Professionelle Anleger kaufen wieder mehr Aktien


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EinsamerSam.:

Professionelle Anleger kaufen wieder mehr Aktien

3
14.09.06 09:14
Merrill-Lynch-Umfrage

Professionelle Anleger kaufen wieder mehr Aktien

Internationale Vermögensverwalter zeigen wieder etwas mehr Zuversicht für die Aktienmärkte. Daher beginnen sie, ihr über den Sommer geparktes Kapital wieder in Dividendentitel zu investieren. Das ist das Ergebnis der monatlichen Umfrage von Merrill Lynch unter mehr als 200 institutionellen Investoren im September.

rez FRANKFURT. Zwei Gründe erkennt Merrill Lynch in der Umfrage für das optimistischere Verhalten der professionellen Anleger. Erstens habe die Entscheidung der US-Notenbank Fed vom August, den Leitzins im Land stabil zu lassen, die Inflationsangst der Investoren gedämpft, interpretiert Merrill-Lynch-Berater David Bowers das Ergebnis. Aktuell rechnen 41 Prozent der Fondsprofis mit einer steigenden Kerninflationsrate, im August war es noch die Mehrheit. Zweitens stimmt der deutlich gesunkene Ölpreis die Vermögensverwalter laut Merrill positiver.

„Schaut man sich an, wie entspannt die Anleger die Inflation sehen, ist es erstaunlich, dass sie ihre Portfolios nicht stärker fokussieren“, sagt Bowers. Hindern könnte die Investoren ihr anhaltender Pessimismus über die Entwicklung der Firmengewinne. Gut zwei Drittel der Fondsmanager rechnen damit, dass die Unternehmensgewinne bis zum Sommer 2007 sinken werden. Daher verwundert es nicht, dass noch immer knapp drei Viertel der Vermögensverwalter erwarten, dass das globale Wachstum abnimmt.

Gleichwohl haben die Profi-Investoren ihre liquiden Anlagen etwas zurückgefahren und gewichten Aktien in ihren Portfolios wieder über. Die Liquiditätsquote beträgt im Durchschnitt noch vier Prozent nach 4,4 Prozent im August.

Knapp 60 Prozent gewichten Aktien gegenüber anderen Anlagen wieder über. Im August taten dies nur 44 Prozent. Nach Regionen bevorzugen die Fondsmanager die Euro-Zone. Nach Sektoren zählen nach wie vor Pharma- und Energieaktien zu ihren Favoriten, wenngleich die Vorliebe für Energietitel mit Sinken des Ölpreises nachgelassen hat.

Anleihen werden im Zuge der abnehmenden Inflationssorge wieder unbeliebter. Aktuell gewichten wieder fast zwei Drittel der Vermögensverwalter Bonds unter, im August taten dies 56 Prozent. Mit Blick auf Währungen glauben die Fondsmanager weiter an eine Aufwertung des Yens und sehen den US-Dollar im Abschwung. Für gut zwei Drittel ist die japanische Währung unterbewertet, fast die Hälfte hält den Dollar für zu teuer.


Quelle: HANDELSBLATT, Mittwoch, 13. September 2006, 14:02 Uhr

Euer

   Einsamer Samariter

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Anti Lemming:

Tolle "Profis"

2
14.09.06 10:28
Daher beginnen sie, ihr über den Sommer geparktes Kapital wieder in Dividendentitel zu investieren.

Wenn diese "Profis" ihr Geld "im Sommer geparkt" haben, kann das doch nur heißen, dass sie im Zeitraum um das Juli-Tief und damit 8 % tiefer als jetzt aus Aktien ausgestiegen sind, um jetzt teurer (wenn nicht zu Höchstkursen) wieder einzusteigen.

Naiv geradezu ist, dass sie die gesunkene Zinserwartung des Bondmarkts (invertierte Zinskurve in USA) als positiv werten (weil dies ja die "Inflationsängste dämpft"), während der Bondmarkt die womöglich kommende Zinssenkung der Fed als Notmaßnahme einpreist, mit der die sich abzeichnende US-Wirtschaftsschwäche in 2007 (evtl. sogar Rezession) bekämpft werden soll. Wer Aktien kauft, weil sich die Wirtschaft abschwächt, fällt damit typischerweise auf den Bauch. Die jetzige Rallye ist daher eine "Suckers' rally" - zu deutsch: Blöden-Hausse.

Dass die Fonds nun ausgerechnet im Chaos-Monat September kaufen - und dann auch noch in dem "bösen" September im 4-Jahres-Zyklus zwischen den US-Präsidentschaftswahlen - scheint mir auch eher gutgläubig/blauäugig als "professionell". Naja, ist ja nicht ihr Geld, und sie interessiert sowieso nur ihre relative Performance zum Index. Fällt der Index um 20 %, ihr Fond jedoch nur 15 %, dann sind sie die "Kings", weil sie den Index um 5 % "geschlagen" haben. Die eigentlich Geschlagenen sind aber diejenigen, die diesen "Profis" ihr Geld anvertraut hatten.

Hier eine Statistik, wie der "September of the fourth year of the four-year cycle" in den letzten drei Jahrzehnten under-performte. Start-Datum ist jeweils der 12. September (die Anfänge des Sept. sind ja meist gut):
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