vor knapp zwei Jahren, entstand ein Streit, weil ich die Gefahr einer Chapter-11-Pleite mit entsprechender Abwicklung sah. Mit wurde entgegengehalten, dass FnF nicht pleite seien. Tatsächlich verdienen sie ja jetzt rund 20 Mrd. $ pro Jahr.
Allerdings verdienen auch GM, AIG und Hertz jetzt wieder viel Geld, obwohl die alten Stammaktionäre in den jeweiligen Chapter 11 Pleite alles verloren hatten. Entscheidend ist daher nicht, wie heute der Status quo ist, sondern das, was damals zur Schieflage führte.
Kurz nach Einführung der Zwangsverwaltung bezeichnete die US-Regierung FnF als "bankrott". Dieses Narrativ wird bis heute aufrecht erhalten und in jedem neuen Artikel zu FnF wiederholt, der in größeren Zeitungen wie dem WSJ erscheint.
Besonders tückisch ist, dass diese Bankrott-Erklärung faktisch eine Lüge war. Wall Street (und womöglich auch die US-Regierung selbst) zwangen die FnF-Direktoren kurz nach Beginn der "temporären" Zwangsverwaltung, ohne triftige Gründe DTAs und riesige Risikorückstellungen vorzunehmen. Diese machten sich dann in den Quartalszahlen von 2008 bis 2011 als riesige Verluste bis hin zu 100 Mrd. $ "bemerkbar".
So konnte das Narrativ, FnF seien pleite, in die Welt gesetzt werden. Ja sogar (ab 2011) ein zweites Narrativ, wonach das Geschäftsmodell von FnF "fehlerhaft" sei und die beiden Firmen durch besser funktionierende Nachfolger" ersetzt werden müssten. (Das zweite Narrativ lieferte die Rechtfertigng für den NWS.)
Ab 2011 wurden die DTAs und Risikorückstellungen, weil sie nur sehr eingeschränkt nötig waren, größtenteils wieder aufgelöst, und deren Rückabwicklung bescherte FnF ab 2012 dreistellige Milliarden-GEWINNE. Damit dies FnF nicht zugute kommt, hat FHFA-Direktor DeMarco "gerade noch rechtzeitig" den NWS eingeführt, der diese Gewinne in die Staatskasse umleitete. Denn wenn sich FnF von diesen Gewinnen wieder freigekauft hätten, wäre das Pleite-Narrativ nicht zu halten gewesen...
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Und nun zum aktuellen Anlass.
In ganz ähnlicher Weise gab es heute bei iHub einen Streit zwischen
KThomp19 und Louie-Louie. In diesem Streit hat KThomp Argumente Zitate und Belege gepostet, wonach die Zwangsverwaltung eine "adminstrative Variante" von Chapter 11 ist. Im Falle von FnF spielt der FHFA-Direktor(in) die Rolle des Konkursrichters.
investorshub.advfn.com/boards/...sg.aspx?message_id=171034281
Kthomp19 zitiert darin auch Calabria, der genau das gleiche in seiner Amtszeit gesagt hatte (deepL): "Im Wesentlichen spiele ich die Rolle eines Konkursrichters bei der Sanierung von Fannie und Freddie."
Dies poste ich lediglich als Warnung, dass meine damaligen Bedenken nicht grundlos waren. Der Streit hier bei Ariva hatte damals dazu geführt, dass ich einige Wochen später einen eigenen Thread zu den JPS aufgemacht hatte.