Am gestrigen Freitag war das tiefe Durchatmen am Kabutocho kaum zu überhören: Der seit Jahresbeginn gefürchtete und von bangen Ahnungen begleitete Bilanzstichtag für das Geschäftsjahr 2000/01 ist Geschichte, und der Nikkei-Schlussindex wirkt mit 12 999,70 Yen fast wie das Lockvogelangebot eines Discounters. Weniger erheiternd ist, dass das wichtigste Kursbarometer im Jahresvergleich 36,1 % verloren hat. Und das ausgerechnet zum Ende des Geschäftsjahres, in dem erstmals das Wertpapierportfolio zu Marktkursen in die Bilanz eingestellt werden muss (Ausnahme Lebensversicherer), dort Lücken reißen wird, aber immerhin kein Desaster auslösen dürfte.
Der für diese Frage wichtigere marktbreite Topix schloss mit 1 277,27 Punkten noch erstaunlich komfortabel über jener - eher willkürlich unterstellten - Schmerzgrenze von 1 150 Punkten, ab der massive Wertpapierverluste die Bilanzen zusätzlich verschandelt hätten. Es ging alles noch glimpflich ab aus der desperaten Perspektive zu Monatsbeginn, wobei der japanische Aktienmarkt seit Mitte März zeitweise bewies, zu welchen Luftsprüngen er in der Lage ist, wenn positive Signale gesetzt werden.
Diese Erfahrung eines dramatischen Anstiegs, die ja für die 90er Jahre keineswegs selten war, lässt den Kabutocho nicht ohne Hoffnungen in das neue Geschäfts- und Fiskaljahr treten, da zunächst der Abgabedruck seitens der Finanzwirtschaft und der Industrie nachlassen dürfte, obwohl an festen Börsentagen auch am Beginn der neuen Rechnungsperiode langfristig geplante Auflösungen von Überkreuzverflechtungen durchgeführt werden dürften. Außerdem freut sich die Börse auf April und Mai in der historischen Gewissheit einer regelmäßig nicht unfreundlichen Börse.
Aber in diesem Jahr steht fast symbolisch gleich am ersten Handelstag des neuen Rechnungszeitraums ein Stolperstein im Wege: das Tankan-Stimmungsbarometer. Und dieser Tankan, dessen Erhebung in die dunkelsten Märztage fällt, dürfte sehr unerfreulich ausfallen. Damit könnte er dem Kabutocho ein wenig Schwung nehmen, obwohl er ein rückwärts gerichteter Indikator ist und neben mangelhafter Akkuratesse weidlich überschätzt wird.
Doch ein schlechter Tankan hält auch Wohltaten bereit. So erinnert er die Administration daran, die Dringlichkeit der Struktur- und Bankenreform nicht zu vergessen. Zugleich glaubt der Markt auch, dass der Druck auf die Bank von Japan geblieben ist, die letzte von ihr erwartete Konzession, eine bewusste Inflationszielsetzung, trotz rechtlichen Verbots diskret zu offerieren. Der Blick nach vorn ist in Tokio nicht frei von Optimismus.
Börsen-Zeitung, 31.3.2001
Der für diese Frage wichtigere marktbreite Topix schloss mit 1 277,27 Punkten noch erstaunlich komfortabel über jener - eher willkürlich unterstellten - Schmerzgrenze von 1 150 Punkten, ab der massive Wertpapierverluste die Bilanzen zusätzlich verschandelt hätten. Es ging alles noch glimpflich ab aus der desperaten Perspektive zu Monatsbeginn, wobei der japanische Aktienmarkt seit Mitte März zeitweise bewies, zu welchen Luftsprüngen er in der Lage ist, wenn positive Signale gesetzt werden.
Diese Erfahrung eines dramatischen Anstiegs, die ja für die 90er Jahre keineswegs selten war, lässt den Kabutocho nicht ohne Hoffnungen in das neue Geschäfts- und Fiskaljahr treten, da zunächst der Abgabedruck seitens der Finanzwirtschaft und der Industrie nachlassen dürfte, obwohl an festen Börsentagen auch am Beginn der neuen Rechnungsperiode langfristig geplante Auflösungen von Überkreuzverflechtungen durchgeführt werden dürften. Außerdem freut sich die Börse auf April und Mai in der historischen Gewissheit einer regelmäßig nicht unfreundlichen Börse.
Aber in diesem Jahr steht fast symbolisch gleich am ersten Handelstag des neuen Rechnungszeitraums ein Stolperstein im Wege: das Tankan-Stimmungsbarometer. Und dieser Tankan, dessen Erhebung in die dunkelsten Märztage fällt, dürfte sehr unerfreulich ausfallen. Damit könnte er dem Kabutocho ein wenig Schwung nehmen, obwohl er ein rückwärts gerichteter Indikator ist und neben mangelhafter Akkuratesse weidlich überschätzt wird.
Doch ein schlechter Tankan hält auch Wohltaten bereit. So erinnert er die Administration daran, die Dringlichkeit der Struktur- und Bankenreform nicht zu vergessen. Zugleich glaubt der Markt auch, dass der Druck auf die Bank von Japan geblieben ist, die letzte von ihr erwartete Konzession, eine bewusste Inflationszielsetzung, trotz rechtlichen Verbots diskret zu offerieren. Der Blick nach vorn ist in Tokio nicht frei von Optimismus.
Börsen-Zeitung, 31.3.2001