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Eine Staatspleite Russlands ist vorerst aber nicht in Sicht. So beträgt die Staatsverschuldung nur rund 13 Prozent der Wirtschaftsleistung. Und die Verbindlichkeiten in Fremdwährungen belaufen sich mit 49 Milliarden Dollar auf drei Prozent - bei Währungsreserven von 389 Milliarden Dollar per Ende Dezember. "Die Zahlungsfähigkeit des russischen Staats sollte auf absehbare Zeit gewährleistet sein", sagt Martin Moryson, Chefvolkswirt bei der Kölner Privatbank Sal. Oppenheim. Zudem sei der Großteil der Auslandsschulden frühestens in zwei Jahren fällig.
Auch trifft der einbrechende Rubel zwar Firmen und Verbraucher, da sich Importe für sie verteuern. Doch für den Staat federt die schwache Währung den Ölpreisverfall ab. Er bekommt für jeden Dollar mehr Rubel, was hilft, interne Ausgaben und heimische Kredite zu decken. Daher rechnen Experten nur mit einem geringen Haushaltsdefizit.
Auch wurde Russland auf dem Anleihemarkt jüngst unverhältnismäßig abgestraft. So werden Kreditausfallversicherungen für russische Staatsanleihen auf einem Niveau gehandelt, das einem deutlich schlechteren Rating entspricht. "Das zeigt, dass der Markt große Vorbehalte gegenüber dem Willen und der Fähigkeit der russischen Regierung hat, die Auslandsschulden zu tilgen", sagt Tatiana Boroditskaya, Analystin bei der Bank UBS. "Diese Einschätzung teilen wir nicht." Theoretisch könne das Land die Auslandsverbindlichkeiten auf einmal zurückzahlen. Selbst wenn sich die Ukraine-Krise verschärft und neue Sanktionen Russlands Wirtschaft treffen, ist genug Geld da. Zuletzt einigte sich die EU nur auf Einreise verbote und Kontensperrungen.
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