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Solarzellen in der Blitzkammer
Wer auf dem boomenden Markt für Solarmodule mitspielen will, muss seine Produkte zuvor testen und zertifizieren lassen - in der EU mit dem CE-Zeichen. Das weltweit modernste und größte Prüflabor für Solarmodule betreibt der TÜV Rheinland in Köln.
Schwere Hagelkörner schlagen mit hoher Geschwindigkeit auf, helle Blitze zucken unaufhörlich, es herrschen Temperaturen von 85 Grad. Kein Klima-Horrorszenario, sondern Härtetests für Solarzellen. Weltweit gibt es nur eine Handvoll Labore, die Solarmodule aus Solarzellen für die Industrie unter die Lupe nehmen. Rund 70 Prozent aller Hersteller von Solarmodulen lassen ihre Produktreihen beim Kölner TÜV-Testlabor auf Haltbarkeit und Energie-Effizienz testen. Pro Jahr sind es rund 300 Zertifizierungen, sagt der Leiter des Prüflabors für Photovoltaik beim TÜV Rheinland, Wilhelm Vaaßen. Die Solarmodule werden in verschiedenen Umweltsituationen geprüft: Hitze, Hagel, extreme Temperaturschwankungen werden simuliert. Die umfassenden Tests dauern rund ein halbes Jahr. "Wir haben eine Durchfaller-Quote von etwa 30 Prozent im Labor."
Neue Labore in Asien
Um Weltmarktführer zu bleiben, baut die TÜV-Gruppe auch im Wachstumsmarkt Asien neue Labore auf. "Da, wo sich die Herstellermärkte auftun, gehen wir mit unserem Equipment hin", erklärt Vaaßen. "Gut ein Drittel der Produkte, die sich bei uns im Labor befinden, sind Solarmodule aus China", sagt der Laborleiter. "Wie viele andere Anfänger auch, müssen die chinesischen Hersteller vielfach noch ihre Hausaufgaben machen - und zeigen sich dabei sehr lernfähig." Kunden-Anforderungen und Qualitätsansprüche seien auf dem europäischen Markt sehr hoch.
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Um die Hürde der Zertifizierung zu nehmen, müssen die Module allerdings einiges aushalten: Zum Beispiel in einer Klimakammer aus Stahl 1.000 Stunden lang schwitzen und zudem Isolationsprüfungen bestehen. Vier Wochen lang durchlaufen sie Bestrahlungen in einer UV-Kammer. "Wir klären, ob es dabei zu Leistungseinbrüchen kommt", erklärt Vaaßen. Alle Test- und Simulationsgeräte sind eigens beim TÜV entwickelt worden, auch eine Hagelschlag-Apparatur, eine Blitzkammer, eine Splittertest-Anlage sowie eine Außen-Station für energetische Messungen.
www.wdr.de/themen/wissen/umwelt/...wandel/energie/071105.jhtml