ich habe mir gerade die Telebörse angeschaut.
Dortiger Tenor:
Die Belastungen der Märkte resultieren aus den Auseinandersetzungen um die Steuerreform.
Das republikanisch dominierte Repräsentantenhaus hatte einen Mittelstands und unternehmensfreundlichen Steuerreformvorschlag gemacht, der unter anderem eine Wiedereinführung der ITC`s für Brennstoffzellen vorsieht. Heute kommt ein Gegenvorschlag des Repräsentantenhauses und dann geht das ganze in einen Vermittlungsausschluss, d. H. es wird Verzögerungen, möglicherweise auch Verwässerungen der Steuerreform geben. Die Auseinandersetzungen um Obamacare lassen grüßen.
In Deutschland sieht es nicht besser aus. Altmeier verkündete gerade, dass er keinen Raum für Steuersenkungen sähe. (Die FDP will unbedingt den Solidaritätszuschlag abschaffen)
Da wird es also krachen.
Dieses politische Umfeld wird jetzt genutzt um um Gewinne mit zu nehmen.
Ein weiterer wichtiger Faktor, der den Aktienmarkt beeinflusst, ist die Geldpolitik der Zentralbanken.
Hier hat die FED eine Verknappung der Geldmenge angekündigt, entweder durch Zinsanhebungen oder durch Offenmarktpolitik. Reale Schritte in diese Richtung sind bisher aber immer wieder verschoben worden.
Die EZB hat im Gegensatz zur FED bereits gehandelt und die Anleiheaufkäufe reduziert, also Liquidität dem Markt entzogen.
Eine scharfe Korrektur könnte deshalb in Europa deutlicher ausfallen als in den USA.
Außenseiter bleiben die Bank of Japan (BOJ),die weiterhin eine expansive Geldpolitik betreiben und die Bank of England, die bereits die Zinsen angehoben hat, um die durch die Brexitdebatte ausglöste Inflation einzudämmen. (Das schwache Pfund und die verteuerten Importe haben die Inflation auch befeuert).
Es zeigt sich also ein recht differenziertes makroökonomisches Gesamtbild.
Eine Indikation für einen weltweiten Zusammenbruch der Aktienmärkte halte ich daher für eher unwahrscheinlich.
Die USA müssen sich sowieso damit abfinden, dass sie nicht mehr der Nabel der Welt sind.