Der Kurs der Redcare-Aktie steigt trotz schlechter Bedingungen für Leerverkäufer (Short Squeeze) nicht nachhaltig, da die fundamentalen strukturellen Probleme des Unternehmens die kurzfristigen technischen Kaufimpulse überlagern. Zwar haben Leerverkäufer ihre Positionen teilweise reduziert, was zu einem Anstieg von über 20 % in zwei Tagen führte, doch die Aktie notiert im laufenden Jahr noch immer rund 44 % im Minus.
Die Hauptgründe für die anhaltende Kurschwäche sind:
Massiver Konkurrenzdruck: Der Markteintritt der Drogerieketten dm und Rossmann in den OTC-Markt (rezeptfreie Medikamente) hat Redcare gezwungen, die Wachstumsprognose für dieses Segment von 16 % auf 8 bis 10 % zu halbieren.
Margendruck: Der wachsende Anteil der weniger profitablen verschreibungspflichtigen Medikamente (Rx) bei gleichzeitiger Preiswettbewerbssituation drückt die bereinigte EBITDA-Marge, die zuletzt bei 2,4 % lag.
Index-Ausschluss: Der Zwangsausschluss aus dem STOXX Europe 600 Index führte zu massiven Verkäufen durch Fonds, die unabhängig von der aktuellen Short-Situation weiter wirken.
Während politische Pläne zur Erhöhung der Rezeptzuzahlungen theoretisch einen Vorteil für Versandapotheken darstellen, wiegt die Sorge um die langfristige Profitabilität und die Wettbewerbsfähigkeit im Kerngeschäft derzeit schwerer. Anleger warten zudem auf den ersten Quartalsbericht unter der neuen Führung am 6. Mai, um zu sehen, ob das Rx-Segment die Schwäche im OTC-Bereich tatsächlich kompensieren kann.