Da wird auf AXEL spekuliert, genau das mache ich nun auch, was ist daran verkehrt, Selbst ohne Axel sehe ich bald wieder bessere Kurse auf mich zukommen.
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ProSiebenSat.1: Ein Konzern im Wandel (II)
Leon Müller
ProSiebenSat.1 Media steckt in Schwierigkeiten. Selbst wird sich das Unternehmen kaum aus der misslichen Lage befreien können. Axel Springer könnte als Retter in der Not auftreten. Die Chancen stehen nicht schlecht.
Die Zentrale der ProSiebenSat.1 Media AG in München/Unterföhring. Neben ProSieben und Kabel 1 wird hier auch bald Sat.1 einziehen.Dass ProSiebenSat.1 nun selbst den Weg aus der Krise findet, darf angezweifelt werden. 2009 sollen weitere 100 Millionen Euro eingespart werden. Analysten erwarten im Konsens für 2008 zwar noch einen Gewinn von 0,87 Euro je Aktie, haben ihre Schätzungen aber zuletzt nach unten revidiert. Deutlicher als für 2008 fiel die Senkung für das Jahr 2009 aus. Statt bislang 1,01 Euro rechnen sie jetzt nur noch mit einem EPS von 0,76 Euro und damit mit einem Gewinnrückgang im Bereich von zwölf Prozent. Auch bei den Erlösen wird mit einem Rückgang gerechnet, auch wenn dieser mit sechs Prozent moderat ausfallen dürfte. Negativ zu Buche wird dabei auch der Umzug von Sat.1 schlagen. Das Projekt soll einen zweistelligen Millionenbetrag kosten. Der Wegfall von 225 Arbeitsplätzen dürfte sich erst mit der Zeit als Entlastung auf der Kostenseite bemerkbar machen. Entsprechend verwundert es nicht, dass immer wieder der Verkauf einzelner Bereiche diskutiert wird.
Axel Springer als Retter in der Not
Zuletzt wurde über eine mögliche Veräußerung des Nachrichtensenders N24 diskutiert. Dieser schreibt zwar schwarze Zahlen, berichtet das Handelsblatt. Allerdings nur aufgrund der Nutzung umfangreicher Synergien mit Sat.1. Nach dem Wegzug von Sat.1 nach München würden diese Synergien wegfallen und N24 könnte in die Miesen rutschen. Als Interessent für den Erwerb von N24 wird Axel Springer gehandelt. Das Verlagshaus unter Leitung von Dr. Mathias Döpfner hatte bereits vor zwei Jahren versucht die komplette Sendergruppe zu übernehmen, wurde dann aber vom Kartellamt ausgebremst und musste seine Anteile schließlich veräußern. Dennoch könnte es auf kurz oder lang erneut zu einem Versuch kommen. Im Frühjahr 2007 sagte Döpfner der Financial Times Deutschland: „Es kann sehr attraktiv sein, unterbewertete Geschäfte zu kaufen, die saniert werden müssen, deren Wert man steigern kann, indem man Management- und Branchenerfahrung einsetzt.“ Eine Aussage, die ProSiebenSat.1 Media kaum treffender beschreiben könnte. Und weiter: „Wenn man wirklich Zugang zu Bewegtbildern haben will und sich nicht die Preise diktieren lassen will, sollte man an Fernsehsendern beteiligt sein. Kooperationsverträge reichen da nicht aus.“
“Nichts gegen das, was die Heuschrecken mit uns angestellt haben”
Nach dem Einstieg von Permira und KKR bei ProSiebenSat.1 sehnen sich nun offenbar auch die Mitarbeiter der Sendergruppe nach einem Großaktionär, der nicht aus der Beteiligungsszene kommt. Auf die Frage hin, ob eine Übernahme durch Axel Springer besser gewesen wäre, antwortete Betriebsrat Uwe Theuerkauff: „Das möchte ich jetzt nicht bewerten. Fakt ist: Auch Leo Kirch und Haim Saban haben Fehler gemacht, Saban ist aus dem Grinsen nicht mehr rausgekommen als er seine ganzen Milliarden hier aus Deutschland rausgeschleppt hat. Aber all das ist überhaupt nichts gegen das, was diese Heuschrecken innerhalb von zwei Jahren mit unserer Firma angestellt haben.“
Kartellamt könnte nun grünes Licht für Übernahme geben
Anders als vor zwei Jahren könnte das Kartellamt bei einem erneuten Anlauf möglicherweise grünes Licht für eine Übernahme von ProSiebenSat.1 durch Axel Springer geben. Zumindest die Ablehnung gegenüber dem Kauf von einzelnen Bereichen wie etwa dem Nachrichtensender N24 dürfte sich in Grenzen halten. Zum einen, weil weder dem Kartellamt noch der Bundesregierung an einer Pleite von ProSiebenSat.1 gelegen sein kann - das Unternehmen beschäftigt europaweit rund 6.000 Mitarbeiter. Und zum anderen weil die RTL Group im Falle des Falls zum Quasi-Monopolisten im Bereich des Privatfernsehens in Deutschland aufsteigen würde. Axel Springer selbst könnte die Übernahme stemmen. Möglicherweise aber hat der Kursverfall - ProSiebenSat.1 ist an der Börse nur noch 365 Millionen Euro wert - mittlerweile auch die Aufmerksamkeit anderer Branchenspieler erregt. Günstiger als augenblicklich war der Einstieg in den deutschen Fernsehmarkt nicht zu haben. 41 Prozent beträgt der Marktanteil der Sendergruppe am gesamten Werbemarkt.
ProSiebenSat.1 vor ungewisser Zukunft
ProSiebenSat.1 Media steht vor einer ungewissen Zukunft. Das Unternehmen muss die Kosten drücken, um den Schuldenberg abzutragen. Die Börsianer reagieren auf die Umstrukturierungspläne des Konzerns sehr verhalten. Das Papier markiert zu Wochenbeginn ein neues Allzeittief. Die Ernennung eines neuen Vorstandsvorsitzenden - damit ist in den nächsten Wochen zu rechnen - dürfte die Marktteilnehmer beruhigen. Schließlich könnten Übernahmespekulationen die Trendwende einläuten. Ob tatsächlich Axel Springer einen erneuten Anlauf wagt oder ein anderer Branchenplayer, sei dahingestellt. Dass ProSiebenSat.1 allerdings ein interessantes Objekt wäre, das steht fest.
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