Sehr geehrter
vielen Dank für Ihr Interesse an der Q-Cells SE. Gerne möchten wir Ihnen die Situation wie folgt erläutern:
Das Interview mit der Wirtschaftswoche wurde bereits Mitte Juni geführt und nach einer Verschiebung der ursprünglich geplanten Veröffentlichung erst vor wenigen Tagen veröffentlicht, wobei wir hier keinen Einfluss auf den Veröffentlichungszeitpunkt hatten. Die Aussagen im Interview mit der Wirtschaftswoche haben weiterhin Bestand. Volumenmäßig rechnen wir zwar mit einer saisonal bedingten Erholung, aber preislich wird der Markt weiterhin noch schwierig bleiben. Im Übrigen wird es in der Wirtschaftswoche genau so beschrieben. Die heutige Meldung ist insbesondere dem sehr schwachen 2. Quartal und dem unsicheren Marktumfeld geschuldet. Aufgrund der schwierigen Marktsituation haben wir uns dazu entschlossen, zunächst keine neue Prognose für das laufende Geschäftsjahr abzugeben.
Aufgrund der Überkapazitäten und der weiterhin gefüllten Lager sehen wir noch keine Entspannung beim Preisdruck. Mittelfristig steckt darin aber auch die Chance, dass wir die Netzparität sehr viel schneller erreichen und das Wachstum dann über die Menge kommt. Im Projektgeschäft ist der Preisdruck weniger stark, hier ist das Geschäft durch die derzeit weltweit schwierigen Finanzierungsmöglichkeiten begrenzt.
Darüber hinaus ist die Finanzkrise ein hemmender Faktor, da fast jede Solaranlage immer auch eine Fremdfinanzierung benötigt, die derzeit besonders für größere Projekte jedoch nur schwer zu erhalten ist.
Letztlich ist es aber nicht von der Hand zu weisen, dass der Finanzmarkt Q-Cells im Vergleich zu anderen Solarunternehmen derzeit kritischer beurteilt. Hintergrund ist hier sicherlich die Verunsicherung darüber, wie das Unternehmen dem Preisdruck der vornehmlich chinesischen Konkurrenz wird dauerhaft standhalten können. Im Gegensatz zu vollintegrierten Unternehmen kann Q-Cells den Margendruck hier nicht auf verschiedene Fertigungsstufen verteilen.
Auch wenn wir aktuell sicherlich vor großen Herausforderungen stehen, sehen wir uns mittelfristig jedoch gut aufgestellt. Wir haben mit unserer neuen Produktionsanlage in Malaysia die Möglichkeit auf einem vergleichbaren Kostenniveau zu produzieren, wie unsere chinesischen Konkurrenten, und sind außerdem über unser Projektgeschäft in der Lage, einen Zugang zum Endkundenmarkt zu etablieren. Gleichzeitig bietet das Projektgeschäft ganz andere Margen als die Zellproduktion. Schließlich sind die politischen Vorgaben für die Branche insgesamt äußerst positiv, da mittlerweile die USA und auch China, die Entwicklung von Photovoltaik aktiv unterstützen. Es kann also nicht davon die Rede sein, dass die Solarindustrie „auf dem Rückmarsch“ ist.
Nichts desto trotz sind dies lediglich Potentiale für mittelfristig positive Entwicklungen. Kurzfristig stehen wir dagegen vor sehr großen Herausforderungen und dies spiegelt sich auch in der Kursentwicklung wieder. Erst, wenn die Kreditklemme beseitigt ist, ist eine nachhaltige Änderung der Situation zu erwarten.
Q-Cells steht nach den Maßnahmen von Anfang Mai finanziell jedoch äußerst solide da, so dass wir sehr zuversichtlich sind, dass wir diese schwierigen Zeiten unbeschadet überstehen werden.
Sollten Sie noch weitere Informationen benötigen, stehen meine Kollegen und ich Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.