dpa-AFX: Aktien Frankfurt: Dax rutscht ins Minus - Sorgen um spanische Banken
FRANKFURT (dpa-AFX) - Neuerliche Sorgen um die europäische Schuldenkrise
haben den Dax am Dienstag nach einem freundlichen Handelsstart ins
Minus rutschen lassen. Der deutsche Leitindex büßte zuletzt 0,28 Prozent auf
7.155,19 Punkte ein. Für den MDax ging es um 0,09 Prozent auf
10.553,54 Punkte nach unten. Der TecDax dagegen gewann 0,02 Prozent
auf 943,62 Punkte.
Die Kursverluste im Dax begründeten Händler mit Berichten, wonach die
spanische Zentralbank die Pläne für Kapitalerhöhungen von 13 Banken prüfe.
Zusätzlich drücke die Abstufung der Kreditwürdigkeit Portugals durch die
Ratingagentur Moody's auf die Stimmung. Kapitalmarktexperte Fidel Helmer von der
Frankfurter Privatbank Hauck & Aufhäuser nannte solche Kurssausschläge nach
unten 'ganz normal'. Insgesamt sei der Markt angesichts einer Fülle schlechter
Nachrichten aus der Eurozone und aus Japan jedoch 'sehr stabil'. Es sei viel
Liquidität im Markt und die Anleger seien auf der Suche nach Sachwerten wie eben
Aktien.
TEXAS-INSTRUMENTS-PLÄNE TREIBEN INFINEON UND DIALOG AN
An der Dax-Spitze zeigten sich die Aktien von Infineon mit
plus 2,60 Prozent auf 7,657 Euro. Börsianer führten das auf eine möglicherweise
bevorstehende milliardenschwere Übernahme in den USA zurück. Am Vortag hatte der
US-Chiphersteller Texas Instruments nach US-Börsenschluss
ein 6,5 Milliarden Dollar schweres Angebot (4,6 Mrd Euro) für den Rivalen
National Semiconductor vorgelegt. Anleger könnten nun auf
eine breitere Konsolidierung in dem Sektor setzen, hieß es. SAP-Titel
konnten davon indes nicht profitieren und verloren 0,43 Prozent auf 43,605 Euro.
Dafür kamen die Pläne des US-Konzerns einigen TecDax-Werten zugute. Die
Titel des Schaltkreis-Herstellers Dialog Semiconductor etwa kletterten
an der Spitze um 4,19 Prozent auf 15,545 Euro.
TUI NACH BERICHTEN ZU HAPAG-LLOYD SEHR FEST
Im MDax richteten sich die Blicke vor allem auf die Aktien von Tui
. Diese stiegen nach einem Bericht zu einem möglichen Einstieg des
Sultanats Oman bei Hapag-Lloyd um 5,01 Prozent auf 8,952 Euro. Die 'Frankfurter
Allgemeine Zeitung' schreibt, dass das Staatsunternehmen Onyx bei der Reederei
15 Prozent der Anteile übernehmen will. Zudem verhandele Tui mit dem
chinesischen Logistikunternehmen HNA über einen Verkauf von
Hapag-Lloyd-Anteilen. Von Tui selbst hieß es, man führe Gespräche mit
potenziellen Hapag-Lloyd-Investoren und halte an einer zweigleisigen Strategie
zum Verkauf der Anteile an der Reederei fest. Berichte über einen angeblich
erfolgten Anteilsverkauf könne man 'nicht bestätigen'.
Besser als der Markt schnitten im Dax auch die Aktien von K+S
mit einem Aufschlag von 0,55 Prozent auf 54,900 Euro ab. Die
Branchenspezialisten von Cheuvreux erwarten nach der Übernahme von Rhodia
durch den belgischen Chemiekonzern und Kunststoffhersteller
Solvay eine weitere Konsolidierung im Chemiesektor. Wegen
der strukturellen Veränderungen bei K+S dürfte der Düngemittelhersteller
mittelfristig ebenfalls ein Übernahmekandidat werden, hieß es in einer Studie.
DEUTSCHE BÖRSE IM MINUS - MÖGLICHER BIETERWETTSTREIT UM NYSE
Ein sich eventuell anbahnender Bieterwettstreit um die die NYSE
Euronext brachte den Aktien der Deutsche Börse ein
Minus von 0,85 Prozent auf 51,61 Euro ein. Händler verwiesen auf einen
Medienbericht, wonach der deutsche Börsenbetreiber sein Angebot erhöhen könnte,
um die Konkurrenzofferte von Nasdaq OMX und der
Rohstoffbörse ICE für die NYSE abzuwehren. Zudem hatte der US-Sender 'Fox
Business' berichtet, dass die NYSE den Spieß umdrehen und eine Gegenofferte für
die Nasdaq abgeben könnte./chs/gl
--- Von Christian Schultz, dpa-AFX ---
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