Als wäre es nicht schon genug, erreichen uns heute früh neue Hiobsbotschaften aus Wolfsburg: es wird von erheblichen Problemen bei der Auslieferung der Modelle Tiguan und Touran berichtet.
An den Bändern entstehe Stau, die Fahrzeuge stünden dort in Zweierreihen. Wie die welt.de berichtet, verkaufe sich der Tiguan zwar "wie geschnitten Brot", könne aber nicht ausgeliefert werden. Selbst beim Golf gebe es Probleme. Und das alles gerade jetzt, zur Unzeit.
Derweil mache sich an den Bändern bei der Belegschaft der Blues breit: in den Fertigungshallen herrsche bedrückende Stimmung.
Für mich wird immer offensichtlicher, dass das Management in der Vergangenheit kläglich versagt hat, vom Filz aus Politik und Gewerkschaftern aber immer gnädig zugedeckt und vertuscht wurde, damit ja keiner vom Fleischtopf vertrieben würde.
Woraus sich vor allem eine Konsequenz zwingend ableiten lässt: nämlich den radi-kalen Umbau des Konzerns, weg vom Gewerkschafts- und Staatsbetrieb, hin zu modernen Betriebsstrukturen. Besetzung von Management und Aufsichtsrat mit Personen, die von keiner Klientel gesteuert sind.
Solange bei VW der Staat und die Gewerkschaften mitregieren und ihr Süppchen kochen, wird sich aber nichts ändern.
Vor diesem Hintergrund wird die Chuzpe des für alles Verantwortlichen Martin Winterkorn, mit der er sich weigerte, seine sämtlichen Ämter und Posten zu räumen, immer unverständlicher und kann nur noch Wut auslösen. Selbst das lange "laissez-faire" des F. Piech wird mir immer unverständlicher und ich frage mich: ist das ganze System Volkswagen am Ende? Falls ja, wäre es die beste Lösung, den Konzern zu zerschlagen. An einer Volkswagen AG, die sich bescheiden auf ihr Kerngeschäft beschränkt, vielleicht arrondiert mit dem LKW- bzw. Nutzfahrzeugegeschäft, werden weder der Staat noch die Gewerkschaftsbonzen großes Interesse haben.
Näheres unter
www.welt.de/wirtschaft/article147576849/...t-nackte-Angst.html