Salamander hat Staub angesetzt, der muß weg"
Egana Goldpfeil hat die Traditionsmarke gekauft - Der Chef glaubt an den Standort Deutschland
Düsseldorf - Die Traditions-Schuhmarken Salamander und Lurchi haben schon wieder einen neuen Eigentümer. Der Luxuskonzern Egana Goldpfeil aus Hongkong hat die Marken aus der Insolvenz der Garant AG übernommen - die sie gerade erst vom Versorger EnBW gekauft hatte. "Wir werden schon im ersten Geschäftsjahr Geld verdienen", sagt Hans-Jörg Seeberger, Unternehmenschef und größter Aktionär. Er will in Salamander-Läden auch Produkte seiner Marke Joop anbieten. In Deutschland sieht er große Chancen. Mit Seeberger sprach Hagen Seidel.
DIE WELT: Seit Jahrzehnten haben Salamander und Lurchi Probleme: Bei EnBW war die Marke verkümmert, bei Garant war sie der Hauptgrund für den Konkurs. Warum soll jetzt Egana Goldpfeil eine Goldgrube daraus machen?
Hans-Jörg Seeberger: Weil wir sehr große Erfahrungen bei Restrukturierungen haben. In den vergangenen Jahren waren es sechs Firmen, die wir nach zwei bis vier Jahren wieder in die Gewinnzone gebracht haben. Nach der Due Diligence bin ich mir sicher, daß Salamander die schnellste Sanierung wird, die wir jemals hatten.
DIE WELT: Warum? Wann verdienen Sie Geld mit Salamander?
Seeberger: Wir werden schon im ersten Geschäftsjahr, das am 1. Juni beginnt, Geld verdienen. Ich glaube, die ganze Restrukturierung wird nur zwölf Monate dauern. Wir haben ja den Vorteil, daß wir aus der Insolvenz nur die echten Assets wie die besten 52 der 107 Geschäfte übernommen haben. Das ist jetzt wahrscheinlich das beste Ladennetz, das es in der Geschichte des Unternehmens je gegeben hat. Und alle Auslandsgesellschaften erzielen Gewinne, keine einzige mußte in den Anschlußkonkurs gehen. Das ist schon ein wichtiger Hinweis auf die Stärke des Unternehmens. Gerade in Osteuropa hat die Marke ein exzellentes Renommee. In Polen ist die Marke so bekannt wie Coca-Cola. Auch in Rußland, Ungarn oder Österreich hat sie einen exzellenten Ruf. Das werden ganz wichtige Wachstumsmärkte für uns. Ich habe den Eindruck, in Deutschland hat Salamander wegen der ewigen negativen Schlagzeilen nahezu das schwächste Image.
DIE WELT: Mit welchem Konzept wollen Sie denn Salamander und Lurchi wieder flott machen?
Seeberger: In der Vergangenheit gab es etwas, das ich einmal Inzucht nennen möchte. Die Marken durften sich bei Neuentwicklungen generell nur im eigenen Konzern bedienen. Und in Salamander-Läden gab es fast nur Salamander-Produkte - das hat die Marke gelähmt. Wir haben ein ganz anderes Konzept. Wir werden die Läden - alle in 1-A-Lagen - wo notwendig umbauen und neben einem selektiven Salamander-Portfolio auch passende Leder-Produkte unserer anderen Marken wie Joop oder Goldpfeil anbieten. Etwa Schuhe, Gürtel, Taschen oder Accessoires. Vielleicht sogar kombiniert mit hochwertigen Produkten von Wettbewerbern. Das wird die Attraktivität der Läden weiter erhöhen. Salamander hat Staub angesetzt, der muß weg.
DIE WELT: Sie gelten als Luxuskonzern. Bekommt man Salamander-Schuhe künftig nur noch zum Luxuspreis?
Seeberger: Nein. Wir wollen die bisherigen Kunden nicht vergraulen. Die Produkte werden bezahlbar bleiben.
Egana Goldpfeil hat die Traditionsmarke gekauft - Der Chef glaubt an den Standort Deutschland
Düsseldorf - Die Traditions-Schuhmarken Salamander und Lurchi haben schon wieder einen neuen Eigentümer. Der Luxuskonzern Egana Goldpfeil aus Hongkong hat die Marken aus der Insolvenz der Garant AG übernommen - die sie gerade erst vom Versorger EnBW gekauft hatte. "Wir werden schon im ersten Geschäftsjahr Geld verdienen", sagt Hans-Jörg Seeberger, Unternehmenschef und größter Aktionär. Er will in Salamander-Läden auch Produkte seiner Marke Joop anbieten. In Deutschland sieht er große Chancen. Mit Seeberger sprach Hagen Seidel.
DIE WELT: Seit Jahrzehnten haben Salamander und Lurchi Probleme: Bei EnBW war die Marke verkümmert, bei Garant war sie der Hauptgrund für den Konkurs. Warum soll jetzt Egana Goldpfeil eine Goldgrube daraus machen?
Hans-Jörg Seeberger: Weil wir sehr große Erfahrungen bei Restrukturierungen haben. In den vergangenen Jahren waren es sechs Firmen, die wir nach zwei bis vier Jahren wieder in die Gewinnzone gebracht haben. Nach der Due Diligence bin ich mir sicher, daß Salamander die schnellste Sanierung wird, die wir jemals hatten.
DIE WELT: Warum? Wann verdienen Sie Geld mit Salamander?
Seeberger: Wir werden schon im ersten Geschäftsjahr, das am 1. Juni beginnt, Geld verdienen. Ich glaube, die ganze Restrukturierung wird nur zwölf Monate dauern. Wir haben ja den Vorteil, daß wir aus der Insolvenz nur die echten Assets wie die besten 52 der 107 Geschäfte übernommen haben. Das ist jetzt wahrscheinlich das beste Ladennetz, das es in der Geschichte des Unternehmens je gegeben hat. Und alle Auslandsgesellschaften erzielen Gewinne, keine einzige mußte in den Anschlußkonkurs gehen. Das ist schon ein wichtiger Hinweis auf die Stärke des Unternehmens. Gerade in Osteuropa hat die Marke ein exzellentes Renommee. In Polen ist die Marke so bekannt wie Coca-Cola. Auch in Rußland, Ungarn oder Österreich hat sie einen exzellenten Ruf. Das werden ganz wichtige Wachstumsmärkte für uns. Ich habe den Eindruck, in Deutschland hat Salamander wegen der ewigen negativen Schlagzeilen nahezu das schwächste Image.
DIE WELT: Mit welchem Konzept wollen Sie denn Salamander und Lurchi wieder flott machen?
Seeberger: In der Vergangenheit gab es etwas, das ich einmal Inzucht nennen möchte. Die Marken durften sich bei Neuentwicklungen generell nur im eigenen Konzern bedienen. Und in Salamander-Läden gab es fast nur Salamander-Produkte - das hat die Marke gelähmt. Wir haben ein ganz anderes Konzept. Wir werden die Läden - alle in 1-A-Lagen - wo notwendig umbauen und neben einem selektiven Salamander-Portfolio auch passende Leder-Produkte unserer anderen Marken wie Joop oder Goldpfeil anbieten. Etwa Schuhe, Gürtel, Taschen oder Accessoires. Vielleicht sogar kombiniert mit hochwertigen Produkten von Wettbewerbern. Das wird die Attraktivität der Läden weiter erhöhen. Salamander hat Staub angesetzt, der muß weg.
DIE WELT: Sie gelten als Luxuskonzern. Bekommt man Salamander-Schuhe künftig nur noch zum Luxuspreis?
Seeberger: Nein. Wir wollen die bisherigen Kunden nicht vergraulen. Die Produkte werden bezahlbar bleiben.
