Grish: #1846 "....Insolvenz also Zahlungsunfähigkeit ist nicht gleichbedeutend mit „es gibt keine Vermögenswerte“. Artemis verdient sein Geld als Beteiligungsgesellschaft größtenteils mit den Dividenden seiner Beteiligungen und tilgt damit seine Schulden bzw. zahlt damit seine Schuldzinsen. Wenn man nun hoch verschuldet ist und die Dividenden aufgrund wirtschaftlicher Schräglage der Beteiligungen (vor allem bei Kering) reduziert werden bzw. möglicherweise sogar ganz ausfallen, kann das zu Zahlungsschwierigkeiten führen.....Die Frage ist also wieviel Druck Pinault hat Geld aufzutreiben. Sollte der Druck durch geringere Einnahmen länger andauern, könnte er gezwungen sein, seine Anteile billiger zu verkaufen als er eigentlich möchte. .."
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Was du geschrieben hast ist soweit völlig richtig. Diese Thematik Schulden und Pinault war ja im Juli nur ein kurzer medialer Sturm im Wasserglas bzw. Füllpappe im Sommerloch. Es ist doch schon länger geklärt, daß es garkeine schlimme Schuldenproblematik gibt, um Pinault nun zu überstürzten Beteiligungsverkäufe zu veranlassen. Von Seiten der Familie Pinault bzw. Artimis wurde jüngst auch glasklar kommuniziert, daß Artemis in diesem oder im nächsten Jahr keine fälligen Schulden habe, die es zum Verkauf von Vermögenswerten zwingen würden. Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder man versteht die Aussage und konzentriert sich wieder auf andere Dinge oder man möchte wider besseren Wissens weiter Schuldenkrise bei Pinault verbreiten, um das Puma-Gerücht über einen baldigen Verkauf "selbstlos" weiter am köcheln zu halten.
Schulden sind als solche nicht schlimm, wenn man die Zinsen zahlen kann und Refinanzierungen auch immer wieder möglich sind. Das Portfolio der Holding ist ja so breit aufgestellt, daß mit den Dividenden die Zinsen gezahlt werden können, selbst nach deutlichen Divi-Rückgängen bei Puma und Kering. Die Holding setzt jetzt erst einmal auf den neuen Puma CEO und die neue Strategie, die mit den Q.3 Zahlen vorgestellt wird. Sollte man in vielleicht einem Jahr noch immer das Gefühl haben auch mit neuer Strategie und neuem CEO wird nichts besser, dann wäre vielleicht eher Verkaufbereitschaft zu erwarten. Aber kurzfristig? Das sehe ich weder einen Bieter der sehr extreme Aufschläge für das Paket bezahlt, noch sehe ich Druck auf Pinault verkaufen zu müssen. Von daher sollte man vielleicht sich nicht nur dem gefühlt 100sten Aufguß von Gerüchten widmen, sondern wieder mehr schauen was sich fundamental weiter tut, wenn die Q.3 Zahlen kommen und ob dann die neue Strategie überzeugen kann. Letzteres ist vermutlich wichtiger. Wenn die Strategie glaubwürdig klingt, dann könnte es sogar die eventuell schwachen Q.3 Zahlen kaschieren und einen positiven Impuls auf den Kurs bringen, da am Ende Zukunft gehandelt wird und eine Turnaround-Strategie wichtiger ist als was die letzten 3 Monate war. Bei Nike war es doch so ähnlich als man letztes Jahr den neuen CEO einsetzte und die neue Strategie vorstellte.
29.07.2025 - Puma- und Kering-Großaktionär verneint Liquiditätsprobleme www.handelsblatt.com/unternehmen/...tsprobleme/100144927.html "....Die Familienholding des französischen Milliardärs Francois Pinault sieht ihre Finanzierung trotz der fallenden Aktienkurse der Beteiligungen Kering und Puma nicht in Gefahr. Artemis bezeichnete die angeschwollene Schuldenlast als „vorübergehenden Anstieg“. „Wir haben keine Liquiditätsprobleme“, erklärte die Holding auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters. Die Kredite seien auch nicht an den Aktienkurs der Gucci-Muttergesellschaft Kering gekoppelt, bei der Pinault über Artemis mit 43 Prozent der größte Aktionär ist und die Mehrheit der Stimmrechte hält..... Artemis erklärte, die Holding sei nicht von den Dividenden von Kering abhängig. „Tatsächlich zahlen andere Unternehmen aus unserer Gruppe regulär beträchtliche Ausschüttungen, die den Großteil unseres Schuldendienstes decken.“ Der Familienholding gehört auch das Auktionshaus Christie's, einige exklusive Weingüter und ein Unternehmen, das Polar-Kreuzfahrten anbietet.
Artemis soll Puma-Verkauf vorerst ausschließen -12.09.2025 de.fashionnetwork.com/news/...erst-ausschliessen,1763410.html "....Artemis, die Holdinggesellschaft der Familie Pinault, wird ihren 29-prozentigen Anteil an der Sportmarke Puma nicht zum aktuellen Marktwert verkaufen und führt auch keine Gespräche über einen Verkauf, wie eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle am Dienstag gegenüber Reuters erklärte. Die Aussagen - die ersten einer Quelle mit detaillierten Kenntnissen über die Geschäfte des Privatunternehmens - folgen auf einen Bericht von Bloomberg vom August, wonach Artemis potenzielle Käufer für seine 960 Millionen Dollar schwere Beteiligung an Puma sondiert. Die Quelle, die aufgrund der Vertraulichkeit der Informationen anonym bleiben wollte, sagte, Artemis sei von vielen potenziellen Interessenten für seine Beteiligung angesprochen worden – darunter Private-Equity-Firmen und Branchenkollegen –, betonte jedoch, dass das Unternehmen derzeit keine Verhandlungen führe. "Würden wir auf diesem Niveau verkaufen? Nie im Leben... Wir sind der Meinung, dass Puma viel mehr wert ist als das", sagte die Person und schloss sich damit den öffentlichen Äußerungen des Artemis-Vorstandsvorsitzenden François-Henri Pinault von Anfang dieser Woche an, dass Puma nicht "strategisch" sei. Die Quelle sagte, dass Puma zwar nicht für immer im Portfolio von Artemis verbleiben werde, dass aber jetzt nicht der richtige Zeitpunkt für einen Verkauf sei..... Die Quelle fügte hinzu, dass Artemis volles Vertrauen in den neu ernannten Puma-CEO Arne Hoeld habe, das Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen, und betonte, dass Artemis in diesem oder im nächsten Jahr keine fälligen Schulden habe, die es zum Verkauf von Vermögenswerten zwingen würden.
