Nikolaustag, na da mache ich mal nen Nikolaussack auf und stelle meine Analyse für morgen ein :
Der 5644 kommt eine besondere Bedeutung zu. Aus den ganzen Betrachtungen, sowohl trendtechnisch, als auch von den Fibos entsteht bei mir dort ein Widerstandscluster. Wird es gebrochen, sollte es schnell und kräftig abwärts gehen, ein Bruch sollte mindestens EOH stattfinden, bei dieser Marke besser EOD.
Nach oben hatte sich die 5850 ja etabliert und konnte gut gehandelt werden. Wie immer, irgendwann ist es Essig mit einer solchen Marke, sie wird überlaufen, oder nicht mehr erreicht. Wir dürfen darauf gespannt sein, was am Montag stattfindet und so unterscheide ich in meinem Handel zwischen zwei Variationen :
Als erstes handele ich meine normale Systematik, die auf Exel Dateien aufbaut, keine Ziele kennt, sondern nur Long oder Short als Modus angibt. Der derzeitige Modus ist Short/Flat. Grund dafür ist, daß wir in der Stunde weiterhin steigende GD´s haben, mit dem starken Anstieg am Freitag Nachmittag wurde ein Short Szenartio EOD erstmal gekillt.
Daraus ergibt sich die Suche nach guten Einstiegen, sowohl Long, als auch Short, um nachfolgend diese Position ins System reinzugeben. Im Seitwärtsmarkt gestaltet sich das außerordentlich schwierig, weshalb ich die Positionen meist am Tagesende auflöse, die Gap´s sind schwer vorherzusehen, besser ist es, gleich nach Handelsbeginn, zwischen 9:00 Uhr und 9:30 zu handeln. Diese halbe Stunde und der Handelsverlauf entscheidet über eine Position, entweder prozyklisch in den Move hinein, oder antizyklisch gegen den Move. Nachfolgend wird grundsätzlich nach 20 bis 50 Punkten wenigstens die Hälfte der Positionen aufgegeben, oftmals auch die ganze Position, um den Tag zu geniessen.
Um einen Punkt im Vorfeld zu finden, wo ich am kommenden Tag agiere, kommen die Charts zum Tragen,für den Montag bedeutet das, ganz ähnlich zum Freitag :
Antizyklisch Short beim Gap zwischen 5640 un 5660 mit Risiko der Ausdehnung eines Moves bis 5904. Sollte der Montag also stark starten, abwarten und den Markt beobachten, nicht einfach rein und als Grillfleisch enden.
Alternativ besteht die Möglichkeit bei einem Anstieg über 5630/5640 abzuwarten, bis die Kurse wieder darunter kommen, also von oben nach unten. Das kostet einige Pünktchen, kann aber davor schützen, zu früh reinzugehen.
Eröffnet der Markt fast unverändert, bietet sich auch die Möglichkeit eines Abwärts Moves. Die 5750 bis 5783 entsprechen im Tagesverlauf der unteren Trendlinie. Hier ist darauf zu achten, daß ein Bruch die 5650 erreichen lassen kann. Eröffnet der Markt sofort im Bereich 5750, sind 20 bis 50 Punkte auf der Longseite möglich, mit Risiko 5720, einer derzeit wichtigen Unterstützung.
Mittel bis Langfristig bin ich immer von den Einschätzungen anderer Forenteilnehmer angetan. Ehrlich, ich kaue mir die Fingernägel ab, um einigermaßen den nächsten Tag einordnen zu können und andere schaffen es, die kommenden Tage, vielleicht sogar Wochen vorher zu sagen.
Also ich schaffe das nicht.
Interessant wird es dann, wenn die fundamentale Grundrichtung mit eingespielt wird. Sorry, ich würde als gnadenloser Verlierer vom Platz gehen, wenn ich das in meine Analytik so einfließen lasse. Geht leider nur dann, wenn man anhand der Panik oder Euphorie eine Standortbestimmung machen soll.
In Bullenmärkten ist das besonders schwer, weil fehlende Verkäufer einen Markt immer weitertreiben. Im Bärenmarkt zu handeln ist einfacher, die Gegenbewegungen müssen kommen, weil die Shorties sich eindecken müßen.
Wir sind aber derzeit nicht in einem von Bären geprägten Markt, sondern in einem auf Kredit getriebenen Markt. Es ist fundamental völliger Unsinn, die Kurssteigerungen mit irgendwelchen Wirtschaftsdaten in Verbindung zu bringen. Das Einzige was man tun kann ist, sich darüber klar zu sein, daß auf der Longseite ein irres Risiko liegt, welches man tunlichst absichern sollte.
Wir sehen auch bei den Edelmetallen Kurse, die jenseits von Gut und Böse liegen. Gold zum Beispiel kostet heute fast das Doppelte der Gewinnungskosten. Ich möchte darauf hinweisen, man muß nicht in einem Markt sein, den man als problematisch ansieht. So habe ich immer für physisches Gold oder Silber gesprochen, um sich abzusichern. Das erachte ich auch weiterhin für richtig, aber kaufen würde ich es jetzt nicht mehr, eher ein paar STücke verkaufen.
Zum Öl habe ich derzeit keine Meinung, daß beobachte ich, sehe da aber keinen zwingenden Handlungsbedarf, da ich verstärkt auf Nasdaq, Euro/USD und Dax ausgerichtet bin.
Damit komme ich zur Nasdaq 100.
Ein sehr interessantes Chartbild im Tagesverlauf. In jedem Fall muß man das Shorten, so habe ich immer über 1800 Shorts aufgebaut und unter 1800 wieder gegeben. Die maximale Ausdehnung nach oben sehe ich am Montag bis 1820. Geht es darüber, ist jeglicher Shortversuch zu beenden, dann treiben sie die Nasdaq weiter.
Unterhalb der 1792 ist die Nasdaq auf Short stehen geblieben. Kurse unterhalb der 1770 bestätigen eine Shortsicht des Marktes.
Interessant ist immer ein Abgleich zum deutschen Markt. Die Amerikaner werden verstärkt auf einen starken Dollar reagieren, wenn er denn stark bleibt. Die Deutschen könnten das etwas beruhigter sehen, Grund hierfür in meinen Augen, der Dax hat die Steigerungen des DOW nicht mehr mitgemacht, für meine Begriffe wurden Gelder aus dem Ausland aus dem Dax rausgezogen, was zu der Underperformance geführt hat. Kommen jetzt die Amerikaner zurück, gleicht sich der Dax an, indem er die Abwärtsbewegung nicht in vollem Maße nachvollzieht.
Nach oben sieht es dann wieder anders aus, wenn der DOW sich nicht mehr bewegt, oder leicht nach oben tendiert, dann würde der Dax wohl seine Underperformance aufholen und einige starke Tage hinlegen. Das erachte ich ziemlich unabhängig vom EURO/USD, weil bei fehlenden Verkäufen aus dem Ausland inländische Nachfrage ausreicht, um bei dünnen Umsätzen den Markt zu treiben.
So stehe ich also da, wenn ich länbgerfristig argumentieren will in einer Zeit, wo es keinen freien Markt mehr gibt und die Marktteilnehmer den Markt bestimmen, sondern wo Notenbanken, aus welchen Gründen auch immer, den Markt stützen. Für einen Händler ist das weitaus schwieriger als für einen Fundamentalbullen, der sich bestätigt sieht und Gewinne macht, obwohl er gedanklich auf dem falschen Dampfer sitzt. Für die Bären ist es natürlich frustrierend, bezahlen sie doch mit ihren Steuergeldern noch die Verluste bei den Trades. Ich bleibe ein entschiedener Gegner der staatlichen Einmischung in freie Märkte und es wird sich als das erweisen, was es ist, unproduktiver Unsinn und rausgeworfenes Geld.
Damit schließe ich den Nikolaussackund wünsche einen besinnlichen zweiten Advent !!!!!!!