Reitet Bush den Bullen?
Die Amerikaner haben es uns nicht leicht gemacht. Doch nun ist der Neue
da. Lässt Bush die Bullen los fragt Michael Dammann.
Nun haben sie es also doch geschafft. Der mächtigste Staat der Welt hat
einen neuen Präsidenten. George W. Bush wird am 20. Januar als 43. Präsident
in das Weiße Haus einziehen. Herzlichen Glückwunsch! Was haben wir nicht
alles erlebt. Wochenlang spannte uns ein seltsam anmutendes Wahlsystem
auf die Folter. Anfechtungen, Eilanträge und Gegenanträge lösten einander
in rascher Folge ab. Mal präsentierte sich Bush als Sieger, dann wieder
schien Gore die besseren Karten in der Hand zu halten. Eine politische
Satire erster Güte. Bananenrepublik USA! Doch halt! War da nicht noch etwas?
Ja, richtig. Den Finanzmärkten stoßen Bananen(-Republiken) in der Regel
bitter auf. Nichts hassen sie so sehr wie politische Unsicherheit. Entsprechend
rauschten die Aktienkurse in den Keller.
Neue Männer braucht das Land
Aber jetzt ist ein neuer Mieter für das Weiße Hause gefunden. Weiß eigentlich
jemand, wer letztlich die Wahlen in Florida gewonnen hat? Hat nun Al Gore
landesweit die meisten Stimmen auf sich vereint oder etwa doch George Bush?
Unwichtig! Ein neuer Mann muss her. Demokratische Legitimation oder gar
die Befähigung für das Amt sind da nebensächlich. Außerdem: Nach den Regeln
der angelsächsischen Demokratie reicht es für Bush. The winner takes it
all. Womit wir beim Thema wären: Gewinner gab es in den zurückliegenden
Wochen leider nur herzlich wenige. Denn während die beiden Streithähne
alle Gerichtsinstanzen beschäftigten und zahllosen Anwälten zu einem kleinen
Vermögen verhalfen, verloren Anleger an den Börsen Milliarden.
Nemax, Nasdaq, Dax und Dow. Alle wurden sie hart gebeutelt und verloren
innerhalb von nur drei Wochen bis zu 25 Prozent. Die Herbstrallye war verpufft,
ehe sie richtig begonnen hatte. Dabei standen wir doch schon längst in
den Startlöchern. Die Brieftasche war gezückt. Man war bereit, wieder einzukaufen.
Die Verluste von September und Oktober wollten schließlich wieder wettgemacht
werden. Und alles schien so leicht. Wird es Al Gore, holt man sich ein
paar Umwelttechnologie- und Healthcarewerte ins Depot. Gewinnt George Bush,
investiert man eben in Öl, Rüstung oder Tabak. So einfach könnte es sein,
wenn die Politik nicht immer daher käme und einen dicken Strich durch die
Rechnung macht.
Deshalb ein Vorschlag zur Güte. Banken, institutionelle und private Anleger
legen im kommenden Jahr einen Hilfsfonds auf, der in Zukunft die Finanzierung
der US-Wahl übernehmen und die US-Behörden mit dem nötigen Equipment versorgen
wird. Wieviele Zählmaschinen, Wahlscheine, Stanzgeräte und verständliche
Benutzervorschriften - so möchte man fragen - ließen sich mit den Milliarden
bezahlen, die der unklare Wahlausgang an den Finanzmärkten vernichtet hat.
Der Rechtsweg bliebe natürlich ausgeschlossen. Nur am Rande: Auch die Wahlbeobachter
der OSZE helfen stets gerne - sogar gratis.
Kommt die Weihnachtsrallye?
Bleibt zum Schluss noch die Frage, ob nun Bush die Bullen reitet. Kommt
jetzt endlich der Startschuss zur Jahresendrallye? Warum eigentlich nicht?
Die USA haben einen neuen Präsidenten und die Stimmung an den Börsen ist
verhalten optimistisch. Und: Bislang hat noch jeder Präsidentenwechsel
die Börsen in Hochstimmung versetzt - vor allem wenn es ein Republikaner
war. Gerade bei dem Mann aus Texas könnte man vermuten, dass er sich besser
auf Bullen als auf Bären versteht. Ist George Bush uns das nicht auch schuldig?
Wir Anleger würden uns auf jeden Fall über kleine Kursgewinne freuen -
schließlich ist ja bald Weihnachten.
Die Amerikaner haben es uns nicht leicht gemacht. Doch nun ist der Neue
da. Lässt Bush die Bullen los fragt Michael Dammann.
Nun haben sie es also doch geschafft. Der mächtigste Staat der Welt hat
einen neuen Präsidenten. George W. Bush wird am 20. Januar als 43. Präsident
in das Weiße Haus einziehen. Herzlichen Glückwunsch! Was haben wir nicht
alles erlebt. Wochenlang spannte uns ein seltsam anmutendes Wahlsystem
auf die Folter. Anfechtungen, Eilanträge und Gegenanträge lösten einander
in rascher Folge ab. Mal präsentierte sich Bush als Sieger, dann wieder
schien Gore die besseren Karten in der Hand zu halten. Eine politische
Satire erster Güte. Bananenrepublik USA! Doch halt! War da nicht noch etwas?
Ja, richtig. Den Finanzmärkten stoßen Bananen(-Republiken) in der Regel
bitter auf. Nichts hassen sie so sehr wie politische Unsicherheit. Entsprechend
rauschten die Aktienkurse in den Keller.
Neue Männer braucht das Land
Aber jetzt ist ein neuer Mieter für das Weiße Hause gefunden. Weiß eigentlich
jemand, wer letztlich die Wahlen in Florida gewonnen hat? Hat nun Al Gore
landesweit die meisten Stimmen auf sich vereint oder etwa doch George Bush?
Unwichtig! Ein neuer Mann muss her. Demokratische Legitimation oder gar
die Befähigung für das Amt sind da nebensächlich. Außerdem: Nach den Regeln
der angelsächsischen Demokratie reicht es für Bush. The winner takes it
all. Womit wir beim Thema wären: Gewinner gab es in den zurückliegenden
Wochen leider nur herzlich wenige. Denn während die beiden Streithähne
alle Gerichtsinstanzen beschäftigten und zahllosen Anwälten zu einem kleinen
Vermögen verhalfen, verloren Anleger an den Börsen Milliarden.
Nemax, Nasdaq, Dax und Dow. Alle wurden sie hart gebeutelt und verloren
innerhalb von nur drei Wochen bis zu 25 Prozent. Die Herbstrallye war verpufft,
ehe sie richtig begonnen hatte. Dabei standen wir doch schon längst in
den Startlöchern. Die Brieftasche war gezückt. Man war bereit, wieder einzukaufen.
Die Verluste von September und Oktober wollten schließlich wieder wettgemacht
werden. Und alles schien so leicht. Wird es Al Gore, holt man sich ein
paar Umwelttechnologie- und Healthcarewerte ins Depot. Gewinnt George Bush,
investiert man eben in Öl, Rüstung oder Tabak. So einfach könnte es sein,
wenn die Politik nicht immer daher käme und einen dicken Strich durch die
Rechnung macht.
Deshalb ein Vorschlag zur Güte. Banken, institutionelle und private Anleger
legen im kommenden Jahr einen Hilfsfonds auf, der in Zukunft die Finanzierung
der US-Wahl übernehmen und die US-Behörden mit dem nötigen Equipment versorgen
wird. Wieviele Zählmaschinen, Wahlscheine, Stanzgeräte und verständliche
Benutzervorschriften - so möchte man fragen - ließen sich mit den Milliarden
bezahlen, die der unklare Wahlausgang an den Finanzmärkten vernichtet hat.
Der Rechtsweg bliebe natürlich ausgeschlossen. Nur am Rande: Auch die Wahlbeobachter
der OSZE helfen stets gerne - sogar gratis.
Kommt die Weihnachtsrallye?
Bleibt zum Schluss noch die Frage, ob nun Bush die Bullen reitet. Kommt
jetzt endlich der Startschuss zur Jahresendrallye? Warum eigentlich nicht?
Die USA haben einen neuen Präsidenten und die Stimmung an den Börsen ist
verhalten optimistisch. Und: Bislang hat noch jeder Präsidentenwechsel
die Börsen in Hochstimmung versetzt - vor allem wenn es ein Republikaner
war. Gerade bei dem Mann aus Texas könnte man vermuten, dass er sich besser
auf Bullen als auf Bären versteht. Ist George Bush uns das nicht auch schuldig?
Wir Anleger würden uns auf jeden Fall über kleine Kursgewinne freuen -
schließlich ist ja bald Weihnachten.