PC-Absatz geht erstmals zurück


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PC-Absatz geht erstmals zurück

 
22.07.01 23:31

PC-Absatz geht erstmals zurück


Von Joachim Zepelin, San Francisco

Die Aussichten auf eine schnelle Besserung für den Computermarkt haben sich in der vergangenen Woche weiter verdunkelt.

Die größten Unternehmen der Branche brachten das Stimmungsbarometer mit ihren Gewinn- und Umsatzprognosen auf einen Tiefstand. Außerdem sank der Absatz von Rechnern im vergangenen Quartal zum ersten Mal in der Geschichte der Computerindustrie im Jahresvergleich, berechneten amerikanische Marktforschungsunternehmen.

Auch für die nächsten Quartale sieht es nicht rosig aus. Ein ernstes Signal lieferte der Softwarekonzern Microsoft. Das Unternehmen fürchtet, im laufenden Quartal die Erwartungen der Analysten nicht erfüllen zu können, vor allem auf Grund der Nachfrageschwäche nach Desktop-Rechnern. Im vergangenen Quartal arbeitete das Unternehmen aber noch profitabel: Microsoft legte vergangene Woche wieder die zuverlässig sprudelnden Gewinne aus dem operativen Geschäft vor, die dank der Marktmacht des Unternehmens von jeder Krise unberührt zu bleiben scheinen. Wenn die PC-Hersteller weniger Rechner losschlagen, dann verkauft der Softwareriese teurere Versionen seiner Programme. Von 6,6 Mrd. $ Quartalsumsatz blieben unter dem Strich - ausschließlich 2,62 Mrd. $ Abschreibungsverlusten auf Investitionen - 2,75 Mrd. $ Gewinn .



Neue Computer auf Halde


Nach den Untersuchungen der Marktforscher von IDC kauften sich weder Verbraucher noch Geschäftskunden im derzeitigen Preiskampf der Hersteller neue Computer. IDC zufolge sanken die Computerverkäufe von April bis Juni um 7,2 Prozent gegenüber dem ersten Quartal des Jahres. Mit 30 Millionen Rechnern wurden weltweit zwei Prozent weniger Computer abgesetzt als im Jahr davor. Gartner prognostizierte mit einem Rückgang von 1,9 Prozent ein ähnliches Ergebnis.


Als Hauptverantwortlichen für das Minus machen die IDC-Forscher diesmal den japanischen Markt aus, der nach 30 Prozent Wachstum im vergangenen Jahr nun stagniert. Die USA blieben unterdessen der schwächste Markt mit einem Minus von 8,1 Prozent im Jahresvergleich. "Unternehmen geben nur vorsichtig Geld aus", und Verbraucher seien ebenfalls nicht kauffreudig genug, sagt Roger Kay. Doch der IDC-Direktor sieht einen Hoffnungsschimmer. Zum Jahresende könnte es dank Weihnachtsgeschäft und der Veröffentlichung des neuen Betriebssystems von Microsoft, Windows XP, langsam wieder aufwärts gehen.



Dell legt zu


Computerhersteller Dell, der in diesem Frühjahr Compaq die Spitzenstellung unter den PC-Herstellern durch seine aggressive Preispolitik abgenommen hatte, konnte im abgelaufenen Quartal seinen Marktanteil laut der Unternehmensberatung Gartner weiter um 20 Prozent ausdehnen. Alle Wettbewerber mussten Verluste hinnehmen - nicht nur beim Marktanteil, auch bei Umsatz und Gewinn. In Zeiten sinkender Preise für Zulieferteile funktioniere das Internet gestützte Produktionsmodell von Dell am besten, erklären die Analysten der Gartner Group.


Unternehmenschef Michael Dell rühmte sich in der vergangenen Woche, dass sein Unternehmen den Preiskampf gewinnen werde und trotzdem wie geplant Gewinne erwirtschaftet. Die Gartner-Experten sind aber skeptisch. Die Computerindustrie müsse die üblichen Leistungssteigerungen bei sinkenden Preisen aufgeben.



Andere Konzepte finden


"Die alte Strategie kostet Geld", schreiben die Analysten in ihrer Marktanalyse und schlagen andere Konzepte vor. Die Branche sollte besser billige Zweit- oder Drittcomputer anbieten, die sich leicht in Heimnetzwerke integrieren lassen, um neue Kunden zu gewinnen.


Am härtesten traf es in der vergangenen Woche Gateway, dessen Umsatz im Jahresvergleich um ein knappes Drittel auf nur noch 1,5 Mrd. $ schrumpfte. Analysten waren bis zuletzt von Einnahmen in Höhe von 1,9 Mrd. $ ausgegangen. Das Unternehmen hatte damit geworben, es werde jeden Preis unterbieten. Diese Strategie kostete Gateway in den vergangenen drei Monaten 21 Mio. $ oder 6 Cent Verlust pro Aktie. Anleger straften die Computerbauer dafür am Freitag mit Abschlägen auf den Aktienpreis von 25 Prozent auf 10,99 $, den tiefsten Wert des Unternehmenskurses seit November 1996.


Auch der Hersteller von leistungsfähigen Computern für Unternehmen, Sun Microsystems, gerät ins Trudeln. Das Silicon-Valley-Unternehmen, das mit Servern während des Internet-Booms zu den erfolgreichsten der Branche gehörte, berichtete am Donnerstag nach Börsenschluss vom ersten Verlust seit zwölf Jahren. Ohne Sonderabschreibungen blieb ein Ertrag von 4 Cent pro Aktie, der Umsatz fiel im Jahresvergleich um 1 Mrd. $ auf 4 Mrd. $.

Quelle: ftd

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Seth Gecko:

jetzt aber schnell neue Gewinnwarnungen

 
22.07.01 23:47
hinterherreichen :-)
Eigentlich sollte der Inhalt des obigen Artikels nun wirklich niemanden mehr überraschen, er tut es erschreckenderweise aber doch. Auf auf, ihr lieben Fondsmanager, es wird mal wieder Zeit für Panikveräufe!

Aber mal im Ernst: Was mir persönlich auffällt, ist folgendes: Vor 2einhalb Jahren habe ich mir einen (damals neuen) Rechner geleistet, und mir dabei gesagt: In spätestens 2 Jahren kaufste Dir aber nen neuen. Jetzt sind die 2 Jahre längst verstrichen, aber die NOTWENDIGKEIT einen neuen Rechner zu kaufen, besteht überhauptnicht! Warum???? Fast jegliche neue Software (egal ob 3D-Spiele, Wirtschaftssoftware, Betriebssysteme, etc.) kommt mit meiner inzwischen 2,5-Jahre-alten Hardware zurecht. Ich mußte in den vergangenen 30 Monaten noch nicht mal den RAM-Speicher aufstocken!
Es gibt kaum Software, die den Prozessor wirklich ernsthaft herausfordert -> ich brauche keinen neuen Rechner
"Früher" (vor 4 Jahren) war das nicht so: Da kaufte man nen PC, und schon wenige Monate später kam wieder ein Spiel auf den Markt, dessen systemanforderungen die des gekauften PCs schon wieder überforderten.

Und da liegt momentan das Problem. Wenn keiner neue Rechner braucht, verschwindet auch die Nachfrage nach den selbigen. Aber nachdem die Software-Entwicklung nun wirklich alles andere als still steht, bin ich überzeugt, daß dem momentanen Absatztief, bald ein gewaltiges Hoch folgt.
Es lebe der Zyklus!

cu, seth
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JokerHB:

Genau das habe ich vorhin schon geschrieben

 
23.07.01 00:22
es besteht eben keine Notwendigkeit einen neuen Hardwareupdate zu machen!!!

Die Spirale ist ziemlich am Ende-----

Gottlob ist mit AMD ein mehr als guter Konkurrent zu Intel enstanden, der die Entwicklung der Prozessorenpreise und Performance in Zukunft dominieren wird!!



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JokerHB:

oh....ich sollte noch ein paar AMD

 
23.07.01 00:30
ins Depot legen....bin noch ganz jungfäulich, obwohl ich schon eine Verschiebung der Marktanteile beobachte....seit einigen Jahren!

Habe mir schließlich auch einem AMD Prozessor gekauft....und das mir als eingefleischter Intel Käufer...aber der Preis entscheidet!

Also wie groß ist der Unterschied in der Bewertung von Intel und AMD?

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Arbeiter:

Apple-Europa-Chef

 
23.07.01 12:33

Apple-Europa-Chef Cagni sieht derzeit kein Ende der Branchenkrise.

 
Der Europa-Chef der Apple Computer Inc, Pascal Cagni, sieht derzeit noch kein Ende der Branchenkrise. Die Nachfrage der Verbraucher nach Personal-Computern lahme, sagte Cagni in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" (Montagsausgabe). Trotz der derzeit schwierigen Lage zeigte sich Cagni zuversichtlich. Das Unternehmen sei dabei, seinen Marktanteil im Bildungssektor zu vergrößern. Zudem würden die Lagerbestände abgebaut. Die Vorräte reichten derzeit für weniger als vier Wochen. Für das laufende Quartal des Geschäftsjahres erwartet Cagni, dass das "Niveau des Vorquartals" gehalten werden kann. Apple wolle seinen Marktanteil zwar grundsätzlich erhöhen, aber nicht um jeden Preis, betonte er. Das Nischendasein bedeute kein massives Handicap. Denn in den Segmenten, in denen das Unternehmen antrete, werde die kritische Masse erreicht.
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