Rapides Wachstum
Exklusiv Q-Cells trotzt der Finanzkrise
von Claus Hecking und Mark Krümpel
Während alle Welt leidet, brummt beim Solarzellenhersteller das Geschäft. Das Unternehmen hält an seiner Prognose fest - und sieht trotz dickem Aktienminus sogar Chancen, Solarstrom schneller wettbewerbsfähig zu machen.
Der weltgrößte Solarzellenhersteller Q-Cells erwartet trotz der Finanzmarktkrise ein rapides Umsatz- und Gewinnwachstum. Ungeachtet des weltweiten Konjunkturabschwungs werde Q-Cells seinen Umsatz im kommenden Jahr um fast 70 Prozent auf 2,25 Mrd. Euro steigern, bei einer Ebit-Marge von 20 Prozent, sagte Konzernchef Anton Milner im Interview mit der FTD.
Q-Cells werde 2009 wie vorgesehen seine Produktion von rund 600 auf mehr als 1000 Megawatt ausbauen; die Finanzierung sei bereits unter Dach und Fach.
Die im TecDax notierte Q-Cells-Aktie war am Montag eingebrochen, nachdem Milner der "Berliner Zeitung" gesagt hatte, er rechne wegen der Finanzkrise mit einem schwächeren Wachstum der Solarbranche. Dies gelte allerdings bislang nur für die Konkurrenz, präzisierte er im Gespräch mit der FTD. So liege in China derzeit der Bau von Solarzellenfabriken mit einer Kapazität von 2500 Megawatt pro Jahr mangels Liquidität auf Eis.
Damit widerlegt Q-Cells Analysten, die vor den Auswirkungen einer Rezession auf die gesamte Solarbranche warnen. Wegen der Zurückhaltung der Banken bei der Vergabe von Krediten könnte die Nachfrage nach Fotovoltaikprodukten spürbar sinken, weil Projekte verschoben oder nicht realisiert werden, erwarten etwa die Analysten der Deutschen Bank.
Konzernchef Anton Milner erwartet weiteres Wachstum für sein Unternehmen Q-Cells hingegen sieht in der Krise sogar eine Chance, Solarstrom schneller wettbewerbsfähig zu machen. So seien die Kosten für den wichtigsten Rohstoff Silizium zuletzt deutlich gesunken, sagte Milner. "Zudem gehen die Leitzinsen herunter - und damit, so hoffen wir, auch auf Dauer die Finanzierungskosten für Privatkunden, die ein solches System auf ihrem Dach installieren wollen."
Schon 2009 werde Strom vom Dach in Süditalien gleich teuer sein wie der Strom aus der Steckdose. In Deutschland, wo Solarstrom noch immer massiv subventioniert werden muss, erwartet Milner diese "Netzparität" im Jahr 2014.
An der Börse sind 2 mal 2 niemals 4, sondern 5 minus 1.
Man muß nur die Nerven haben, das minus 1 auszuhalten.