Zuerst einmal: Konstruktive Kritik und hinterfragen ist gesund und hat noch nie geschadet. Wenn man Geld gewinnt - ist eh alles obsolet - wenn man Geld verliert - möchte man verstehen warum. Nur unter konstruktiver Kritik verstehe ich dann aber auch, dass man bei den Tatsachen bleibt und nicht Dinge verdreht, die so nicht sind.
In diesem Sinne versuche ich deinen Blog zu beantworten - obwohl ich zur Zeit in London bin und den Abschluss der Olympischen Spiele als Zuschauer zelebriere.
1. Rok Global - und dies ist meine persönliche Meinung - wird vom Entry Standard ablassen, nicht weil sie die Auflage nicht erfüllen könnten, sondern weil der verlangte Nominal-Wechsel tödlich wäre. Diese Euro 1.-- Auflage macht keinen Sinn und nicht mal in den USA wo das Sarbanes Oxley Gesetz knallharte Auflagen hat, verlangt man einen Nominal Change, weil jeder SEC Anwalt und Corporation Lawyer gegen so eine Umwechslung sofort Protest laufen würde. Der Grund: Der Nominal Change ändert nichts an den Fundamentals, nichts an der Kapitalisierung, sondern ist eine pure Augenwischerei über die "künstliche" Kurserhöhung, jedoch auf der anderen Seite einen totalen Liquiditätsentzug für den Handel.
2.RoK kann sehr leicht sich in Stuttgart listen lassen. Wenn du also schreibst - unmöglich laut Traderbernds Nachfrage - dann sage ich dir 100 % möglich nach meiner Nachfrage bei Anwälten welche ich aus meiner Tätigkeit her sehr gut kenne und welche einige Unternehmen in Deutschland an die Börse begleitet haben. Die gleiche Antwort erhalte ich von einem Kollegen welcher über seine Englische Finanzgesellschaft in Stuttgart Derivate handelt. Stuttgart legt unter anderem das Augenmerk übrigens auf das operative Geschäft und an diesem Punkt gehe ich davon aus, auch der grösste Rok Kritiker zugestehen muss, dass dieses Profil absolut intakt ist und gemessen an Unternehmen welche in Stuttgart gehandelt werden weit die Forderungen erfüllt.
Bei Verschmelzung mit Rok Stars - schreibst du ebenfalls ausgeschlossen. Auch her muss ich dich enttäuschen und ich gehe davon aus, dass deine Quellen nicht besser sind als meine. Warum ich die Chutzpa habe dies so zu formulieren: Rok-Stars und Rok-Global sind Englische Gesellschaften und unterstehen dem Angelsächsichen Recht. Ob eine Verschmelzung möglich ist, entscheidet das sogenannte UK Takeover Panel. Ich glaube kaum dass du mit diesen Leuten gesprochen hast. Auflage für eine Verschmelzung ist von diesem Panel klar vorgegeben und gemäss meinen Informationen sind die Chancen sehr gross, dass die geforderten Auflagen erfüllt würden, weil bei beiden Gesellschaften die gleichen Gründer vorstehen, diese Gründer wiederum die absolute Mehrheit halten und ein"allfälliger" Zusammenschluss Synergien freilegen würde. Also das Problem ist nicht ob es vom Panel bebilligt würde, die Frage ist ob die beiden Gründer dies Wollen. Und es kommt hier noch etwas anderes hinzu: Wie errechnet sich das faire Ratio. Ich haben in den USA bei einigen Mergers mitgemacht und weiss von was ich spreche. Das Hypothese Modell nicht den Status-Quo und ein Trailing Potenzial dass auf Grund von Aufträgen vorherrscht oder möglich ist. Kurz: Der Status Quo könnte ein Ratio z.b. mit 4 zu 1 errechnen wobei das Trailing ein ganz anderes Ratio verlangt. Falls Rok diesen Schritt machen würde, müssten sie wohl gemäss Accounting- Vorlage und mit juristischer Hilfe das Ganze durchrechnen lassen. Also kurz: Die Frage ist nicht ob es juristisch geht - die Frage ist ob Rok dies überhaupt will.
Was du im Zusammenhang mit dem RS-Split schreibst ist gelinde gesagt nicht sehr gut überlegt. 1.) Ein Reverse-Split ist keine Totalverlust für die Aktionäre - (Warum hat es dann Citycorp Symbol USA C und viele andere gemacht -) Der Aktionär hat nachher den genau gleichen Wert im Depot. Alte Aktien dividiert durch das Split Ratio mal alter Aktienkurs multipliert durch das Ratio = gleiches Endresultat. Schädlich ist das Einzige, dass Aktienliquidität die für den Handel wichtig ist schrumpft und viele Player nicht illiquide Aktien spielen. Dein Argument, dass dann die Gesellschaft wegen dem höheren Aktienkurs mehr Uebernahmen machen könnte macht auch kein Sinn. Auch hier ist das Resultat das gleiche - entscheident ist der Ueberahmepreis. Nehmen wir ein Beispiel von 1 Mio. Beim heutigen Aktienkurs würde dies 50 Mio Aktien bedeuten nach einem RS von 100 zu 1 = 500.000 Aktien. Nur, nach einem RS würde die Gesellschaft neu ausstehend haben 2.2 Mio Aktien und ein Authorisiertes Kapital von 10 Mio Aktien - gegenüber von heute 220 Mio Aktien versus 1 Milliarde. So where is the BEEF.
Fazit: Rok wird und da wette ich meinen Kopf keinen RSplit akzeptieren (mit Recht) und demnach ist der nächste Schritt Stuttgart. Ob RKS und RKG sich zusammenschliessen werden muss im Interesse der beiden Gründer sein und falls so, würde ich auch keine Probleme seitens des Take-Over Panels sehen. Zu guter Letzt: Die Verwässerung (Grund Zahlung von Uebernahmen mit Aktien plus Umwandlung von Darlehen in Eigenkapital) haben die Zahl von 70 Mio auf 220 Mio anschwellen lassen. Das Resultat: Kapitalisierung von Euro 4.4 Mio. So ist der Markt: Wenn der Markt glaubt - smart buyers - dass es eine weitere Verwässerung geben könnte wegen weiteren Umwandlungen von Darlehen in Eigenkapital - spielt der Markt auf der Bid Seite nach unten was dazu führt, dass die Aktien massiv unterbertet gehandelt wird und aus meinem Blickwinkel auch richtig ist, weil niemand weiss wann es damit vorbei ist. Aber - und dies ist der wichtigste Punkt - die beiden Hauptaktionäre wissen auch, dass eine zu Grosse Verwässerung ihnen nichts bringt. Ich habe lieber 1 Mio Aktien fair Value, als 10 Mio Aktien unter Wasser. So an einem gewissen Punkt wird diese Konversion vorbei sein und auch - falls noch eine hängig ist was sein könnte - Uebernahme welche mit Aktien bezahlt wird - und ab diesem Zeitpunkt ist die Party mit billig einkaufen vorbei. Wie schnell es dann gehen kann haben wir zu Genüge bei anderen Unternehmen gesehen.