OPEC kämpft gegen neuen Ölpreis-Kollaps


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sir charles:

OPEC kämpft gegen neuen Ölpreis-Kollaps

 
11.03.02 09:49
OPEC kämpft gegen neuen Ölpreis-Kollaps

Zwar erholt sich die Weltwirtschaft langsam. Doch von einem Aufschwung kann keine Rede sein. Der Ölpreis sank seit November kräftig. Das hilft der Konjunktur. Zugleich ist dies auch Ausdruck der anhaltenden Flaute, da weniger Öl verbraucht wird. Die Bedarfs-Prognosen für 2002 sind vorsichtig. Die Internationale Energie Agentur erwartet einen Anstieg um 25 Mio. t: Das sind nicht einmal 0,75 Prozent der Weltförderung. OPEC-Generalsekretär Ali Rodriguez-Araque spricht gar nur von 20 Mio. t. Angst vor einem Ölpreiskollaps wie 1998 kommt auf. Vorige Woche verhandelte er deshalb in Moskau mit Russlands Regierung über ein gemeinsames Vorgehen. Die OPEC-Minister treffen sich diesen Freitag in Wien.

KURIER: Herr Rodriguez, Sie waren am Montag und Dienstag in Moskau. Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden?

ALI RODRIGUEZ: Wir haben der russischen Regierung unsere Sicht der Dinge vorgelegt. Das zweite Quartal wird sehr schwierig. Denn normalerweise fällt in diesen Monaten die Nachfrage nach Rohöl. Es könnte sogar sein, dass wir einen neuen Kollaps der Ölpreise erleben. Deshalb haben wir der russischen Regierung vorgeschlagen, dass sie die ab 1. Jänner beschlossene Kürzung ihrer Ölexporte nicht Ende März auslaufen lässt, sondern bis Ende Juni verlängert.

Wollen Sie, dass Russland die Rücknahme der Rohöl-Exporte um 150.000 Fass pro Tag (=22.000t) nur um weitere drei Monate verlängert, oder zusätzlich noch weniger exportiert?

Nein, wir glauben, dass eine Verlängerung dieser Menge von 150.000 Fass pro Tag reichen sollte.

Und was ist mit den Ölländern außerhalb der OPEC?

Mexiko und Norwegen haben bereits dieser Woche offiziell mitgeteilt, dass sie ihre Förderkürzungen vom 1. Jänner auf Ende Juni verlängern werden. Wir glauben auch, dass Angola und Oman wieder mitmachen.

Die russische Regierung hat Ihnen aber noch keine Zusage gemacht?!

Premierminister Kasjanow hat gesagt, die Regierung möchte die Situation noch analysieren. Aber ich rechne damit, dass sie am 1. April die 150.000 Fass Exportkürzungen verlängern werden.

Was ist aber eine Zusage wert, wenn die russischen Ölkonzerne wie im Jänner dennoch mehr exportieren als vereinbart?

Wir haben in Moskau nicht nur mit der Regierung, sondern auch mit den Vertretern der Konzerne gesprochen. Die OPEC-Länder haben noch Reserve-Förderkapazitäten von 7 Mio. Fass pro Tag (1 Mio. t). Wenn wir nur eine Mio. Fass mehr davon produzieren, würden die Preise zusammenbrechen.

Und die russischen Ölkonzerne könnten dann mit ihren Ölförder-Kapazitäten nicht mithalten?

Ja. Aber auch wenn Russland seinen eigenen Weg geht, haben uns die anderen Nicht-OPEC-Länder bereits zugesagt, ihre Förderkürzungen vom 1. Jänner beizubehalten.
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