dpa-AFX: Aktien Frankfurt: Verluste - Aktienexperte: Makro-Sorgen halten Markt in Schach
FRANKFURT (dpa-AFX) - Anhaltende Sorgen um die Schuldenkrise im Euroraum
sowie Befürchtungen um eine mögliche Abschwächung des Wachstums in China haben
dem deutschen Aktienmarkt zum Wochenstart zugesetzt. Der Dax büßte am
Montagmittag 1,43 Prozent auf 7.297,54 Punkte ein. Der MDax der
mittelgroßen Werte verlor 1,07 Prozent auf 10.734,92 Punkte und auch der TecDax
fiel um 1,39 Prozent auf 915,43 Punkte.
'Die Krise im Euroraum spitzt sich zu,' kommentierte Aktienexperte
Tilmann Galler von JPMorgan Asset Management. 'Restrukturierung der griechischen
Kredite ja oder nein - das ist derzeit das Diskussionsthema.' Der zweite
Belastungsfaktor sei die Lage in China. Die jüngsten Daten hätten auf eine
Abschwächung hingedeutet und das wiederum habe deutliche Spuren an den
Rohstoffmärkten hinterlassen. An diesen Märkten sei nach wie vor keine Ruhe
eingekehrt. Ein Händler fügte mit Blick auf den Dax noch hinzu, dass dieser aus
dem kurzfristigen Aufwärtstrend seit Mitte März herausgefallen sei.
HOCHTIEF PUNKTET MIT AUFTRAGSEINGANG
Auf Unternehmensseite stachen die Aktien von Hochtief
mit einem Kursplus von 3,04 Prozent auf 59,25 Euro positiv hervor. Der
größte deutsche Baukonzern war wegen hoher Belastungen in Australien im ersten
Quartal tief in die Verlustzone gerutscht. Allerdings fiel der Verlust laut
Börsianern nicht so hoch aus wie befürchtet. Ein Händler hob den deutlich
gestiegenen Auftragseingang positiv hervor. Auch Analysten reagierten
freundlich. So hob Ingbert Faust von Equinet seine Einstufung in einer ersten
Reaktion von 'Accumulate' auf 'Buy'. Der Baukonzern sei unerwartet stark ins
neue Jahr gestartet, was vor allem am Geschäft in Europa und den USA sowie der
Sparte Concessions gelegen habe.
Die Papiere vom Index-Kollegen Tognum gewannen nach Neuigkeiten
zur geplanten Übernahme durch Daimler und Rolls-Royce
0,52 Prozent auf 26,185 Euro. Die beiden Konzerne wollen für die
Übernahme des Motorenbauers tiefer in die Tasche greifen. Die Bieter
informierten das Friedrichshafener Unternehmen zunächst mündlich darüber, dass
sie ihr Angebot von 24 Euro pro Aktie gegebenenfalls auf 26 Euro erhöhen wollen,
wie der Dieselmotorenhersteller in der Nacht zum Samstag mitgeteilt hatte. Am
Sonntag seien die Unterlagen an Tognum gegangen, erfuhr die Nachrichtenagentur
dpa aus Verhandlungskreisen. Laut Commerzbank-Analystin Yasmin Moschitz liegen
auch die 26 Euro am unteren Ende der bislang am Markt genannten Spanne von 25
bis 29 Euro.
COMMERZBANK LEIDET UNTER EUROZONEN-SCHULDENKRISE
Im Dax gehörten neben den Bankenwerte die
Metro-Aktien zu den größten Verlierern. Während die
Eurzonen-Schuldenkrise und eine Abstufung die Commerzbank-Aktie mit
einem Minus von bis zu vier Prozent ans Index-Ende drückte, erklärten Händler
die Kursverluste des Handelskonzerns mit Aussagen von Konzernchef Eckhard
Cordes. Die Titel gaben 1,35 Prozent auf 46,085 Euro nach. Der Chef des
Düsseldorfer Handelskonzerns erteilte einer Warenhaus-Ehe zwischen seinen
Kaufhof-Filialen und dem Konkurrenten Karstadt eine Absage. 'Wir brauchen
Karstadt nicht', sagte er in einem Interview dem Magazin 'Der Spiegel'. Ein
Börsianer sieht darin allerdings höchstens eine leichte Belastung, da die
Erwartungen in dieser Hinsicht wohl nicht mehr allzu hoch gewesen seien. Am
Bieterprozess für Karstadt hatte sich die Metro AG nicht beteiligt, weil sie nur
an einem Teil der Warenhauskette Interesse hatte.
Analystenkommentare sorgten unter anderem bei der Gea Group
für Verluste. Nach einer Abstufung sanken die Titel um 1,32 Prozent
auf 23,500 Euro. Im TecDax sorgten Studien von Barclays bei Nordex
und Phoenix Solar für Kursbewegungen. Während Nordex leicht zulegten,
gaben Phoenix kräftig um 3,6 Prozent nach./rum/ck
--- Von Henrietta Rumberger, dpa-AFX ---
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Unterbezahlte Verlustbringer
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