Post - ein Plazierungserfolg?


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Post - ein Plazierungserfolg?

 
13.11.00 08:31
Beim Börsengang der Deutschen Post zeichnet sich ein Platzierungserfolg ab. Eine Woche vor Ende der Zeichnungsfrist ist die Emission nach Angaben aus Konsortialkreisen gut dreifach überzeichnet. Etwa ein Drittel der Nachfrage stammt bisher von Privatanlegern, für die am gestrigen Freitag die Zeichnungsphase endete, in der ihnen ein Abschlag von 0,50 Euro und Bonusaktien im Verhältnis 1 zu 15 gewährt werden. Die Retailnachfrage sei sehr gut und könne in etwa allein für eine Überzeichnung reichen, sagte ein Konsortialmitglied am Nachmittag, als noch Orders von Frühzeichnern eingingen. Das Interesse der Privaten habe in den vergangenen Tagen kontinuierlich zugenommen, hieß es. Außerdem seien viele Aufträge erst mit einer gewissen Verspätung von den Depotbanken übermittelt worden.
Trotz der mehr als ordentlichen privaten Nachfrage gilt das unerwartet starke Engagement der Institutionellen als eigentliche Überraschung. Vor allem die Qualität des Buches überzeuge, sagten Konsorten und klopften sich gegenseitig auf die Schulter. Rund 80% der Nachfrage sei erstklassig und falle in die höchste Stufe der vier vorab definierten Qualitätsränge. Da die Zeichnungsphase noch bis zum 17. November dauert, dürften die Bücher noch weiter anschwellen. Von der Retailseite ist zwar nicht mehr viel zu erwarten, aber es stehen noch einige Gespräche der Post mit institutionellen Investoren aus. Bislang haben sich die meisten Institutionellen unmittelbar nach diesen Gesprächen entschieden, ob sie beim Börsengang einsteigen wollen. Ein geringerer Teil wird vermutlich erst kurz vor Ende der Zeichnungsfrist handeln, um die Marktentwicklung so lange wie möglich zu beobachten. Hält die institutionelle Nachfrage im gleichen Umfang wie bisher an, dann wird die Post nach Einschätzungen aus Konsortialkreisen zumindest vierfach überzeichnet sein. Als ein Grund für die große Nachfrage der Institutionellen nannten Konsortialmitglieder die zahlreichen neuen Fonds im Logistikbereich.
Trotz des großen Interesses wird die im Auftrag des Bundes emittierende Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vermutlich nicht an der Preisschraube drehen können, denn ein Großteil der institutionellen Nachfrage ist preissensibel. Die Masse der Limits liege zwischen 19 und 21 Euro, mit einem Schwerpunkt zwischen 19 und 20 Euro, hieß es im Umfeld des Konsortiums. Soll die Qualität des Orderbuchs ausgeschöpft werden, müsste sich der Bund bescheiden und könnte somit nicht das Maximum beim Erlös herausholen. Demnach wäre ein Preis von 20 Euro oder knapp darunter nahe liegend. Die Spanne reicht von 18 bis 23 Euro.
Sollte es zu dem vermuteten Preis kommen, würde ein erhebliches Zuteilungsproblem entstehen. Erstklassige institutionelle Investoren würden auch eine erstklassige Zuteilung erwarten, hieß es. Komme ihnen die KfW in dieser Frage entgegen, dann bliebe entsprechend weniger für die Privaten. Ihre Mindestordergröße betrage 50 Titel. Zumindest diese Zahl müsse jeder Zeichner erhalten, hieß es. Darüber liegende private Zeichnungsaufträge werden in mehrere Größenklassen eingeteilt.
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