Premiere
Tausend Stellen fallen Weg
Das Medien-Imperium von Leo Kirch zerfällt immer weiter in seine Bestandteile: Einen Monat nach der KirchMedia stellte am Mittwoch auch die KirchPayTV Insolvenzantrag beim Amtsgericht München. Wie das Unternehmen mitteilte, wurde neben der Dachgesellschaft des Bezahlfernsehens der Kirch-Gruppe auch für mehrere kleinere Töchter ein Insolvenzantrag eingereicht.
Nicht betroffen ist der Bezahlsender Premiere, für den der Konzern jedoch einen verschärften Stellenabbau ankündigte. Der Betrieb des Programms laufe für die 2,4 Millionen TV-Kunden weiter wie bisher. Auch die Übertragung der am 31. Mai beginnenden Fußball-Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea ist demnach gesichert.
Kofler: Insolvenz war unvermeidbar
Mit dem Gang zum Insolvenzgericht gingen wochenlange Verhandlungen mit möglichen neuen Investoren erfolglos zu Ende. KirchPayTV-Geschäftsführer Georg Kofler bezeichnete die Insolvenz der KirchPayTV und der anderen Gesellschaften als "unvermeidbar". Trotz der intensiven Verhandlungen sei kein Investor bereit gewesen, "vor dem Hintergrund der gewaltigen Altlasten" bei dem Unternehmen einzusteigen. Kofler ging davon aus, dass mit der Insolvenz nun mehr Spielraum besteht und das Bezahlfernsehen in Deutschland eine Überlebenschance hat. Das Amtsgericht München setzte den Münchner Rechtsanwalt Joseph Füchsl als vorläufigen Insolvenzverwalter ein.
Premiere streicht 1000 Stellen
Bei Premiere werden nach Angaben von Kofler nun tausend Stellen bis zum Jahresende gestrichen. Bis Ende Juni werde die Mitarbeiterzahl von derzeit 2400 zunächst auf 1800 sinken, bis Ende Dezember dann auf 1400. Damit schrumpft die Beschäftigtenzahl nun um über 40 Prozent. Premiere hatte zunächst nur den Abbau von maximal 30 Prozent aller Arbeitsplätze angekündigt. "Ich bedauere sehr, dass sich im Zuge der Neuorganisation von Premiere ein signifikanter Stellenabbau nicht vermeiden lässt", erklärte Kofler. "Wir schaffen damit aber die Grundlage für das Fortbestehen vieler hundert Arbeitsplätze."
Laut Kofler besteht für den Sender durch die Insolvenz der KirchPayTV die "einmalige Chance, den Ballast der Vergangenheit abzuwerfen und Premiere auf gesunde Beine zu stellen". Die Geschäftsführung werde in den kommenden Wochen mit allen Partnern und Filmlieferanten in Verhandlungen treten, um die Kosten drastisch zu senken. "Premiere hat in der Vergangenheit Preise gezahlt, die in keinem vernünftigen Verhältnis zu den erzielbaren Umsätzen standen," erklärte Kofler.
Geschäftsplan im Juni
Die Geschäftsführung strebe bis Anfang Juni konkrete Ergebnisse bei den Nachverhandlungen mit den Programmlieferanten an. In der ersten Juni-Hälfte werde die Geschäftsführung dann potenziellen Investoren einen Geschäftsplan präsentieren, der besonders auf der Kostenseite durch die Nachverhandlungen abge sichert sein soll. Kofler will künftig insgesamt 500 Millionen Euro pro Jahr bei Premiere sparen. Den Angaben zufolge greifen die Mitte März gestarteten ersten Sanierungsmaßnahmen. So würden im ersten Halbjahr des laufenden Jahres im Vergleich zum alten Geschäftsplan voraussichtlich 100 Millionen Euro eingespart. "Wir werden unsere Einsparungsziele mit großer Wahrscheinlichkeit übertreffen," erklärte Kofler.
Neben der KirchPayTV gehen auch die Töchter PayTV Rechtehandels GmbH & Co. KG, Premiere Beteiligungs GmbH und BetaDigital Gesellschaft für digitale Fernsehdienste mbH in die Insolvenz. Beim Amtsgericht Hamburg werde im Laufe des Tages auch die Kirch Marketing Services GmbH einen Insolvenzantrag stellen, teilte das Unternehmen mit. Bei allen Gesellschaften sei die Insolvenz durch Zahlungsunfähigkeit, bei einigen darüber hinaus durch Überschuldung begründet./ran/FP/sh
dpa

bye peet
Tausend Stellen fallen Weg
Das Medien-Imperium von Leo Kirch zerfällt immer weiter in seine Bestandteile: Einen Monat nach der KirchMedia stellte am Mittwoch auch die KirchPayTV Insolvenzantrag beim Amtsgericht München. Wie das Unternehmen mitteilte, wurde neben der Dachgesellschaft des Bezahlfernsehens der Kirch-Gruppe auch für mehrere kleinere Töchter ein Insolvenzantrag eingereicht.
Nicht betroffen ist der Bezahlsender Premiere, für den der Konzern jedoch einen verschärften Stellenabbau ankündigte. Der Betrieb des Programms laufe für die 2,4 Millionen TV-Kunden weiter wie bisher. Auch die Übertragung der am 31. Mai beginnenden Fußball-Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea ist demnach gesichert.
Kofler: Insolvenz war unvermeidbar
Mit dem Gang zum Insolvenzgericht gingen wochenlange Verhandlungen mit möglichen neuen Investoren erfolglos zu Ende. KirchPayTV-Geschäftsführer Georg Kofler bezeichnete die Insolvenz der KirchPayTV und der anderen Gesellschaften als "unvermeidbar". Trotz der intensiven Verhandlungen sei kein Investor bereit gewesen, "vor dem Hintergrund der gewaltigen Altlasten" bei dem Unternehmen einzusteigen. Kofler ging davon aus, dass mit der Insolvenz nun mehr Spielraum besteht und das Bezahlfernsehen in Deutschland eine Überlebenschance hat. Das Amtsgericht München setzte den Münchner Rechtsanwalt Joseph Füchsl als vorläufigen Insolvenzverwalter ein.
Premiere streicht 1000 Stellen
Bei Premiere werden nach Angaben von Kofler nun tausend Stellen bis zum Jahresende gestrichen. Bis Ende Juni werde die Mitarbeiterzahl von derzeit 2400 zunächst auf 1800 sinken, bis Ende Dezember dann auf 1400. Damit schrumpft die Beschäftigtenzahl nun um über 40 Prozent. Premiere hatte zunächst nur den Abbau von maximal 30 Prozent aller Arbeitsplätze angekündigt. "Ich bedauere sehr, dass sich im Zuge der Neuorganisation von Premiere ein signifikanter Stellenabbau nicht vermeiden lässt", erklärte Kofler. "Wir schaffen damit aber die Grundlage für das Fortbestehen vieler hundert Arbeitsplätze."
Laut Kofler besteht für den Sender durch die Insolvenz der KirchPayTV die "einmalige Chance, den Ballast der Vergangenheit abzuwerfen und Premiere auf gesunde Beine zu stellen". Die Geschäftsführung werde in den kommenden Wochen mit allen Partnern und Filmlieferanten in Verhandlungen treten, um die Kosten drastisch zu senken. "Premiere hat in der Vergangenheit Preise gezahlt, die in keinem vernünftigen Verhältnis zu den erzielbaren Umsätzen standen," erklärte Kofler.
Geschäftsplan im Juni
Die Geschäftsführung strebe bis Anfang Juni konkrete Ergebnisse bei den Nachverhandlungen mit den Programmlieferanten an. In der ersten Juni-Hälfte werde die Geschäftsführung dann potenziellen Investoren einen Geschäftsplan präsentieren, der besonders auf der Kostenseite durch die Nachverhandlungen abge sichert sein soll. Kofler will künftig insgesamt 500 Millionen Euro pro Jahr bei Premiere sparen. Den Angaben zufolge greifen die Mitte März gestarteten ersten Sanierungsmaßnahmen. So würden im ersten Halbjahr des laufenden Jahres im Vergleich zum alten Geschäftsplan voraussichtlich 100 Millionen Euro eingespart. "Wir werden unsere Einsparungsziele mit großer Wahrscheinlichkeit übertreffen," erklärte Kofler.
Neben der KirchPayTV gehen auch die Töchter PayTV Rechtehandels GmbH & Co. KG, Premiere Beteiligungs GmbH und BetaDigital Gesellschaft für digitale Fernsehdienste mbH in die Insolvenz. Beim Amtsgericht Hamburg werde im Laufe des Tages auch die Kirch Marketing Services GmbH einen Insolvenzantrag stellen, teilte das Unternehmen mit. Bei allen Gesellschaften sei die Insolvenz durch Zahlungsunfähigkeit, bei einigen darüber hinaus durch Überschuldung begründet./ran/FP/sh
dpa

bye peet