Glaubt ihnen nicht! Ausgelöst durch die Citi-Gruppe, deren Chef sicher nicht unabsichtlich durchsickern ließ, die ersten zwei Monate dieses Jahres seien ganz gut gelaufen, machten gestern die Banktitel weltweit einen Freudensprung. Doch diese Hoffnung ist pure Illusion. Es sind Zombies, die sich da als quicklebendig ausgeben.
Die Banken, die jetzt von sich sagen, sie hätten wieder Geld verdient, machen genau das, was die Krise herbeigeführt hat: Sie betreiben eine gigantische Spekulation. Schauen wir genauer hin. Die Gewinne werden vor allem im Handelsgeschäft erwirtschaftet. Dort wird allerdings nicht an Aktien- oder Anleiheemissionen verdient. Die gibt es derzeit nämlich nicht oder nur kaum.
Tatsächlich werden dort vor allem Unternehmensbonds von Instituten gekauft, die eine staatliche Garantie haben. Das verspricht eine hübsche und sichere Rendite. Sie ist vor allem sicherer als das Kreditgeschäft mit Unternehmen, die möglicherweise pleitegehen. Auf den Punkt gebracht, heißt das: Banken kaufen staatlich gesicherte Bonds von anderen Banken. Aber Großunternehmen ohne Netz wie Opel geben sie keinen Kredit.
Die Zombies beschäftigen sich also vorwiegend mit sich selbst. Zur Erholung der Wirtschaft trägt das nichts bei, und es lohnt sich wirklich nicht, vor Freude in die Luft zu springen.
Angemessen wäre das nur, wenn in einer der großen Volkswirtschaften der Sinkflug des Bruttosozialprodukts stoppte, der Anstieg der Arbeitslosigkeit gebremst werden könnte oder es irgendwo ein Anzeichen dafür gäbe, dass außerhalb des staatlich garantierten, aber ansonsten völlig funktionsgestörten Bankensystems der Markt sich wieder erholt.
Solange das nicht passiert, werden den Banken in den nächsten Monaten vor allem die Kredite jener Firmen um die Ohren fliegen, die die Rezession in den Ruin treibt. Dadurch und durch den nach wie vor ungebremsten Fall der toxischen Wertpapiere werden die Banken weiter viel Geld verlieren.
Die einzige Frage ist, ob sie viel, sehr viel oder dramatisch viel verlieren werden. Das Interesse, darauf freiwillig und wahrheitsgemäß zu antworten, dürfte allerdings bei den Betroffenen wenig ausgeprägt sein. stock@handelsblatt.com