Rückenwind für die IT-Sicherheits-Firmen


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Rückenwind für die IT-Sicherheits-Firmen

 
28.09.01 09:16
Neuer Markt: Rückenwind für die IT-Sicherheits-Firmen
 
Die Anschläge des 11.September 2001 und „Nimda“ veränderten das Sicherheitsbewusstsein.
 
Während die wirtschaftlichen Folgen der US-Terroranschläge die Touristik- und Flugbranche sowie die Sektoren Einzelhandel und Freizeitindustrie besonders hart treffen, profitiert der Bereich IT-Sicherheit immer stärker von der gestiegenen Angst der Firmen vor terroristischen Anschlägen auf ihre Datensicherheit. Immer hinterhältigere Computerviren und -würmer wie „Nimda“ tragen ihren Teil dazu bei.

„Der 11.September 2001 und der tückische Computer-Wurm „Nimda“ haben das Bewusstsein der westlichen Staaten und deren Firmen schwer getroffen und das Sicherheitsdenken geschärft“, erklärt ein Experte das sprunghaft gestiegene Interesse nach professionellen Sicherheitssystemen, die einen wirksamen Schutz vor gezielten Angriffen durch Cyber-Terroristen bieten. Einige befürchten sogar Racheattacken von Terroristen über das Internet im Anschluss an einen möglichen US-Militäreinsatz. Zudem bietet die weltweite Vernetzung von Daten- und Geldströmen sensible Angriffspunkte für Computermanipulation und Sabotage über das Internet, die den Finanz- und Wirtschaftszentren enorme Schäden zufügen können.

Der Markt für Internet-Sicherheitslösungen wächst dynamisch. Branchenkenner gehen von einem weltweiten Anstieg von rund 28 Prozent jährlich bis auf acht Milliarden US-Dollar im Jahr 2003 aus. Die am Neuen Markt notierten Unternehmen Biodata, Articon-Integralis, Utimaco, Secunet, Norcom und der Schweizer Datensicherheitsexperte Mount10 (ehemals „Cope“) haben sich IT-Sicherheit auf ihre Fahnen geschrieben und rücken wieder vermehrt in den Fokus von Analysten und Investoren.

So wurde letztgenanntes Unternehmen sechs Handelstage vor dem US-Terroranschlag von den Experten der NordLB auch auf Grund der „weiterhin unsicheren Marktsituation“ von "Halten" auf "Reduzieren" herabgestuft und dümpelte selbst zwei Tage nach der Tragödie unter einem Euro nahe ihres All-Zeit-Tiefs bei 0,79 Euro vor sich hin. Erst danach sprangen die Umsätze des „Pennystocks“ kräftig an und die Aktie stieg um bis zu 150 Prozent in der Spitze. Seit dem 18. Spetember sind dieselben Analysten anderer Meinung und stufen den Wert wieder hoch. Grund: Wegen der Terroranschläge ist der Verlust existenzieller Daten in den Mittelpunkt gerückt. Mount10 bietet nach Ansicht der Analysten mit seinem tief unter den Schweizer Alpen versteckten Datenbunker den höchsten Sicherheitsstandard für die Aufbewahrung („Hosting“) von kritischen Daten und Applikationen.

Auch die Politik hat sich mittlerweile dem Thema „IT-Sicherheit“ angenommen. So plant die Bundesregierung die Ausgaben für die innere Sicherheit in Deutschland merklich anzuheben. Dies hätte auch mehr Forschungsgelder für die meist noch jungen Unternehmen der Internet-Sicherheits-Branche zur Folge, von denen die meisten zurzeit noch rote Zahlen erwirtschaften.

Autor: Marcus Helmich, 07:59 28.09.01
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