Letsbuyit.com hat es als Erster am Neuen Markt geschafft: Der Kurs liegt seit einigen Tagen unter 1 Euro und damit auch unter den Nominalwert gerutscht und macht damit dem Firmennamen alle Ehre. Der billige Jakob, der auch zu bloß 3,50 Euro platziert worden war, dürfte nicht lange allein bleiben. Mit Fortunecity oder Musicmusicmusic gibt es durchaus weitere Aspiranten, die auch noch viel Potenzial haben - nach unten, versteht sich. Und auf welche Tiefen es die insolventen Kandidaten Gigabell und Teamwork zieht, ist längst nicht ausgemacht. Penny (besser: Cent) Stocks, Aktien für alle, Papiere, die sich zu einem Preis eines Pfundes Butter jeder leisten kann!
Unter 10 Euro ist eine ganze Reihe von Neuemissionen schon platziert worden, zu weniger als 5 Euro kamen bis dato zwei - Letsbuyit und Ejay. Während an der Nasdaq neue Papiere mindestens 5 Dollar kosten müssen, sind am Neuen Markt keine Untergrenzen eingezogen.
49 unter 5
Von den knapp 340 Gesellschaften, die mitterweile den Weg an das deutsche Wachstumssegment gefunden haben, weisen immerhin 120 eine Notierung von unter 10 Euro auf, und bei der auch noch stolzen Zahl von 49 Unternehmen ist die Aktie weniger als 5 Euro wert. Zum Vergleich der Optik: Für lediglich elf Titel ist pro Stück ein dreistelliger Euro-Betrag hinzublättern: Am teuersten erscheint in dieser Betrachtung Micronas mit 440. Zu den Billigheimern zählen nicht nicht nur die nach der Börsenkapitalisierung die Liste der Leichtgewichte anführenden Häuser wie Euromed mit 12,6 Mill. oder Prout mit 11,0 Mill. Euro.
Bloß drei Adressen, deren Papiere derzeit für weniger als 5 Euro zu haben sind, wiegen alles in allem mehr als 100 Mill. Euro. Es handelt sich dabei um das Nemax50-Mitglied Fantastic (218 Mill.), QS Communications (202), Teldafax (125) und United Internet mit 167 Mill. Euro. Beispiel QSC: Den Kölnern ist es gelungen, ihren Verlust in den ersten neun Monaten von 1,4 Mill. auf 101 Mill. DM zu steigern. Immerhin kam der Umsatz gleichzeitig von 2,6 Mill. auf 3,2 Mill. DM voran. Eine Bewertung von mehr als 200 Mill. Euro erscheint da immer noch recht hoch. Allerdings war man dieses Jahr auch schon bei einem Gewicht von 1,1 Mrd. Euro.
Mit unter 10 auf Tauchstation gegangen sind nach Einbrüchen von 37%, 30% und 22% in den vergangenen Tagen auch die Papiere des einstigen Neue-Markt-Shooting-Stars EM.TV. Beim Sturz ins schier Bodenlose werden auch andere Medienunternehmen mitgerissen, die in besserer finanzieller Verfassung sind. Edel Music sackten zuletzt zweistellig auf gerade noch 6,10 Euro ab. Die Hamburger, die - lang, lang ist's her - ein Jahreshoch von 59 Euro hatten, mussten wie so viele andere kurz vor Ultimo ihre Prognose 2000 nach unten korrigieren.
0,01 Euro gleich 1 Prozent
Manche Gesellschaft, die im Frühjahr wegen eines damals optisch hohen Preises einen Split ansetzte, mag diesen Schritt mitterweile bedauern, denn jetzt hat sie ein Discount-Papier. Aus Sicht mancher Firmen birgt dies aber auch Vorteile: Der Anleger hat den Überblick verloren und kann die tatsächliche Wertentwicklung seines Papiers kaum mehr nachzeichnen. Je geringer die Notierung, umso größer wird naturgemäß die Volatilität. Kursausschläge von 50% und mehr, die noch vor einigen Wochen als schier unmöglich galten, gehören momentan fast schon zur Tagesordnung. Fällt der Kurs um 0,10 Euro, dann ist das bei 1 Euro Vortagesschluss schon ein Einbruch von 10%. Bei 1 Euro geht es nun einmal gleich in ganzen Prozentschritten nach oben oder unten.
Nicht einzuhaltende Prognosen werden mit empfindlichen Kurseinbußen bestraft. Wenn die Umsatz- und Ergebnisvorhersage in geringem Abstand zum IPO ad hoc hereinflattert, dann ist der Ärger der Investoren darüber, verschaukelt worden zu sein, nur zu verständlich. Da bricht bei der mit flotten Werbesprüchen angetretenen Ad Pepper die Notierung an einem Tag um mehr als 50% weg. Oder sie zieht umgekehrt um zeitweise 80% an, wenn Wiederholungstäter Metabox über eine Großorder berichtet; da der Name des Auftraggebers wiederum nicht genannt wird, ist ein empfindliches Abbürsten am Folgetag fast programmiert. Die prozentual beeindruckenden Aufs und Abs machen es naturgemäß auch leicht, mit geringen Stücken Kurse zu beeinflussen und für große Ausschläge zu sorgen. Solches Potenzial lockt Zocker und unseriöse Marktteilnehmer an, die sich günstig eindecken, über Chatrooms die Spekulation anheizen und schließlich mit Gewinn Kasse machen.
So haben die Penny Stocks am Neuen Markt fast eine Hebelwirkung wie Optionsscheine. Sie sind damit auch nur noch etwas für risikobewusste Anleger. Zumindest dem äußeren Schein könnte aber abgeholfen werden. Wie wäre es, die Notierung auf Cent statt Euro umzustellen? Dann wäre auch eine Letsbuyit noch für 90 zu haben - und es würde sich ein Split geradezu anbieten.
Unter 10 Euro ist eine ganze Reihe von Neuemissionen schon platziert worden, zu weniger als 5 Euro kamen bis dato zwei - Letsbuyit und Ejay. Während an der Nasdaq neue Papiere mindestens 5 Dollar kosten müssen, sind am Neuen Markt keine Untergrenzen eingezogen.
49 unter 5
Von den knapp 340 Gesellschaften, die mitterweile den Weg an das deutsche Wachstumssegment gefunden haben, weisen immerhin 120 eine Notierung von unter 10 Euro auf, und bei der auch noch stolzen Zahl von 49 Unternehmen ist die Aktie weniger als 5 Euro wert. Zum Vergleich der Optik: Für lediglich elf Titel ist pro Stück ein dreistelliger Euro-Betrag hinzublättern: Am teuersten erscheint in dieser Betrachtung Micronas mit 440. Zu den Billigheimern zählen nicht nicht nur die nach der Börsenkapitalisierung die Liste der Leichtgewichte anführenden Häuser wie Euromed mit 12,6 Mill. oder Prout mit 11,0 Mill. Euro.
Bloß drei Adressen, deren Papiere derzeit für weniger als 5 Euro zu haben sind, wiegen alles in allem mehr als 100 Mill. Euro. Es handelt sich dabei um das Nemax50-Mitglied Fantastic (218 Mill.), QS Communications (202), Teldafax (125) und United Internet mit 167 Mill. Euro. Beispiel QSC: Den Kölnern ist es gelungen, ihren Verlust in den ersten neun Monaten von 1,4 Mill. auf 101 Mill. DM zu steigern. Immerhin kam der Umsatz gleichzeitig von 2,6 Mill. auf 3,2 Mill. DM voran. Eine Bewertung von mehr als 200 Mill. Euro erscheint da immer noch recht hoch. Allerdings war man dieses Jahr auch schon bei einem Gewicht von 1,1 Mrd. Euro.
Mit unter 10 auf Tauchstation gegangen sind nach Einbrüchen von 37%, 30% und 22% in den vergangenen Tagen auch die Papiere des einstigen Neue-Markt-Shooting-Stars EM.TV. Beim Sturz ins schier Bodenlose werden auch andere Medienunternehmen mitgerissen, die in besserer finanzieller Verfassung sind. Edel Music sackten zuletzt zweistellig auf gerade noch 6,10 Euro ab. Die Hamburger, die - lang, lang ist's her - ein Jahreshoch von 59 Euro hatten, mussten wie so viele andere kurz vor Ultimo ihre Prognose 2000 nach unten korrigieren.
0,01 Euro gleich 1 Prozent
Manche Gesellschaft, die im Frühjahr wegen eines damals optisch hohen Preises einen Split ansetzte, mag diesen Schritt mitterweile bedauern, denn jetzt hat sie ein Discount-Papier. Aus Sicht mancher Firmen birgt dies aber auch Vorteile: Der Anleger hat den Überblick verloren und kann die tatsächliche Wertentwicklung seines Papiers kaum mehr nachzeichnen. Je geringer die Notierung, umso größer wird naturgemäß die Volatilität. Kursausschläge von 50% und mehr, die noch vor einigen Wochen als schier unmöglich galten, gehören momentan fast schon zur Tagesordnung. Fällt der Kurs um 0,10 Euro, dann ist das bei 1 Euro Vortagesschluss schon ein Einbruch von 10%. Bei 1 Euro geht es nun einmal gleich in ganzen Prozentschritten nach oben oder unten.
Nicht einzuhaltende Prognosen werden mit empfindlichen Kurseinbußen bestraft. Wenn die Umsatz- und Ergebnisvorhersage in geringem Abstand zum IPO ad hoc hereinflattert, dann ist der Ärger der Investoren darüber, verschaukelt worden zu sein, nur zu verständlich. Da bricht bei der mit flotten Werbesprüchen angetretenen Ad Pepper die Notierung an einem Tag um mehr als 50% weg. Oder sie zieht umgekehrt um zeitweise 80% an, wenn Wiederholungstäter Metabox über eine Großorder berichtet; da der Name des Auftraggebers wiederum nicht genannt wird, ist ein empfindliches Abbürsten am Folgetag fast programmiert. Die prozentual beeindruckenden Aufs und Abs machen es naturgemäß auch leicht, mit geringen Stücken Kurse zu beeinflussen und für große Ausschläge zu sorgen. Solches Potenzial lockt Zocker und unseriöse Marktteilnehmer an, die sich günstig eindecken, über Chatrooms die Spekulation anheizen und schließlich mit Gewinn Kasse machen.
So haben die Penny Stocks am Neuen Markt fast eine Hebelwirkung wie Optionsscheine. Sie sind damit auch nur noch etwas für risikobewusste Anleger. Zumindest dem äußeren Schein könnte aber abgeholfen werden. Wie wäre es, die Notierung auf Cent statt Euro umzustellen? Dann wäre auch eine Letsbuyit noch für 90 zu haben - und es würde sich ein Split geradezu anbieten.