von: Patrick Hahn am 16 Mai, 2003 um 14:26:09: (www.Patrick-Hahn.de)
+++Weniger Jobs!+++Weniger Aufträge für unsere Wirtschaft+++Schrumpfen jetzt sogar die Löhne?+++
Angst vor Rezession sowie Deflation
Hören die schlechten Nachrichten denn gar nicht auf? Erst kürzlich wurde bekannt: Deutschlands Wirtschaft wächst nicht mehr, wie angenommen – sie schrumpft schon! Außerdem ist das Steuerloch im Haushalt noch größer als angenommen. Es fehlen insgesamt 126 Milliarden Euro. Trotzdem ließ sich Finanzminister Hans Eichel (SPD) die gute Laune nicht verderben.
Deutschland im Rückwärtsgang. Das Bruttoinlandsprodukt ist im ersten Vierteljahr 2003 um 0,2 Prozent gegenüber dem letzten Quartal 2002 geschrumpft.
Statistik ist kalt wie Eis. Auf Deutsch übersetzt bedeutet das: Trotz aller Arbeit, die wir uns 2003 bisher gemacht haben, trotz Hämmern, Wuchten, Stress und Schweiß stehen wir jetzt genau so da, als würden wir den 29. Dezember letzten Jahres schreiben.
Das ist der Anfang einer Rezession. Wenn’s nicht besser wird, heißt das für:
Löhne
Die werden über kurz oder lang unausweichlich sinken. Überstunden fallen weg, Schichtzuschläge, Weihnachtsgeld. Oder noch mehr Leute fliegen raus. 1 Prozent minus beim Bruttoinlandsprodukt sind übers Jahr gerechnet 600 000 zusätzliche Arbeitslose. Die Arbeitslosenkasse braucht mehr Geld, die Rentenversicherung, die Pflege, die Krankenkassen. Zusammen mindestens 12 Milliarden Euro.
Staatseinnahmen
Die hängen haarscharf davon ab, wie viel überhaupt produziert, umgesetzt und verdient wird. Ein Prozent minus beim Wachstum heißt mindestens 5 Milliarden Euro weniger in den Kassen von Bund, Ländern und Gemeinden. Die Steuerschätzungen sind schon jetzt nicht das Papier wert, auf dem sie stehen.
Staatsschulden
Auch die längst beschlossenen Haushalte sind Makulatur. Die Finanzminister und Gemeindekämmerer hatten mit steigender Wirtschaftskraft gerechnet. Jetzt müssen sie sich die Steigerungen (und entsprechend höhere Einnahmen) abschminken, noch höhere Schulden machen. Aufs Jahr gerechnet mindestens 20 Milliarden Euro.
Zinsen
Die sinken weiter, allerdings nur die für Neukredite. Die braucht bei sinkender Wirtschaftsleistung kaum noch einer. Die Unternehmer nicht, weil sie nicht mehr expandieren können (Umsätze sinken ja). Und die Verbraucher nicht, weil sie Angst um den Arbeitsplatz und vor der Zukunft haben. Wer Geld anlegen will, kriegt auch immer weniger. Fürs Sparbuch gibt’s demnächst nur noch 0,5 % (derzeit im Schnitt 0,86).
Außenhandel
Exporte werden noch wachsen, die Firmen müssen ihre Waren im Ausland unterbringen. Importe nehmen schneller zu, weil alle Dollarpreise mit dem Dollar fallen. Das gefährdet wieder deutsche Arbeitsplätze.
Eine Volkswirtschaft hat übrigens nicht nur einen Rückwärtsgang. Sondern genau so viele wie nach vorwärts...