Fast im täglichen Wechsel setzen uns die Geldhäuser bzw. ihre Handlanger, die
Analysten, neue Kursziele vor die Nase. Teilweise abenteuerlich weit auseinan-
der, mit ebenso abenteuerlichen Begründungen. Daß die nicht alle gleichzeitig
stimmen können, liegt auf der Hand. Was also ist richtig?
Ich wollte es aus erster Hand wissen und habe PORSCHE befragt. Nachstehend
gebe ich die Befragung als fingiertes Interview sinngemäß wider:
? Es wird behauptet, der Gewinn von PORSCHE bricht ab 2006-2007 "dramatisch"
ein, weil dann die Dollar-Hedgings ausgelaufen sind.
P: Derlei Aussagen sind Unfug. Sie unterschlagen, daß PORSCHE ein "rollierendes"
Hedging-System hat, bei dem jeweils für 3 Jahre im voraus gehedgt wird. Der-
zeit besteht die Absicherung bereits bis Anfang 2008. Sukzessive wird die Ab-
sicherung nachgezogen.
Außerdem wird dabei die Tatsache unterschlagen, daß der Output ständig wächst.
? Aber die Kosten für das Hedging werden doch mit steigendem Dollar teurer, wird
der Gewinn nicht darunter leiden?
P: Dem wird mit verschiedenen Maßnahmen begegnet. Unter anderem wird mit Kos-
tenreduzierung durch Prozessoptimierung eine Kompensation der Hedgingkosten
angestrebt.
Zudem ist es bis 2008 und den folgenden Jahren weit hin. Während vorerst von ei-
nem fallenden Dollar ausgegangen wird, kann es in einigen Jahren genauso umge-
kehrt kommen. Im übrigen ist dies kein PORSCHE-spezifisches Problem, sondern gilt
in ähnlichem Maße auch für andere Exportunternehmen.
? Bezüglich Ihrer weiteren Modellpolitik kursieren wilde Gerüchte. Was ist wahres
dran an den Plänen für ein viertes Modell? Gibt es einen sportlichen Viertürer?
P: Zweifellos haben wir Pläne. Aber wir lassen uns Zeit und wollen keinen Schnell-
schuß riskieren. Außerdem müssen die Fertigungskapazitäten beachtet werden.
Bezüglich des Modells sind wir noch nach allen Seiten offen.
? Also vorerst kein neues Modell?
P: Nächstes Jahr werden wir eine Entscheidung treffen und bekanntmachen.
? Zum Schluß noch eine Frage zur öffentlichen Darstellung von PORSCHE: wie erklären
Sie sich, daß die hier diskutierten Fragen von den unterschiedlichen Analystenhäu-
sern in so unterschiedlicher Weise interpretiert und veröffentlicht wird?
P: Wir stehen in engem Kontakt mit den Analysten bzw. deren Häusern. Wir können
nicht mehr tun, als diese umfassend den Tatsachen entsprechend zu informieren.
Was sie dann daraus machen, entzieht sich unserer Kontrolle. Die jeweiligen Inte-
ressen sind eben verschieden.
ENDE DES INTERVIEWS
Meine Meinung:
Wir sehen einmal mehr, daß wir offenbar nur Knetmasse in den Händen der Analysten
und Manipulateure sind. Die Analysten und ihre Häuser verfolgen ganz offensichtlich
nicht das Ziel, uns Anleger zu informieren, uns Entscheidungshilfen zu geben. Sie ver-folgen vielmehr ein völlig entgegengesetztes Ziel: die Interessen ihrer Auftraggeber
zu wahren und ihnen höchstmögliche Profite zu sichern.
Dabei werden wir hemmungslos ausgeplündert, uns das Geld aus der Tasche gezogen.
Aber wir sind nicht wehrlos: das Zauberwort heißt:
VORSPRUNG DURCH WISSEN - WISSEN DURCH INFORMATION
Das wär's für heute.
Herzlichst: fuzzi