DJ: XETRA-SCHLUSS/Sehr fest - Ford-Aussagen treiben DAX nach oben
FRANKFURT (Dow Jones)--Kräftig erholt von den Vortagsverlusten ist der deutsche
Aktienmarkt am Dienstag aus dem Handel gegangen. Dank positiver Nachrichten von
den US-Autoherstellern legte der DAX um 3,1% oder 137 auf 4.532 Punkte zu.
Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 170,0 (Vortag 149,3) Mio Aktien
im Wert von rund 3,13 (Vortag 3,48) Mrd EUR.
Vor allem die Aussagen des US-Autoherstellers Ford trieben die Kurse in
Europa und an der Wall Street nach einem Zwischentief steil nach oben. "Ford
sagt, dass sie keine Liquiditätsprobleme in 2009 sehen und das ist eine echte
Erleichterung für den Markt", sagte ein Händler. Zudem will Ford offenbar auf
alle Kritikpunkte aus der letzten Anhörung vor dem Kongress eingehen und den
Wünschen der Politiker nachkommen.
Auch General Motors folgten am Abend unter anderem mit dem Verzicht auf die
eigene Flugzeugflotte. Per Saldo werteten Händler die Aussagen als "klassisches
Entgegenkommen" an den Kongress. Die Wahrscheinlichkeit für ein
US-Auto-Rettungspaket sei damit drastisch gestiegen.
Am Markt besteht nun die Hoffnung, dass der massive Kursrutsch am
US-Aktienmarkt vom Montagabend nur eine Übertreibung war. Immerhin war dort der
Nasdaq-Index um 9% eingebrochen und der Dow Jones um 7,7%. Technische Analysten
äußern sich froh über die verteidigte Unterstützung bei 4.300 Punkten im DAX
und hoffen nun auf einen neuen Anlauf Richtung 4.700 Punkte.
Automobilwerte gehörten trotz schlechter Nachrichten zu den Tagesgewinnern.
VW stiegen um 5,6% auf 291,26 EUR, obwohl die US-Absatzzahlen einen
Verkaufseinbruch im November von 19,2% auswiesen. BMW legten um 4% auf 19,66
EUR zu und Daimler um 3,1% auf 23,57 EUR. Alle Aktien ignorierten damit die
schlechten Zulassungszahlen aus Deutschland: Auch hier brachen im November die
Neuzulassungen mit einem Minus von 17,6% auf den tiefsten Stand seit 1990 ein.
Finanzwerte legten ebenso eine Erholungsrally aufs Parkett. So sprangen
Commerzbank um 7,9% auf 6,99 EUR, Deutsche Bank um 4,9% auf 26,10 EUR und
Postbank um 2,2% auf 15,15 EUR. Deutsche Börse verloren dagegen 5,3% auf 50,20
EUR. Die November-Zahlen seien schwach ausgefallen, hieß es mit Blick auf die
neuesten Umsatzzahlen an der Frankfurter Aktienbörse. Münchener Rück legten um
3,9% auf 107,83 EUR zu. J.P. Morgan hatte hier das Kursziel auf 148 von 128 EUR
erhöht und die Aktie als Favoriten herausgestellt.
K+S legten um 1,6% auf 32,30 EUR zu und schüttelte damit die schwache
Geschäftsentwicklung des US-Düngemittelherstellers Mosaic ab. "Mosaic ist ein
aussagekräftiger Vergleichswert für K+S, auch wenn das Phosphat-Geschäft nicht
eins zu eins auf das Kali-Geschäft übertragen werden kann", so ein Händler.
Auch Lufthansa kletterten 5% auf 10,32 EUR. Das Unternehmen will sieben
Flugzeuge vorübergehend "parken" und damit Kosten sparen.
Im MDAX gewannen an der Spitze Arcandor fast 14% auf 2,05 EUR. Die Aktie
reagierte damit auf die überraschend guten Zahlen der britischen
Reisebürotochter Thomas Cook. Auch konjunkturnahe Titel wie Klöckner, Kuka und
SGL Carbon stiegen zwischen 9% und 5%. Im TecDAX erholten sich besonders die
Solarwerte vom Kurseinbruch am Vortag. Unter anderem sprangen Q-Cells um fast
15% auf 24,59 EUR und Phoenix Solar um 13% auf 24,32 EUR.
DJG/mod/reh
(END) Dow Jones Newswires
December 02, 2008 12:02 ET (17:02 GMT)
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