Solarenergie: Zukunftsinvestition für Ölstaaten des Orients
von Daniela Knauer
Liebe Leserin, lieber Leser,
am Dienstag waren wir bei den Zukunftsinvestments der Scheichs stehen geblieben, die sich an Daimler beteiligt hatten. Abgesehen von manchem kräftigen Ausrutscher wie einer Bankenbeteiligung im vergangenen Jahr, fallen die Ölstaaten um den persischen Golf sonst eher durch eine clevere Anlagestrategie auf. Gerade die jüngeren, hervorragend ausgebildeten Mitglieder der Potentatenfamilien entwickeln neue Ideen für die Zukunft "nach dem Öl".
Sonne, Sand und Meer sind die Zutaten für künftigen Erfolg
Das Öl und Gas wird in diesen Ölstaaten nicht auf einen Schlag versiegen, sondern die Länder brauchen nach und nach eine neue Orientierung. Da macht es Sinn, sich Gedanken zu machen, was sie neben den fossilen Brennstoffen sonst noch aufzuweisen haben. Einiges ist zu nennen, was zur Zeit der Beduinen eher gefürchtet war, aber in Zukunft eine Chance bieten kann: Sonne, Sand und Meerwasser. Nicht zu vergessen natürlich das Kapital aus den noch sprudelnden Ölquellen. Damit können die Scheichs selbstverständlich ein spektakuläres Bauprojekt nach dem anderen ins warme Wasser setzen, um Investoren anzulocken. Doch in der Touristenhochburg Dubai besteht schon jetzt die Gefahr, dass mit diesen gigantischen Immobilienanlagen übertrieben wurde.
Hier entsteht das "Silicon Valley“ der Energietechnik
von Daniela Knauer
Und so beginnt bei den Scheichs inzwischen ein Umdenken: Weg vom reinen Bauboom, hin zur Energieerzeugung aus Sand (Siliciumdioxid, dem Rohstoff für das benötigte Silizium) und Sonne (welche die enormen Energiemengen für die Produktion des hochreinen Siliziums bereitstellen könnte). Und ebenso zur Produktion von sauberem Trinkwasser mithilfe dieser Energie. Die Führungsrolle bei diesen Vorhaben aus dem Bereich der erneuerbaren Energien hat das Emirat Abu Dhabi übernommen. Obwohl sie auch heute noch auf acht bis neun Prozent der weltweiten Ölreserven sitzen, will dieses kleine Land zum "Silicon Valley" der Energie- und Umwelttechnik werden.
Moderne deutsche Technik ist bei den Scheichs beliebt und begehrt
Dazu gehört nicht nur die Beteiligung an Daimler mit dem Ziel, gemeinsam neue Antriebstechnologien und innovative Werkstoffe zu erforschen und zu produzieren. Der bisher größte Staatsfonds der Welt (mit einem Investitionsvolumen von rund 300 Mrd. USD), Adia, hält mit seinen verschachtelten Tochterfirmen Anteile an höchst interessanten Projekten. Dazu gehört eine moderne Fabrik für Dünnschichtsolarzellen, die zur Zeit im thüringischen Ichtershausen gebaut wird und Ende 2009 in Betrieb geht. Sie wird führend in der Herstellung besonders großer und damit günstig arbeitender Silizium-Dünnschichtmodule sein. Dieses Produktionszentrum (übrigens mit Anlagen der deutschen Manz Automation ausgerüstet) wird aber nur als Prototyp genutzt. Bereits 2010 soll eine mindestens doppelt so große Anlage in Abu Dhabi die Produktion aufnehmen, die nach deren Muster gebaut wird.
Masdar City: Eine clevere Investition in die Zukunft
Doch auch diese Fabrik ist nur ein kleiner Baustein in den ambitionierten Vorhaben. Denn mit den von ihr erzeugten Photovoltaik-Zellen soll 80% des Strombedarfs einer neuen Stadt produziert werden. Mit 22 Mrd. USD wird die Ökostadt Masdar City bis 2016 gebaut. Die nahezu emissionsfreie Stadt erhält die benötigte Energie praktisch ausschließlich von der Sonne. Neben den Photovoltaik-Anlagen werden Parabolrinnen-Solarkraftwerke die Stadt versorgen. Gerade laufen die Aussschreibungen, wer hier den Zuschlag für die Technik erhält. Auch Wasserentsalzungsanlagen können mit der Solarenergie in Zukunft betrieben werden. Der Strom für die Nachtstunden soll erst einmal mit Flüssigsalztanks gespeichert werden. In dieser Hinsicht könnte aber in Zukunft auch der mit der Daimler-Beteiligung erworbene Anteil an der sächsischen Li-Tec interessant werden. Denn große Lithium-Akkus gelten als mögliche Energiespeicher der Zukunft für Sonnen- oder Windstromanlagen. Mit Daimler werden voraussichtlich auch die speziellen, automatisierten Elektrofahrzeuge entwickelt werden, denn natürlich dürfen nur emissionsfreie Autos in die Stadt.
Soviel für heute aus Abu Dhabi und von Masdar City. Träumen Sie schön von den reichen Scheichs aus dem Orient. Morgen werde ich Ihnen noch mehr von der Stadt der Zukunft und den ambitionierten Plänen der jungen Generation in den Emiraten erzählen. Herzliche Grüße, Ihre
Daniela Knauer
von Daniela Knauer
Liebe Leserin, lieber Leser,
am Dienstag waren wir bei den Zukunftsinvestments der Scheichs stehen geblieben, die sich an Daimler beteiligt hatten. Abgesehen von manchem kräftigen Ausrutscher wie einer Bankenbeteiligung im vergangenen Jahr, fallen die Ölstaaten um den persischen Golf sonst eher durch eine clevere Anlagestrategie auf. Gerade die jüngeren, hervorragend ausgebildeten Mitglieder der Potentatenfamilien entwickeln neue Ideen für die Zukunft "nach dem Öl".
Sonne, Sand und Meer sind die Zutaten für künftigen Erfolg
Das Öl und Gas wird in diesen Ölstaaten nicht auf einen Schlag versiegen, sondern die Länder brauchen nach und nach eine neue Orientierung. Da macht es Sinn, sich Gedanken zu machen, was sie neben den fossilen Brennstoffen sonst noch aufzuweisen haben. Einiges ist zu nennen, was zur Zeit der Beduinen eher gefürchtet war, aber in Zukunft eine Chance bieten kann: Sonne, Sand und Meerwasser. Nicht zu vergessen natürlich das Kapital aus den noch sprudelnden Ölquellen. Damit können die Scheichs selbstverständlich ein spektakuläres Bauprojekt nach dem anderen ins warme Wasser setzen, um Investoren anzulocken. Doch in der Touristenhochburg Dubai besteht schon jetzt die Gefahr, dass mit diesen gigantischen Immobilienanlagen übertrieben wurde.
Hier entsteht das "Silicon Valley“ der Energietechnik
von Daniela Knauer
Und so beginnt bei den Scheichs inzwischen ein Umdenken: Weg vom reinen Bauboom, hin zur Energieerzeugung aus Sand (Siliciumdioxid, dem Rohstoff für das benötigte Silizium) und Sonne (welche die enormen Energiemengen für die Produktion des hochreinen Siliziums bereitstellen könnte). Und ebenso zur Produktion von sauberem Trinkwasser mithilfe dieser Energie. Die Führungsrolle bei diesen Vorhaben aus dem Bereich der erneuerbaren Energien hat das Emirat Abu Dhabi übernommen. Obwohl sie auch heute noch auf acht bis neun Prozent der weltweiten Ölreserven sitzen, will dieses kleine Land zum "Silicon Valley" der Energie- und Umwelttechnik werden.
Moderne deutsche Technik ist bei den Scheichs beliebt und begehrt
Dazu gehört nicht nur die Beteiligung an Daimler mit dem Ziel, gemeinsam neue Antriebstechnologien und innovative Werkstoffe zu erforschen und zu produzieren. Der bisher größte Staatsfonds der Welt (mit einem Investitionsvolumen von rund 300 Mrd. USD), Adia, hält mit seinen verschachtelten Tochterfirmen Anteile an höchst interessanten Projekten. Dazu gehört eine moderne Fabrik für Dünnschichtsolarzellen, die zur Zeit im thüringischen Ichtershausen gebaut wird und Ende 2009 in Betrieb geht. Sie wird führend in der Herstellung besonders großer und damit günstig arbeitender Silizium-Dünnschichtmodule sein. Dieses Produktionszentrum (übrigens mit Anlagen der deutschen Manz Automation ausgerüstet) wird aber nur als Prototyp genutzt. Bereits 2010 soll eine mindestens doppelt so große Anlage in Abu Dhabi die Produktion aufnehmen, die nach deren Muster gebaut wird.
Masdar City: Eine clevere Investition in die Zukunft
Doch auch diese Fabrik ist nur ein kleiner Baustein in den ambitionierten Vorhaben. Denn mit den von ihr erzeugten Photovoltaik-Zellen soll 80% des Strombedarfs einer neuen Stadt produziert werden. Mit 22 Mrd. USD wird die Ökostadt Masdar City bis 2016 gebaut. Die nahezu emissionsfreie Stadt erhält die benötigte Energie praktisch ausschließlich von der Sonne. Neben den Photovoltaik-Anlagen werden Parabolrinnen-Solarkraftwerke die Stadt versorgen. Gerade laufen die Aussschreibungen, wer hier den Zuschlag für die Technik erhält. Auch Wasserentsalzungsanlagen können mit der Solarenergie in Zukunft betrieben werden. Der Strom für die Nachtstunden soll erst einmal mit Flüssigsalztanks gespeichert werden. In dieser Hinsicht könnte aber in Zukunft auch der mit der Daimler-Beteiligung erworbene Anteil an der sächsischen Li-Tec interessant werden. Denn große Lithium-Akkus gelten als mögliche Energiespeicher der Zukunft für Sonnen- oder Windstromanlagen. Mit Daimler werden voraussichtlich auch die speziellen, automatisierten Elektrofahrzeuge entwickelt werden, denn natürlich dürfen nur emissionsfreie Autos in die Stadt.
Soviel für heute aus Abu Dhabi und von Masdar City. Träumen Sie schön von den reichen Scheichs aus dem Orient. Morgen werde ich Ihnen noch mehr von der Stadt der Zukunft und den ambitionierten Plänen der jungen Generation in den Emiraten erzählen. Herzliche Grüße, Ihre
Daniela Knauer