dass Trump als "Retter der Entrechteten" auftreten und den Fannie-Aktionären aus der Patsche helfen wird. Wenn er FnF überhaupt freilässt, dann nur, um sich selber Lorbeeren dafür umzuhängen: "Ich habe die letzte Baustelle der 2008-Krise beseitigt"; "Ich habe mit dem Freilassungs-Deal 100 Mrd.$ für die Steuerzahler rausgeholt."
Ansonsten dürfte er im Wesentlichen den Wünschen von Wall Street und denen der großen Privatbanken (= seinen Republiker-Kumpeln) folgen. Und die wollen FnF möglichst klein halten. Das galt ja auch schon für den Republikaner Calabria, der die Kapitalregeln üppig mit Basel III ansetzte.
Das Beste, worauf Stammaktionäre hoffen können, ist, dass Trump nur die SPS umwandelt (dann fallen die Stämme auf 10 Cents) und nicht auch noch obendrauf die Warrants ausübt (dann fallen die Stämme auf 2 Cents). Vielleicht ist er dann auch noch so dreist, dies als "großzügigen Deal" für die Stammaktionäre hinzustellen.
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Die Demokraten wollen FnF in ewiger Zwangsverwaltung halten und bis aufs Blut melken (= gar kein Geld für die Altaktionäre, auch keine Dividenden)
Die Republikaner wollen zwar den FHFA-Saustall ausmisten (was nicht einfach sein wird, weil die FHFA ein "Staat im Staate" ist, der sich parasitär von den FnF-Einkünften ernährt). Sie sind aber auch gegen jede Form von "Sozialismus", und als solchen sehen sie grundsätzlich das Geschäftsmodell von FnF, da die Twins dank staatlicher Garantien Zinsvorteile gegenüber den Privatbanken erhalten. Das ist nach Rep-Empfinden "ungerecht".
Ein Kompromiss aus diesen Zwiespalt könnte sein, das Trump gar nichts tut (wie in seiner ersten Amtszeit). Dass die FnF-Aktien an der Börse in den letzten Monaten stark gestiegen sind, drückt lediglich Hoffnungen der Anleger aus. Solche Anstiege gab es auch in der Vergangenheit schon zig mal, jeweils gefolgt von horrenden Abstürzen.
Das Wohl der Altaktionäre, das Trump in seinem berühmten Brief an Rand Paul betont, ist gegenüber den Rep-Interessen zweitrangig.
Außerdem gilt für Trump (noch mehr als für andere Politiker): Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern? Umgekehrt verzeiht er aber auch ehemaligen Feinden, die ihn mit ihrem Geschwätz früher übelst angepinkelt hatten (wie Elon Musk oder J. D. Vance), sofern sie sich schlussendlich zu ihm bekehren.
Trump hatte auch übrigens auch versprochen, den Ukrainekrieg innerhalb von 24 Std. zu beenden, wenn er die Wahl gewinnt. So wie es aktuell aussieht, wird er den Krieg aber womöglich sogar verschärfen (d.h. die Ukraine noch stärker mit Waffen beliefern). Und zwar dann, wenn Russland den von Trumps Team ersonnenen (für Russland eher unvorteilhaften) Friedens-Deal nicht schluckt.
FAZIT: Die Hoffnungen in Trump halte ich für erhöht, ja sogar für stark überhöht. Das gilt auch für den Höhenflug der US-Aktien, denen mMn ein böses Erwachen droht, wenn seine Voodoo-Zollpolitik, wie viele Ökonomen erwarten, zu einem neuen starken Inflationsschub führt. Dann sind auch der Fed die Hände gebunden.