Das Universum stockt
Von Frank Markowski
Ronnie zittert. Planen extraterrestrische Banker einen neuen Angriff auf Planet Telekom? Muss der Vorstandschef gar fürchten, dass sein Stern jetzt völlig aus der Umlaufbahn geschossen wird? Das Universum hält den Atem an. Jetzt heißt es Nerven bewahren!
Nicht zu fassen, diese nackten Fakten! Es schwindelt Ronnie: Schon wieder hat eine Großbank die Aktien der Telekom herauf gestuft! Diesmal war's nicht die Deutsche Bank, sondern Goldman Sachs. Von "Market outperform" auf "recommended list" haben die Analysten den Wert empor gehievt. Seinen Wert! Schweiß perlt auf T-Mans Stirn: Eine Empfehlung! Allein das reicht ja heutzutage schon, um den Kurs voll runter zu beamen!
Es schaudert Ronnie. Ist doch alles noch viel schlimmer! Nicht auszudenken, was passiert, wenn die Leute raus kriegen, dass Goldman Sachs auch Anteilseigner der Telekom ist! Eine Empfehlung in eigener Sache sozusagen. Dass die Goldmänner damit Vertrauen verspielen - das kann einem ja egal sein, überlegt der T-Man. Aber neulich bei der Deutschen Bank ging der gleiche Schuss doch voll nach hinten los. Und wen hat's getroffen? Seine Telekom! Die Unschuldige! Erst empfehlen die Deutsch-Banker die T-Aktie, dann verkaufen sie im Kundenauftrag, und zu guter Letzt fliegt das Ganze auch noch auf! Ein Skandal! Und der T-Kurs? Im schwarzen Loch!
Fieberfantasien
Wie sich alles gleicht! Ronnie ist der Ohnmacht nahe. Bei der Deutschen Bank waren es 44 Millionen T-Aktien, Goldman hält 31,2 Millionen. Mindestens. Der Preis für die Übernahme der VoiceStream-Anteile, erinnert sich T-Man mit Unbehagen. Und wer weiß, wie viel die noch haben?! Fonds, sonstige Beteiligungen - da kommt schon was zusammen. Vielleicht sogar 44 Millionen!
Fieberfantasien entbrennen hinter Ronnies Stirn: Jetzt brauchen die Goldmänner nur noch zu verkaufen, und der Kurs rauscht noch tiefer in die unendlichen Weiten. Wo doch ein Loch ohnehin nach unten offen ist, weiß der T-Man. Noch dazu ein schwarzes! Der stolze Planet Telekom in einer Galaxie mit niederen Penny-Stock-Meteoriten? Nicht auszudenken! Und er, der smarte Ronnie, wird am Ende womöglich in den outer space geschossen!
Da hilft nur naiver Glauben: die Lock-up-period, denkt T-Man erleichtert, die wunderbare Einrichtung der Haltefristen! Vorerst haben sich die Goldmänner ja verpflichtet, nicht zu verkaufen. Bis zum 1. September dieses Jahres gilt das für 15,2 Millionen Aktien. Und die restlichen 16 Millionen Stücke dürfen erst ab 1. Dezember verscherbelt werden.
T-Man am Boden
Doch dann sieht Ronnie den Kalender: September, Dezember? Das ist ja quasi schon morgen! Dem T-Man schwinden die Sinne. Er wankt. Und wie war das noch mit den Haltefristen? Hält sich doch sowieso niemand dran. Total out, das Zeug!
Und während Ronnie zu Boden taumelt, blitzt es in ihm auf, das ganze Ausmaß des perfiden Plans: Millionen Aktien, das Vorbild der Deutschbanker und jetzt die Empfehlung? Kein Zweifel: Der Verkauf der Goldmänner steht vor der Tür! Wie sollte es anders sein?! Vielleicht schon heute? Dunkle Kanäle, schwarze Löcher? Das Universum hält den Atem an - und T-Man hat es hingestreckt.
Von Frank Markowski
Ronnie zittert. Planen extraterrestrische Banker einen neuen Angriff auf Planet Telekom? Muss der Vorstandschef gar fürchten, dass sein Stern jetzt völlig aus der Umlaufbahn geschossen wird? Das Universum hält den Atem an. Jetzt heißt es Nerven bewahren!
Nicht zu fassen, diese nackten Fakten! Es schwindelt Ronnie: Schon wieder hat eine Großbank die Aktien der Telekom herauf gestuft! Diesmal war's nicht die Deutsche Bank, sondern Goldman Sachs. Von "Market outperform" auf "recommended list" haben die Analysten den Wert empor gehievt. Seinen Wert! Schweiß perlt auf T-Mans Stirn: Eine Empfehlung! Allein das reicht ja heutzutage schon, um den Kurs voll runter zu beamen!
Es schaudert Ronnie. Ist doch alles noch viel schlimmer! Nicht auszudenken, was passiert, wenn die Leute raus kriegen, dass Goldman Sachs auch Anteilseigner der Telekom ist! Eine Empfehlung in eigener Sache sozusagen. Dass die Goldmänner damit Vertrauen verspielen - das kann einem ja egal sein, überlegt der T-Man. Aber neulich bei der Deutschen Bank ging der gleiche Schuss doch voll nach hinten los. Und wen hat's getroffen? Seine Telekom! Die Unschuldige! Erst empfehlen die Deutsch-Banker die T-Aktie, dann verkaufen sie im Kundenauftrag, und zu guter Letzt fliegt das Ganze auch noch auf! Ein Skandal! Und der T-Kurs? Im schwarzen Loch!
Fieberfantasien
Wie sich alles gleicht! Ronnie ist der Ohnmacht nahe. Bei der Deutschen Bank waren es 44 Millionen T-Aktien, Goldman hält 31,2 Millionen. Mindestens. Der Preis für die Übernahme der VoiceStream-Anteile, erinnert sich T-Man mit Unbehagen. Und wer weiß, wie viel die noch haben?! Fonds, sonstige Beteiligungen - da kommt schon was zusammen. Vielleicht sogar 44 Millionen!
Fieberfantasien entbrennen hinter Ronnies Stirn: Jetzt brauchen die Goldmänner nur noch zu verkaufen, und der Kurs rauscht noch tiefer in die unendlichen Weiten. Wo doch ein Loch ohnehin nach unten offen ist, weiß der T-Man. Noch dazu ein schwarzes! Der stolze Planet Telekom in einer Galaxie mit niederen Penny-Stock-Meteoriten? Nicht auszudenken! Und er, der smarte Ronnie, wird am Ende womöglich in den outer space geschossen!
Da hilft nur naiver Glauben: die Lock-up-period, denkt T-Man erleichtert, die wunderbare Einrichtung der Haltefristen! Vorerst haben sich die Goldmänner ja verpflichtet, nicht zu verkaufen. Bis zum 1. September dieses Jahres gilt das für 15,2 Millionen Aktien. Und die restlichen 16 Millionen Stücke dürfen erst ab 1. Dezember verscherbelt werden.
T-Man am Boden
Doch dann sieht Ronnie den Kalender: September, Dezember? Das ist ja quasi schon morgen! Dem T-Man schwinden die Sinne. Er wankt. Und wie war das noch mit den Haltefristen? Hält sich doch sowieso niemand dran. Total out, das Zeug!
Und während Ronnie zu Boden taumelt, blitzt es in ihm auf, das ganze Ausmaß des perfiden Plans: Millionen Aktien, das Vorbild der Deutschbanker und jetzt die Empfehlung? Kein Zweifel: Der Verkauf der Goldmänner steht vor der Tür! Wie sollte es anders sein?! Vielleicht schon heute? Dunkle Kanäle, schwarze Löcher? Das Universum hält den Atem an - und T-Man hat es hingestreckt.