Nach pgam zog man nun gestern auch in Bissendorf bei Voestalpine-Matzner (war immer der größte Dorn in Marolds Augen) den Stecker.
Rechtsanwalt Klaus Niemeyer der Insolvenzverwalzter von pgam rechnet nicht vor Ende Mai mit einer Lösung für pgam.
Hier noch die Meldung, die gestern 390 Leute arbeitslos machte:
voestalpine schliesst deutsche Tochter Matzner
Portfoliobereinigung fortgesetzt - 390 Jobs betroffen
Die Linzer voestalpine hat heute die Schliessung der Deutschland Tochter Matzner bekannt gegeben und setzt somit die Bereinigung des Portfolios weiter fort. Ausschlaggebend für diese Entscheidung waren die anhaltend kritische Ergebnissituation des Unternehmens, das – wie bereits in den beiden vorangegangen Jahren – auch im Geschäftsjahr 2004/05 mit einem deutlich negativen Ergebnis abgeschlossen hat, sowie der Umstand, dass sich im Bereich von Engineeringdienstleistungen für die Automobilindustrie, insbesondere in Deutschland, nach wie vor keine Nachfragebelebung abzeichnet, so das Unternehmen in einer heutigen Aussendung.
voestalpine Matzner beschäftigt am Standort Bissendorf bei Osnabrück sowie in einigen Außenstellen insgesamt rund 390 Mitarbeiter. Die Entscheidung zur Schließung des Unternehmens wurde den Mitarbeitern heute, Dienstag, in einer Betriebsversammlung mitgeteilt. Verhandlungen mit dem Betriebsrat über einen Sozialplan werden unmittelbar aufgenommen.
Die Vorgangsweise im Hinblick auf noch offene Aufträge wird gemeinsam mit den betroffenen Kunden festgelegt. Grundsätzlich ist vorgesehen, dass die Abwicklung entweder noch durch voestalpine Matzner selbst oder durch andere Unternehmen der voestalpine-Gruppe erfolgt.
"Die Schließung des deutschen Unternehmens bedeutet kein Abgehen von der grundsätzlichen Automotivestrategie des voestalpine-Konzerns", wird der Vorstandsvorsitzende der voestalpine AG, Wolfgang Eder, heute zitiert. "Es handelt sich im konkreten Fall um die Folgen aus nachhaltigen strukturellen Überkapazitäten im Bereich von Engineeringleistungen, während sich die übrigen Unternehmen der division motion im abgelaufenen Geschäftsjahr sehr erfreulich entwickelt haben." Vom Trend, dass Engineeringleistungen von Automobilherstellern zunehmend wieder selbst übernommen werden, seien alle Automobilzulieferer in Europa betroffen. Ein Ende dieser Insourcing-Entwicklung zeichne sich derzeit nicht ab, wodurch längerfristig auch keine Besserung bei voestalpine Matzner zu erwarten gewesen sei.
Die Schließung von voestalpine Matzner erfolgt in konsequenter Fortführung der Portfoliobereinigung, in deren Rahmen sich die voestalpine-Gruppe von nicht kerngeschäftsnahen Unternehmen beziehungsweise von jenen Gesellschaften, deren langfristige Ergebnisperspektiven nicht mit den hohen Profitabilitätszielen des Gesamtkonzerns übereinstimmen, trennt.
Im Bereich nicht zum Kerngeschäft gehörender Unternehmen wurden im Geschäftsjahr 2004/05 bereits die Gesellschaften Schmid Schrauben GmbH und voestalpine Personalservice Donawitz GmbH (beide Division Bahnsysteme) verkauft. Vor kurzem wurde darüber hinaus in der Division Stahl die Schließung der voestalpine Schmiede GmbH beschlossen, deren rund 150 Stamm-Mitarbeiter im Rahmen des Investitionsprogrammes "Linz 2010" von der voestalpine Stahl GmbH übernommen werden.
Die Schließungsentscheidung einschließlich Verlustfreimachung ab dem Geschäftsjahr 2005/06 belastet den Konzernabschluss 2004/05 mit rund 40 Mio. EUR. Aus heutiger Sicht werden damit die künftigen Ergebnisse der voestalpine-Gruppe durch die Schließung von voestalpine Matzner nicht mehr beeinträchtigt.