Die Sonne bricht durch den Nebel.
Die Fensterläden werden nach oben gezogen, Köpfe aus offenen Fenstern gestreckt. Die Menschen atmen befreit durch.
Das Baby schreit nicht mehr.Sie gibt ihr einen Kuß zum Abschied.
Die Kupplung geht wieder. Die Autos halten sich an die »Zone 30«.
Kinder und Jugendliche stecken ihre 45er weg und spielen
lachend Stadt-Land-Fluss.
Taxifahrer schimpfen nicht mehr über die Asylanten.
Die griechische Gemüsehändlerin wirft die extraweiche Feige weg
und gibt eine frische.
Die Busfahrer lächeln und erkären freundlich den Weg.
Die Frau am Kiosk hat Wechselgeld. Der Bankomat ist nicht defekt.
Der Kontoauszugdrucker rattert fröhlicher als sonst. Meine Einkommensteuer ist wie im Nu durch - der Sachbearbeiter pfeift ein Liedchen.
Das Einwohnermeldeamt macht Überstunden.
Kündigungen werden verschämt zusammengeknüllt und verschwindengelassen.
Chefs sprechen Lob aus. Mitarbeiter bringen die Kulis und Leuchtstifte und Heftklammern wieder ins Büro zurück. Telefonsex-Hotlines gehen pleite, aber die Frauen finden neue Jobs im Hitech-Bereich.
Die Bahnhofsklos sind Blitzsauber und die Züge kommen pünktlich
Die Weltmärkte stabilisieren sich. Olaf Henkel wird für unzurechnungsfähig erklärt. Investitionen werden getätigt.
Aufträge brechen über uns herein. Die Jugend schmeißt ihre Ecxtasy-Pillen in den Sondermüll und ruft unisono:
»Ja, heute mache ich mich selbständig! Ich gründe ein Unternehmen! Es geht aufwärts!«
Dann wachte ich auf und.....
jo.