Prototyp des Stickstoffmotors getestet


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Sahne:

Prototyp des Stickstoffmotors getestet

 
27.06.03 08:53
Forschung aktuell | Aus Naturwissenschaft und Technik
Prototyp des Stickstoffmotors getestet 1076029
26.6.2003
Fast nur erhitzte Luft
Prototyp des Stickstoffmotors getestet
Prototyp des Stickstoffmotors getestet 1076029Technik. - Die Tatsache, dass das Erdöl endlich ist und es somit irgendwann kein Benzin mehr geben wird hat dazu geführt, dass weltweit Wissenschaftler an Alternativen tüfteln. Autos fahren bereits mit Sonnenenergie, flüssigem Wasserstoff oder Brennstoffzellen, andere Motoren werden mit Gas angetrieben oder ziehen ihre Energie aus Strom. Heute nun wurde eine neue Variante im Bayerischen Deggendorf vorgestellt: Der Stickstoffmotor.

Von Wolfgang Nitschke

Heinrich Schmid heißt der Erfinder des Stickstoffmotors, der heute in zwei Booten auf der Donau Premiere hatte - doch eigentlich wollte er etwas ganz anderes erfinden: einen Druckluftmotor:

Druckluft ist ja ein wunderschönes Medium, man komprimiert sie und wenn man sie benötigt, lässt man sie wieder los. Nur die Idee war dann eben soweit, dass man gesagt hat: Flüssiger Stickstoff hat einen Riesenvorteil gegenüber Druckluft,. man kann ihn bei plus einem bar lagern, man kann ihn, wenn man ihn mit Wärme versorgt, mit einem Druck von 500 bar erweitern oder man nutzt ihn geregelt, wie es wir in unseren Booten machen mit bis zu sechs bar. Absolut keine gefährliche Situation, nichts hochleistendes mit Drücken, keine Brennbarkeit im System, keine Brennbarkeit am Boot und Sie haben Energie die unerschöpflich ist - unsere Luft besteht ja zu 78 Prozent aus Stickstoff.

Der flüssige Stickstoff wird mit Hilfe von Kompressoren und Gasabscheidern in Großanlagen, die eigentlich an Edelgase herankommen wollen hergestellt und bislang einfach wieder in die Atmosphäre entlassen. Abgefüllt in Tanks dient der bisherige Abfall nun zum Antrieb des neuen Motors. Schmid:

Ich war selbst überrascht, wie einfach es geht. Sie nehmen kalte, verflüssigte Luft, daraus ziehen Sie ja den Stickstoff, den speichern Sie in einem Vakuumtank, damit kann er die Wärme nicht annehmen, er bleibt kalt und verflüssigt bis zu zwei oder vier Wochen. Aus diesem Tank entnehmen Sie den Stickstoff, speisen ihn mit der Wärme aus dem Wasser, aus dem See oder Fluss so wie ein Durchlauferhitzer und er beginnt sich aus zu dehnen. Von dem flüssigen Stadium geht er ins Gasstadium über, und ich habe Druckgas und mit diesem Druckgas fahre ich einen Druckgasmotor.

Der allerdings muss im Vergleich mit herkömmlichen Druckgasmotoren etwas modifiziert werden. Schmid:

Das heißt, ich muss das System effizient machen, damit sehr schnell sehr viel Wärme in das System eindringen kann, dass ich auch eine wirkliche, wunderbare Expansion von Druck habe.

Ein gewaltiger Vorteil des Stickstoffmotors ist die Tatsache, dass er überhaupt keine Abgase erzeugt und nebenbei noch viel effizienter arbeitet, als Diesel- oder Otto-Motoren. Nachteil ist der gewaltige Stickstoffverbrauch - der allerdings durch die unerschöpflichen Mengen an Stickstoff, die es gibt, nicht ganz so schwer ins Gewicht fallen sollte. Schmid:

Momentan verbraucht er noch rund das Vier- bis Fünffache an Volumen. Das heißt, wenn Sie mit einem normalen Boot um die zehn Liter pro Stunde brauchen, brauchen wir eben 50 Liter. Das ist eben unser kleines Manko, aber wir haben den Riesenvorteil, unser Sprit ist ja um die 60 bis 80 Prozent im Gesamten billiger, als herkömmlicher Treibstoff.

Der Erfinder und seine Firma glauben deshalb, dass die neue Antriebsart in Zukunft große Marktanteile gewinnen wird - weil man gerade beim Boot den gesamten Rumpf als Tank verwenden kann. Aber sie haben neben dem Bootsmotor schon einen weitern in der Entwicklung. Zusammen mit dem Vater der Formel 1-Piloten Michael und Ralf Schumacher wird ein Stickstoff-Go-Kart entwickelt - was etwas komplizierter ist, als der Bootsmotor, weil die Wärme ja nicht aus dem Wasser, sondern direkt aus der Luft gezogen werden muss. Aber auch an Autos oder Kleinflugzeuge mit Stickstoffantrieb denkt der Erfinder schon. Allerdings bleibt gerade bei Autos immer die Frage, ob die Automobilindustrie mitmacht. Deren Reaktionszeit auf Innovationen sei vergleichbar mit der einer Schnecke im Vergleich zu fließendem Wasser, meint Schmidt, und es würde sicher wieder die Frage der Tankstellen gestellt. Die jedoch ist keine, denn schon heute gibt es bereits 750 Stickstoffzapfsäulen, allein bei der Firma Linde. Denn die Kühlsysteme der großen Gemüse- oder Fruchttransporter werden - genau wie der Motor - mit flüssigem Stickstoff betrieben.

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Mützenmacher:

Lol, und der fl. N2 wird mit keiner Energie her-

 
27.06.03 08:59
gestellt oder wie?

Lol
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bellfounder:

@Mütze

 
27.06.03 09:11
wo kommt denn der flüssige H2 her?

Der wächst schließlich auch nicht hinterm Haus.

Viele Grüße,

bellfounder
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Rheumax:

Physik war nie meine Stärke, aber

 
27.06.03 09:12
wie sieht das mit der Energiebilanz aus?
Da wird doch nur die Energie wieder frei, welche beim Verflüssigen des Stickstoffs hineingesteckt wurde, wenn ich das richtig verstehe.
Außerdem geht bei so einer Umwandlung auch immer ein Teil verloren (Wirkungsgrad).
Deshalb frage ich mich, wie uns dieses Prinzip voranbringen soll.
Außer als Verwendung eines Abfallproduktes, das z.B. bei der Edelgasgewinnung sowieso
anfällt.
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Mützenmacher:

Belli, der kann mittlerweilen mit bestimmten Bakte

 
27.06.03 09:14
rien hergestellt werden.
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Boxenbauer:

@Mützenmacher:

 
27.06.03 09:16
Das ist genau der Knackpunkt. Motoren kann man mit allem möglichen Zeugs antreiben - Probleme macht immer die Energie, und zwar an zwei Punkten: Herstellung und Speicherung.
Autos mit nem Stickstoffmotor wird es nie geben. Genausowenig wie konkurrenzfähige Elektroautos, Druckluftautos, Schwungradautos etc.
Der Energiegehlat ist einfach pro Volumen und/oder Masse zu gering.

Sinn machen nur fossile Brennstoffe (Die Erde hat Millionen von Jahren gebracuht um Energie so eng zu speichern) wie Erdöl (Benzin, Diesel) und Erdgas (mein Favorit für die nächsten Jahre, deshalb gibt es auch bald nen Volvo- BiFuel für mich).
Die einzig ernstzunehmende Alternative stellen Brennstoffzellen da. Wobei Wasserstoff auch nicht gerade einfach zu händeln ist. Wenigstens ist aber der Energiegehalt pro Masseneinheit bei H am höchsten.



Beste Grüße

Prototyp des Stickstoffmotors getestet 1076073 Boxenbauer
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cap blaubär:

ohhh mit titrierten toluol kann man ganz schnell

 
27.06.03 09:16
ganz viel stickstoff machen iss nur was laut
blaubärgrüsse
Antworten
Mützenmacher:

Was ist titriertes Toluol?

 
27.06.03 09:19
Toluol kenn ich, aber titriertes Toluol?  
Antworten
cap blaubär:

tnt o. T.

 
27.06.03 09:24
Antworten
Mützenmacher:

Ach so, Tri Nitro Toluol

 
27.06.03 09:26
sags doch gleich
;-)
Antworten
bellfounder:

@Mütze

 
27.06.03 09:32
Aber hier ist das doch auch wie mit allem Anderen. Für die Bakterien benötigt man riesige Fermenter, die temperiert werden müssen, und dann beötigen die Viecher bestimmt auch noch eine Nährlösung - also aus Luft und guter Laune machen die uns unseren Sprit auch nicht. Die Frage ist doch - wie Boxenbauer schreibt - wie komme ich mit wenig Input an viel Output.

Viele Grüße,

bellfounder

Prototyp des Stickstoffmotors getestet 1076106
 
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Rheumax:

Titriertes Toluol?

 
27.06.03 09:38
Meinst Du nitriertes Toluol?
Die Titration ist meiner nur noch schwachen Erinnerung nach ein Verfahren der quantitativen Analyse.
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Mützenmacher:

Belli, stimmt schon, für das Verhältnis

 
27.06.03 09:39
gibt´s noch keine wirklich befriedigende Lösung.
Antworten
Boxenbauer:

@bellifounder:

 
27.06.03 09:49
Wenig Input - viel Output funktioniert nicht. Erdöl ist nur so billig, weil wir den Input nicht gemacht haben. Was die Saudis und andere machen, ist "nur" auspacken.


Beste Grüße

Prototyp des Stickstoffmotors getestet 1076144 Boxenbauer
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cap blaubär:

das dicke schiffsdiesel mit pressluft angelassen

 
27.06.03 09:56
werden iss bei kolbenmotoren ja nix neues,was fürn gas da gebraucht wird iss aber unerheblich,fakt iss nunmal sehr weit kommt da keiner mit denn was auch immer verflüssigt wird brauch irre platz,also den trick was zu verbrennen ob offen oder über ne brennzelle iss halt der joker freundliche physiker können das sicher nun mit joule´s unterlegen.
blaubärgrüsse
Antworten
Sahne:

Der Vorteil ist

 
27.06.03 10:08

das flüssiger Stickstoff gegenüber Druckluft bei einem bar Überdruck gelagert werden kann und das er fast unerschöpflich ist. Ausserdem fällt er in der Edelgasproduktion als Abfall ab. Ein Stickstoffmotor erzeugt keine Abgase allerdings wird das 5-fache Volumen benötigt.
Oben wird geschrieben :
"und nebenbei noch viel effizienter arbeitet, als Diesel- oder Otto-Motoren."

Das würde ja heissen, der Wirkungsgrad ist besser als bei Diesel/Ottomotoren!?

Die Okö/Energiebilanz würde ich trotzdem gerne sehen...

Antworten
Mützenmacher:

Wirkungsgrad besser ... lol o. T.

 
27.06.03 10:13
Antworten
Mützenmacher:

Soo, leg mich jetzt in die Sonne - bester Wirkungs

 
27.06.03 10:17
grad für mich ;-)

Tschüßli
Mützli
Antworten
Boxenbauer:

@Sahne und Mütze:

 
27.06.03 11:09
Wieso, der Wirkungsgrad bei Verbrennungsmotoren ist beschissen. Beschissener gehts gar nicht, der liegt irgendwo zwischen 20 und 35%. E-Motoren können 95% erreichen.
Wir akzeptieren das nur, weil der Sprit eben so billig ist.

Motoren die mit kompressiertem Gas (Luft oder Stickstoff) arbeiten haben einen besseren Wirkungsgrad, das ist doch keine Frage. Das liegt daran, daß sie längst nicht so heiß werden wie Verbrennungsmotoren. Außerdem ist der mechanische Verschleiß geringer und es braucht weniger geschmiert werden. Hab mal gelesen, daß ein Schnapsglas Salatöl für 50.000km reicht.
Wenn man aber das gesamte System betrachtet, erscheint alles in einem anderen Licht. Der Wirkunsgrad bei Druckgassystem sinkt auch auf erbärmliche 25%, wenn man die Gasgewinnung, die Kompression und diverse Speicherwechsel dazu nimmt. Beim Benzin ist das keine Thema. Den kannst du hundertfünfzig mal umschütten und es get kaum was verloren.


Beste Grüße

Prototyp des Stickstoffmotors getestet 1076328 Boxenbauer
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blindfish:

warum so pessimistisch?

 
27.06.03 11:30
wenn da noch geforscht werden muss, ist das doch ok... wichtig ist, das man sich gedanken machen muss, was das erdöl mal ersetzt! oder war etwa der benzinmotor jemals perfekt?! nämlich überhaupt nicht (wie boxenbauer schon geschrieben hat), auch wenn die entwicklung der direkteinspitzer-diesel gerade in letzter zeit schon gezeigt hat, das einiges gemacht werden kann!  
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bellfounder:

So ischt ääs

 
27.06.03 12:01
Viele Grüße,

bellfounder

Prototyp des Stickstoffmotors getestet 1076413
Antworten
WALDY:

Na eine (meine) Idee:

 
27.06.03 12:08
1.
In der Sahara ( oder andre Wüsten)
Sonnenkraftwerke)
2.
Den Strom mittel Supraleiter nach XYZ
bringen.

( www.physik.tu-berlin.de/institute/IFFP/thomsen/supra01.html )
3.
Den Strom von Nr.:1 an die Küste ( Wasser)
bringen mittel's Nr.:2 und.
4.
Strom + Wasser =  Naaaa wer weis es???
Richtig!
5.
Produkt von 4 in die " Pipeeliene" oder:
Per Tanker nach XYZ.

MfG
 waldy

Ps....alles machbar....
aber wer will das ?
Jaaaaaa...wir......
*g*
Neee...solang es ÖL gibt .
keine chance....

Leider!!!!

Was für ein Jammmer ÖL zu

VERHEITZEN.

Antworten
Sahne:

Ich Ich Ich weiss es!

 
27.06.03 15:24
Elektrolyse!?  Wasserstoff!?

Du Schlingel *g*
Antworten
WALDY:

Sehr Gut! darum für Dich:

 
27.06.03 15:34
 Der Weg der Milch - von der Kuh zur Sahne

www.lehrerfortbildung.bezreg-detmold.nrw.de

MfG
  waldy
Antworten
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