als ein Verlustgeschäft. Alle in den Foren genannten Beispiele an Insolvenzen haben dies nicht getan, hier hat die Insolvenz die Reisleine gezogen, weil alle keine Inhaber geführten Unternehmen waren.
Ich weise darauf hin, dass dies meine Mutmaßungen sind, die sich allerdings wie ein Puzzel zusammenfügen.
Mit Sicherheit hat die SAG auch noch kleiner Projekte am laufen, die aber nicht ausreichen um einen Personalstamm von 200 Mitarbeitern aufrecht zu erhalten. Es wurde auch in den Foren gefragt warum neue Mitarbeiter eingestellt werden, und warum man die nicht nach Südamerika schickt. Ich gehe davon aus, dass die SAG bis 04.12.2013 dachte, dass all diese Mitarbeiter benötigt werden um 2013 und 2014 die 440 MW in Spanien zu bauen. Wenn ich dann in Südamerkia was neues aufbauen will brauche ich natürlich neue Mitarbeiter. Das die Homepage nicht sofort aktualisiert wird ist für mich mehr als verständlich. Die SAG hat momentan dringlicher Probleme, und ich denke da wird dieses Wochenende mit Krisensitzungen durch gearbeitet.
Fortsetzung folgt.
Um es vorweg zu nehmen, auch ich gehöre zu den Leidensgenossen, sowohl als Aktionär als auch als Anleihebesitzer, und die Meldung vom 05.12. hat mich genauso überrascht wie alle anderen im thread.
Im Teil 1 meiner Analyse habe ich nur versucht zu ermitteln ob die Gefahr einer Insolvenz besteht, und hier will ich weiter anschließen.
Zuerst aber möchte ich nochmal auf eine Aussage des Teil eins zurückkommen, als ich gesagt habe, das Einnahmen von 54 Mio unterschlagen wurde und der Puffer von nur noch 22 Mio Unsinn sei.
Damit war gemeint, dass mit der Einnahme der Kaufpreiszahlung und der Tilgung des Kredites, sowie der Eingang eines mittleren Millionenbetrages, eine deutliche Bilanzkürzung erfolgt.
Als Beispiel:
Wenn ich eine Bilanz von 300 Mio habe, und und wie in der Beispielrechnung 22 Mio Eigenkapital übrig bleibt, ergibt dies eine EK-Quote von 7,33 %.
Erhalte ich dann 50 Mio Euro, dann tilge ich davon einen Kredit in Höhe von 40 Mio, 5 Millionen verbleiben als Sicherheitshinterlegung und 5 Mio gehen in meine Kasse.
In der Bilanz verschwinden 40 Mio Schulden und 45 Mio Forderungen, 5 Millionen bleiben bestehen die als Sicherheitsleistung hinterlegt sind (Bilanzkürzung). 5 Mio steigt mein cash. Da 40 Millionen Schulden getilgt sind, steigt mein EK auf 32 Mio bei einer Bilanzsumme von 260 Mio Euro. Dadurch erhalte ich eine EK Quote von 12,3 %
Als ich dies geschrieben habe, habe ich den bald anstehenden Geschäftsbericht im Kopf gehabt, der in wenigen Wochen anfällt. Dass eine weitere Hiobsmeldung kommt, war auch von mir nicht erwartet worden. Aber zum Zeitpunkt der Veröffentlichung hat sich nach den bekannten Zahlen die EK-Quote von 7,33 % auf 12,3 % verbessert. (mit 14 % lebt die SAG schon länger ganz gut).
Seit Tagen wälze ich die Geschäftsberichte und frage mich was passiert sein könnte, dass sich die Ereignisse so dramatisch entwickelt haben, und meine Erklärung ist die folgende. Die SAG war schon immer in Spanien sehr aktiv. Seit der Meldung dass die SAG 400 MW bauen will hatte ich bereits ein unwohles Gefühl. Es handelte sich zwar nicht wie häufig genannt um ein 400 MW Kraftwerk, sondern um 4 Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von 440 MW. Aber selbst dabei ist jedes Kraftwerk doppelt so groß wie Serenissima, und da haben wir ja keine besonders gute Erfahrung gemacht.
Bei der Größe der Projekte habe ich mir damals schon gedacht, dass sich die SAG unter Umständen von einem Kunden abhängig macht, was nie besonders gut ist. Jeder der Medion und seine Abhängigkeit von Aldi verfolgte weiß wie es ausgegangen ist.
Ich gehe davon aus, dass der Geschäftspartner den Vertragsabschluss immer weiter hinausgezögert hat, bis die Entscheidung zur Förderung der EE im spanischen Parlament gefallen ist. Das war am 29.11. also dem Tag der ersten Meldung noch nicht geschehen. Am 3.12 hat das Parlament nicht nur die komplette Kürzung der Förderung beschlossen, sondern auch die rückwirkende Besteuerung von Solaranlage. Was aber am schlimmsten ist, das Parlament hat Beschlüsse gefasst, die jede Art von Stromerzeugung durch Fotovoltaik unrentabel macht:
www.neueenergie.net/wirtschaft/markt/sueden-ohne-sonne
Ich gehe davon aus, dass am 04.12.2013 oder 05.12.2013 der Kunde viel höhere Sicherheitsleistungen verlangt hat, die das Geschäft völlig unrentabel macht. Vermutlich ist die SAG genauso kalt erwischt worden wie wir.
Als börsennotiertes Unternehmen ist die SAG gezwungen sofort eine adhoc herauszugeben. Daher wäre es verständlich wenn die Meldung so kurz gehalten werden, da sich die Firma jetzt erst einmal neu aufstellen muß.
Das jetzt alle auf Herrn Kuhlmann eindreschen, damit muß er leben, er hat sich von einem Kunden abhängig gemacht, und von einem auf den anderen Tag ist die komplette Projektpipeline für 2 Jahre leer. Aber, und hier sollte jeder Aktionär und Anleihebesitzer dankbar sein, hat Herr Kuhlmann sofort die Reisleine gezogen, und sagt besser kein Geschäft als ein Verlustgeschäft. Alle in den Foren genannten Beispiele an Insolvenzen haben dies nicht getan, hier hat die Insolvenz die Reisleine gezogen, weil alle keine Inhaber geführten Unternehmen waren.
Ich weise darauf hin, dass dies meine Mutmaßungen sind, die sich allerdings wie ein Puzzel zusammenfügen.
Mit Sicherheit hat die SAG auch noch kleiner Projekte am laufen, die aber nicht ausreichen um einen Personalstamm von 200 Mitarbeitern aufrecht zu erhalten. Es wurde auch in den Foren gefragt warum neue Mitarbeiter eingestellt werden, und warum man die nicht nach Südamerika schickt. Ich gehe davon aus, dass die SAG bis 04.12.2013 dachte, dass all diese Mitarbeiter benötigt werden um 2013 und 2014 die 440 MW in Spanien zu bauen. Wenn ich dann in Südamerkia was neues aufbauen will brauche ich natürlich neue Mitarbeiter. Das die Homepage nicht sofort aktualisiert wird ist für mich mehr als verständlich. Die SAG hat momentan dringlicher Probleme, und ich denke da wird dieses Wochenende mit Krisensitzungen durch gearbeitet.
Fortsetzung folgt.